Rentnerin versorgt 1500 Obdachlose in München – „aus Wurstbroten wurden schnell 40 Kilo Wurstsalat“
tzMünchenStadtStand: 22.08.2026, 17:47 UhrKommentareUns auf Google folgenMaria-Christina Rumrich arbeitet 20 Stunden pro Woche ehrenamtlich für die Obdachlosenhilfe. Jeden Sonntag fährt die 67-Jährige nach Münc...
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Stand: 22.08.2026, 17:47 Uhr
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Maria-Christina Rumrich arbeitet 20 Stunden pro Woche ehrenamtlich für die Obdachlosenhilfe. Jeden Sonntag fährt die 67-Jährige nach München, um Menschen auf der Straße mit Essen und Kleidung zu versorgen.
Germering – Alles begann vor sechs Jahren. Da hörte Maria-Christina Rumrich über eine Freundin, dass zwei Germeringer Frauen Wohnungslose unterstützen wollten – mit einer neuen Organisation. Sie dachte damals: „Anhören kann ich mir das ja mal.“

Germeringer Rentnerin versorgt 1500 Obdachlose in München mit Essen und Kleidung
Kurze Zeit später schmierte sie bereits die ersten Wurstbrote für die Obdachlosenhilfe. „Aus den Wurstbroten wurden schnell 40 Kilo Wurstsalat.“ Bald darauf holte sie gespendete Lebensmittel ab und fuhr jeden Sonntag mit nach München, um die Menschen, die auf der Straße lebten, mit Nahrung, Kleidung und allem Nötigen zu versorgen.
Heute gilt sie als gute Seele des Vereins „Aktion Brücke“. Rumrich ist Rentnerin und 67 Jahre alt. Etwa 20 Stunden „oder mehr“ arbeitet sie ehrenamtlich pro Woche. Dass sie sich einmal so stark in diesem Bereich engagieren würde, hätte sie früher nicht gedacht. „Ich hatte mal eine andere Meinung dazu“, gesteht sie. „Ich dachte mir früher, das ist doch ein junger Mann. Warum arbeitet der nicht?“
Manchmal schauen mich die Menschen wie kleine Kinder an – dann willst du sie einfach nur in den Arm nehmen.
So sieht sie das heute nicht mehr. „Die Menschen auf der Straße haben böse Schicksale hinter sich.“ Sie müssten behutsam wieder eingegliedert werden. Dass die Ehrenamtlerin nun schon seit Jahren für sie da ist, hat auch persönliche Gründe, wie sie berichtet. „Mir selber ging es vor einiger Zeit gesundheitlich wirklich schlecht.“ Gute Freunde kümmerten sich damals. „Das wollte ich zurückgeben.“ Etwa 1500 bis 1800 Personen versorgt der Verein. Die meisten in München, aber auch im Landkreis Fürstenfeldbruck. Das Lager liegt in Germering an der Mozartstraße. Dort gibt es Lebensmittel und Hilfsgüter, die dann ausgefahren werden. Außerdem steht ein Kleidercontainer für Spenden bereit.
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„Haben böse Schicksale hinter sich“ – jeden Sonntag Touren in die Landeshauptstadt
Die gute Seele des Vereins
Sie halten Vereine am Laufen, packen an und sind oft seit vielen Jahren mit Herzblut dabei. In unserer Serie „Die gute Seele des Vereins“ stellen wir Menschen vor, ohne deren ehrenamtlichen Einsatz vieles nicht möglich wäre. Die Porträts erscheinen in loser Folge.
Von dort aus finden jeden Sonntag die Touren in die Landeshauptstadt statt. Sie führen etwa zum Orleansplatz am Ostbahnhof, nach Giesing oder zum Nußbaumpark. Der gilt derzeit als bevorzugter Aufenthaltsort für Drogenkranke, darunter viele Menschen ohne festen Wohnsitz. „Wir kommen meist am Morgen an und stellen Tische auf“, schildert Rumrich. Dort können sich die Menschen mit Schlafsachen und Hygieneartikeln versorgen, aber auch mit Essen. Von Fisch bis Curry gebe es so gut wie alles. „Ich esse es auch, dann muss es gut sein“, erklärt die Helferin. „Ich bin sehr mäkelig.“ Besonders wichtig für die Menschen sei, dass es warmes Essen gebe. Und Kaffee und Kuchen.
An jeder Station der „Brücke“ bietet das Team ein volles Programm. Wenn jemand fehlt, den sie schon länger kennt, fällt das der Ehrenamtlerin auf. „Manchmal erfährt man, dass die Person gestorben ist.“ Das trifft sie jedes Mal hart. Dennoch empfindet sie ihr Ehrenamt als bereichernd. „Manchmal schauen mich die Menschen wie kleine Kinder an – dann willst du sie einfach nur in den Arm nehmen.“