Rotes Meer: Saudi-Arabiens Armee greift Huthi-Stellungen im Jemen an
Im Roten Meer spitzt sich die Lage zu. Saudi-Arabien spricht von »maritimem Terrorismus« durch die Huthi-Miliz. Das saudische Militär begann Luftangriffe im Jemen. Quelle: D...
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Im Roten Meer spitzt sich die Lage zu. Saudi-Arabien spricht von »maritimem Terrorismus« durch die Huthi-Miliz. Das saudische Militär begann Luftangriffe im Jemen.
Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, Reuters,
jtr
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vsp
Aktualisiert am 25. Juli 2026, 5:49 Uhr
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1 KommentareEine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hat Luftangriffe auf Ziele im Jemen geflogen, um einen Angriff auf ein Schiff im Roten Meer zu vergelten. Die Militärkoalition machte die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz verantwortlich für die Attacke auf das unter saudi-arabischer Flagge fahrende Schiff und warf ihr »maritimen Terrorismus« vor.
Die Luftangriffe in der jemenitischen Provinz Hudaida hätten auf Stellungen der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz gezielt. Von diesen Stellungen aus hätten die Huthis die kommerzielle Schifffahrt im Roten Meer gefährdet, schrieb Koalitionssprecher Turki al-Maliki auf der Plattform X. Die inzwischen abgeschlossene Militäraktion sei verhältnismäßig gewesen und habe die Einsatzziele erreicht. Der Hafen von Hudaida sei nicht angegriffen worden.
Der den Huthis nahestehende Fernsehsender Al-Masirah berichtete hingegen, saudische Angriffe hätten Einrichtungen der staatlichen Telekommunikationsgesellschaft in der Stadt Hudaida getroffen. Dem Sender zufolge griffen saudische Streitkräfte zudem die Insel Kamaran vor der jemenitischen Westküste an. Andere Berichte sprachen auch von Angriffen auf den Hafen. Der Huthi-nahe TV-Sender bezeichnete die Angriffe als »saudi-arabische Aggression«.
Die Huthi-Miliz drohte Saudi-Arabien mit Vergeltung. Die Angriffe würden »nicht ungestraft bleiben«, hieß es. Laut dem iranischen Sender Press TV folgten in der Nacht Gegenangriffe der Huthis in Saudi-Arabien. Demnach gab es unter anderem Explosionen in der Hafenstadt Yanbu. Auch die Küstenstadt Dschasan soll mit Raketen attackiert worden sein. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Auslöser war ein neuer Angriff auf ein Schiff
Zuvor war es im Roten Meer erneut zu einem Angriff auf ein unter saudi-arabischer Flagge fahrendes Schiff gekommen. Dabei sei der Rumpf der NCC Masa leicht beschädigt worden, berichtete die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle in der Verkehrsbehörde. Bislang hat sich niemand zu dem Angriff bekannt. Die Huthi-Miliz hatte aber bereits diese Woche mehrere saudi-arabische Öltanker im Roten Meer angegriffen.
Der Konflikt zwischen den Iran-nahen Huthis und dem benachbarten Königreich Saudi-Arabien spitzt sich seit Tagen weiter zu. Am Montag hatte die Miliz eine »Blockade« für saudi-arabische Schiffe angekündigt – rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit der Regionalmacht, mit der die Miliz im Jemen seit mehr als zehn Jahren Krieg führt. Für Saudi-Arabien gelte ab sofort ein »Verbot der Schifffahrt«, hieß es.
Krise in Straße von Hormus lenkt mehr Schiffsverkehr ins Rote Meer
Der Schiffsverkehr im Roten Meer hat seit der Sperrung der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus zugenommen. Saudi-Arabien leitete seine Ölexporte durch die Meerenge Bab al-Mandab vor der Westküste des Jemen um, die den südlichen Zugang zum Roten Meer bildet. Sie ist ein Nadelöhr für den globalen Schiffsverkehr und viele Öltanker.
Die Huthi-Miliz kontrolliert im Jemen vor allem den Norden und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Von dort aus können ihre Mitglieder mit ihren Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern auch Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angreifen.
US-Präsident Donald Trump hatte den Huthis und ihrem Verbündeten Iran bereits am Donnerstag mit Vergeltung gedroht, sollten erneut Schiffe von der Miliz angegriffen werden. »Sollten sie dies erneut tun, werden die USA den Iran zur Rechenschaft ziehen, da die Huthis als Stellvertreter des Iran agieren«, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Er kündigte »schwere militärische Strafen gegen den Iran und natürlich auch gegen die Huthis selbst« an.
Die schiitischen Huthi-Islamisten hatten den Jemen, ein armes Land auf der Arabischen Halbinsel, im Jahr 2014 unter ihre Kontrolle gebracht und in einen Bürgerkrieg gestürzt. Saudi-Arabien unterstützt in dem Bürgerkrieg die jemenitische Regierung, während die Huthis Hilfe des Iran bekommen. 2022 trat in dem Konflikt eine Waffenruhe in Kraft, kleinere Gefechte gibt es allerdings weiterhin.