Radikale Wende im TV-Programm: RTL verändert „Das Strafgericht“ mit KI – was kommt als Nächstes?
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RTL ersetzt Schauspieler durch KI: Gerichtsshows machen den Anfang – was kommt als Nächstes?
Stand: 12.09.2026, 19:38 Uhr
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In dieser Woche testete RTL eine KI‑Neuheit: Erstmals flimmerten durch künstliche Intelligenz veränderte Folgen über die TV-Bildschirme. Den Anfang machte „Das Strafgericht“.
Köln – Für viele gehören Gerichtsshows mittlerweile zur deutschen TV-Landschaft dazu, schließlich flimmern sie schon seit Jahrzehnten über die Bildschirme. Und der Nachschub dürfte zumindest RTL in nächster Zeit nicht ausgehen, der TV-Sender entwickelte aktuell nämlich erstmals komplett neue Folgen mithilfe modernster Technik. Doch dafür müssen keine neuen Schauspieler vor der Kamera stehen, stattdessen bedient sich die Produktion künstlicher Intelligenz (KI). RTL selbst spricht von einem „KI-Meilenstein für das deutsche Free-TV“.

Für viele ist künstliche Intelligenz fester Bestandteil des Alltags, doch dass nun auch TV-Sendungen mithilfe der KI weiterentwickelt werden, ist zumindest in Deutschland neu. Wie RTL in einer Mitteilung am 3. September verkündet hatte, sollte sich das für gleich fünf Tage hintereinander ändern. Denn gemeinsam mit Constantin Entertainment brachte RTL Deutschland in dieser Woche „KI on Air“. Eine sehr beliebte Gerichtssendung machte hierbei den Anfang.
An fünf Nachmittagen flimmerte KI-Neuheit über die deutschen TV-Bildschirme
Konkret startete das Vorhaben am 7. September. Wie der TV-Sender in der Mitteilung zuvor angekündigt hatte, flimmerten in dieser Woche insgesamt fünf neue Folgen von „Ulrich Wetzel – Das Strafgericht“ über die TV-Bildschirme. Doch für diese fünf neuen Folgen standen keine neuen Schauspieler vor der Kamera. Stattdessen wurden bestehende Geschichten „mithilfe von KI dramaturgisch weiterentwickelt“. Heißt konkret: Aus bereits bestehenden Episoden wurden mithilfe künstlicher Intelligenz neue Geschichten entwickelt.
In der Mitteilung erklärte RTL dies anhand konkreter Beispiele: Spielte im Original eine Schauspielerin etwa eine freigesprochene Angeklagte, wird in der neuen Episode aus der Rolle beispielsweise eine verurteilte Täterin. Aus einem Mutter-Sohn-Gespann könne ein Geschwisterverhältnis werden oder ein durch das Gericht erlassenes Urteil werde verändert. „Jede Folge wurde redaktionell verantwortet und juristisch geprüft“, versichert RTL in der Mitteilung. Die fünf in dieser Woche ausgestrahlten Folgen seien ein konkreter Praxistest.
Gegenüber Bild erklärte ein RTL-Sprecher jedoch: „Wir können uns sehr gut vorstellen, weitere Innovationsprojekte dieser Art zu testen.“ Ganz anders sieht es da bei anderen TV-Sendern aus. Wie sich die Boulevardzeitung von einem Sat.1-Sprecher bestätigen ließ, sind KI-Produktionen von Richterin Barbara Salesch oder Richter Alexander Hold, der schon bald auf die Bildschirme zurückkehrt, nicht vorgesehen: „In unseren Eigenproduktionen spielen Schauspieler. Aber natürlich setzen wir für Special Effects und in der Postproduktion künstliche Intelligenz ein.“ Und auch bei ZDF und ARD seien laut des Berichts aktuell keine vergleichbaren Produktionen geplant, wie die jeweiligen Sender bestätigen.
Auf Nachfrage von DWDL.de äußert sich ein RTL-Sendersprecher deutlich zurückhaltender zum aktuellen KI-Experiment. So seien die aktuell ausgestrahlten Folgen „in erster Linie ein Praxistest und kein Vorgriff auf ein fest definiertes zukünftiges Produktionsmodell“.
Künstliche Intelligenz spielt in der aktuellen Zeit eine immer größere Rolle, doch erst kürzlich warnten Forscher der Universität Cambridge vor einer gefährlichen intellektuellen Vereinheitlichung durch KI. Quellen: RTL, Bild, DWDL (jl)