Rekord für E-Autos in Deutschland, Verbrenner stürzen ab

Fahrzeugmarkt Rekord für E-Autos in Deutschland, Verbrenner stürzen ab Mehr als jeder dritte Neuwagen fuhr im September rein elektrisch. Benziner und Diesel verlieren deutlich, chinesische Marken und T...

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Rekord für E-Autos in Deutschland, Verbrenner stürzen ab

Fahrzeugmarkt

Rekord für E-Autos in Deutschland, Verbrenner stürzen ab

Mehr als jeder dritte Neuwagen fuhr im September rein elektrisch. Benziner und Diesel verlieren deutlich, chinesische Marken und Tesla legen stark zu

In Deutschland war der Anteil der Elektroautos an den Neuzulassungen noch nie so hoch. Deutsche Hersteller profitieren davon aber nur bedingt.

Binnen eines Jahres hat sich die Zahl neu zugelassener Elektroautos in Deutschland fast verdoppelt. Erstmals war im September mehr als jeder dritte Neuwagen rein elektrisch, ein Rekord. Gleichzeitig kauften die Deutschen deutlich weniger Benziner und Diesel.

Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) kamen im September 88.599 E-Autos neu auf die Straße, nach 45.495 im Vorjahresmonat. Ihr Anteil an allen 256.774 Neuzulassungen lag bei 34,5 Prozent. Den bisherigen Höchstwert von 33,2 Prozent gab es im Dezember 2022, kurz bevor die damalige Kaufprämie gekürzt wurde.

Hybride größte Gruppe

Branchenexperten nennen vor allem zwei Gründe für den Boom: die hohen Spritpreise, die seit dem US-Angriff auf den Iran wieder gestiegen sind, und eine neue Kaufprämie der deutschen Regierung von bis zu 6.000 Euro. Fachleute warnen aber auch davor, dass die Nachfrage nur so lange anhalten dürfte, wie die Prämie gezahlt wird. Sie wurde laut der Regierung bisher an 100.000 Antragsteller ausbezahlt.

Die Verlierer dieser Entwicklung sind wenig überraschend die Verbrenner. Im September wurden um fast 30 Prozent weniger Benziner zugelassen als vor einem Jahr, bei Diesel war es ein Fünftel weniger. Die größte Gruppe bleiben Hybride einschließlich Plug-in-Hybriden, sie machen fast vier von zehn Neuwagen aus.

Deutschland überholt Österreich

In Österreich verläuft die Entwicklung langsamer. Hierzulande waren im August fast drei von zehn Neuwagen ein Elektroauto: Laut Statistik Austria lag der Anteil bei 29,0 Prozent, gegenüber 32,4 Prozent in Deutschland. Bis vor kurzem war es umgekehrt: Im Gesamtjahr 2025 kam Österreich auf einen E-Anteil von 21,3 Prozent, Deutschland nur auf 19,1 Prozent. Seit dem Frühsommer zieht Deutschland nun davon. Die österreichischen Septemberzahlen veröffentlicht die Statistik Austria am Freitag.

Vom deutschen E-Auto-Aufschwung profitieren vor allem Tesla und chinesische Hersteller. Tesla hat seine Zulassungen in Deutschland im September fast vervierfacht, auf 12.552 Fahrzeuge. BYD legte um 85,6 Prozent zu, auch MG und Xpeng wuchsen stark. Die heimischen Marken halten nicht mit: Bei VW und BMW gingen die Zulassungen zurück, Mercedes und Opel wuchsen nur leicht.

Schlechte Stimmung in der Industrie

Für die deutschen Autobauer ist der E-Auto-Boom daher nur bedingt eine gute Nachricht. Die Stimmung in der Branche hat sich im September stark eingetrübt. Das Barometer für das Geschäftsklima fiel laut Ifo-Institut auf minus 35,0 Punkte, nach minus 22,0 im August. Die Unternehmen bewerteten ihre Geschäftslage so schlecht wie noch nie in diesem Jahr. Auch Export- und Beschäftigungserwartungen sackten ab. "Die Automobilindustrie steckt weiterhin in der Krise", sagte Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl.

Ein Grund dafür ist die wachsende Konkurrenz aus China, vor allem bei Elektrofahrzeugen. Chinesische Autobauer drängen mit Macht auf den europäischen Markt, weil der eigene Markt schwächelt, es eine enorme Überproduktion gibt und ihnen der US-Markt aufgrund der Handelspolitik versperrt ist.

Die deutsche Autoindustrie lehnt deshalb Importzölle nicht mehr generell ab. Priorität müsse aber weiter die Stärkung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit und ein Dialog mit China als Handelspartner haben, erklärte die Chefin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, kürzlich. (red, Reuters, 5.10.2026)

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