Zypern: Fähre mit mehr als 260 Passagieren vor Zypern in Seenot
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Rettungseinsatz auf hoher See Fähre mit über 260 Personen vor Zypern in Seenot – mehrere Tote
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- Eine Fähre mit mehr als 260 Passagieren an Bord ist vor der Küste Nordzyperns gekentert.
- Die Katamaran-Fähre war vom Hafen Kyrenia im Nordteil Zyperns zum türkischen Hafen Tasucu in der Provinz Mersin unterwegs.
- Bislang sind acht Personen bei dem Unfall gestorben. 17 Weitere werden noch vermisst.
- Dem EDA liegen keine Hinweise über Schweizer Opfer vor.
Die Zahl der Todesopfer stieg im Laufe des Tages auf acht, wie der türkisch-zyprische Verkehrsminister Erhan Arikli nach Angaben des Senders BRT sagte. Nach zahlreichen Menschen werde noch gesucht. 242 Personen konnten demnach lebend gerettet werden.
Das Schiff mit mehr als 260 Passagieren war kurz nach dem Auslaufen aus der Hafenstadt Kyrenia gekentert, sagte der nordzyprische Ministerpräsident Ünal Üstel nach Angaben der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Das Schiff war auf dem Weg ins südtürkische Mersin. (30.08.2026)
imago images/Anadolu/Ali Ruhluel
Der Kapitän und sieben Crewmitglieder sind festgenommen worden. Das erklärte der Ministerpräsident der nur von der Türkei anerkannten Republik Nordzypern Ünal Üstel nach Angaben des Senders BRT. Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen, versprach er: «Ich sage das hier ganz klar. Jeder Aspekt dieses Vorfalls wird untersucht. Selbst die geringste Fahrlässigkeit wird ans Licht kommen», sagte Üsal.
Kurz nach dem Auslaufen drang demnach Wasser in die Fähre ein, und es wurde ein Notruf abgesetzt. Auf Bildern des Senders CNN Türk war zu sehen, wie Menschen in Rettungswesten darauf warteten, in Sicherheit gebracht zu werden. Ein Helikopter kreiste über ihren Köpfen. Dem Sender zufolge hatte der Kapitän noch versucht, umzukehren. Es habe sich um einen zweistöckigen Katamaran gehandelt.
Vor dem Spital in Kyrenia versammelten sich Angehörige und warteten auf Nachricht. Der Augenzeuge Efe Mültici sagte dem Sender CNN Türk, er habe sich im unteren Deck des Schiffes aufgehalten, er berichtete von chaotischen Szenen: Die Passagiere hätten die Besatzung darauf hingewiesen, dass Wasser eindringe, und gebeten, umzudrehen. Der Wellengang sei zudem sehr stark gewesen.
Chaos unter Deck
Plötzlich habe sich das Schiff zur Seite geneigt, Menschen seien panisch aufgesprungen und hätten nach Rettungswesten gesucht. Einige hätten versucht, Scheiben einzuschlagen, um herauszukommen. Ein Mann sagte, der zyprischen Tageszeitung «Zypernpost», es habe Chaos geherrscht.
Die türkische Küstenwache unterstütze die Rettung, schrieb der türkische Vizepräsident Cevdet Yilmaz auf X. Der Notruf wurde türkischen Behörden zufolge vier Seemeilen vor der Küste abgesetzt. Warum Wasser in das Schiff eindringen konnte, war zunächst unklar.
EDA: Keine Hinweise auf Schweizer Opfer
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Dem Aussendepartement in Bern liegen keine Hinweise zu Schweizer Opfern vor, wie es auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA hiess. Die Schweizer Vertretung in Nikosia stehe mit den zuständigen Behörden vor Ort in Kontakt. Derzeit liefen die Abklärungen zu Schweizer Opfern. Staatsangehörige in der Region seien gehalten, die Anweisungen der lokalen Behörden zu befolgen.
Nach offiziellen nordzyprischen Angaben befanden sich insgesamt 267 Personen auf der Fähre, darunter 259 Passagiere und 8 Besatzungsmitglieder.
«Unsere Gedanken sind bei den Menschen, die ihr Leben verloren haben, bei den Verletzten und bei allen, die diese Tragödie erleben müssen, sowie bei ihren Familien in diesen äusserst schwierigen Stunden», schrieb der zyprische Regierungssprecher Konstantinos Letybiotis auf der Plattform X auf Griechisch und Türkisch. Auch der türkische Präsdent Recep Tayyip Erdogan sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.
Zypern ist seit 1974 nach einem Putsch nationalistischer griechischer Zyprer und einer darauffolgenden türkischen Militärintervention de facto geteilt. Im Jahr 1983 wurde die Türkische Republik Nordzypern (KKTC) proklamiert, die weltweit nur von der Türkei anerkannt wird. 2004 nahm die EU die Insel Zypern als Ganzes in die EU auf.
SRF 4 News, 30.08.2026, 15 Uhr ; dpa/stol;harm/lehl