Rumänien: Atomkraftwerk Cernavoda steht vor der Zwangsabschaltung - Golem.de
Das rumänische Atomkraftwerk Cernavoda muss binnen weniger Tage abgeschaltet werden. Die Folgen: weniger Strom und steigende Energiepreise. Block 1 des Kernkraftwerks Cernavoda Bild: Bogdan/Wikipedia...
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Das rumänische Atomkraftwerk Cernavoda muss binnen weniger Tage abgeschaltet werden. Die Folgen: weniger Strom und steigende Energiepreise.
Das rumänische Atomkraftwerk Cernavoda(öffnet im neuen Fenster) bereitet sich auf eine Zwangsabschaltung vor. Der Auslöser ist ein extrem niedriger Wasserstand der Donau. Nach Angaben der rumänischen Wasserbehörde steht die Abschaltung kurz bevor(öffnet im neuen Fenster). Sie wird nur noch wenige Tage benötigen.
Der stellvertretende Generaldirektor Sorin Rândazu nannte die Maßnahme unausweichlich. Der Wasserfluss habe sich in den vergangenen Stunden weiter um sechs Zentimeter verringert. Aktuell durchflössen nur noch etwa 1.370 Kubikmeter pro Sekunde den Fluss. Einen niedrigeren Wert habe er noch nie erlebt.
Selbst Ausbaggerungen bringen nichts
Hinzu kommt, dass flussaufwärts kein zusätzliches Wasser nachströmt. Nur ein Bruchteil des verfügbaren Wassers erreicht das Kraftwerk überhaupt. Sobald der Wert unter 45 Kubikmeter pro Sekunde fällt, wird ein Betrieb unmöglich.
Die eigentliche Abschaltung dürfte mindestens zwei Wochen dauern. Selbst massive Ausbaggerungsarbeiten am Donaustrom könnten daran nichts mehr ändern. Bereits in den vergangenen sieben Tagen wurden 100.000 Kubikmeter Material aus dem Flussbett entfernt worden.
Laut Rândazu könnte das Kraftwerk eventuell binnen zwei bis drei Tagen wieder in Betrieb gehen. Angesichts der prognostizierten Wasserstände sehe er derzeit jedoch keine realistische Perspektive. Zuletzt wurde ein Fels gesprengt, ohne dass die Betriebsfähigkeit des AKWs dauerhaft gesichert wurde. Weitere vorgesehene Ausbaggerungen benötigen erhebliche Zeit.
Auch das ungarische Atomkraftwerk Paks, das ebenfalls mit Donauwasser kühlt, ist von Niedrigwasser betroffen. Die Wetterprognosen für die kommenden sieben Tage deuten keine Besserung an.
Zwei Energieträger gleichzeitig ausgefallen
In Rumänien wurde bereits einer der beiden Reaktoren in Cernavoda heruntergefahren. Zugleich wird weniger Wasserkraft erzeugt. Die Kombination aus Niedrigwasser und Dürre trifft also gleich zwei Energieerzeuger in der Region. Sowohl Rumänien als auch Ungarn sind von der Donau als Kühlwasserquelle abhängig.
Die anhaltende Dürre, die auch Österreich betrifft, verschärft die Lage für alle Anrainerstaaten. Die europäischen Energiepreise dürften weiteren Druck erhalten.