Saarbrücken: Standort für KI-Sicherheitsinstitut – was das Land für eine Ansiedlung unternommen hat

SZ-Informationen zufolge soll das nationale KI-Sicherheitsinstitut in Berlin angesiedelt werden. Im Saarland wurde derweil zuletzt um die Frage gestritten, ob man ausreichend trommelt für den Standort Saarbrücken. Die Landesregierung verwahrt sich gegen entsprechende Vorwürfe der Opposition.

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Saarbrücken: Standort für KI-Sicherheitsinstitut – was das Land für eine Ansiedlung unternommen hat

Saarbrücken Standort für KI-Sicherheitsinstitut – was das Land für eine Ansiedlung unternommen hat

Update | Saarbrücken · SZ-Informationen zufolge soll das nationale KI-Sicherheitsinstitut in Berlin angesiedelt werden. Im Saarland wurde derweil zuletzt um die Frage gestritten, ob man ausreichend trommelt für den Standort Saarbrücken. Die Landesregierung verwahrt sich gegen entsprechende Vorwürfe der Opposition.

24.08.2026 , 18:55 Uhr

 Angesichts der Risiken modernster KI-Modelle hält die Bundesregierung es für dringend geboten, in Deutschland ein eigenes KI-Sicherheitsinstitut aufzubauen.

Angesichts der Risiken modernster KI-Modelle hält die Bundesregierung es für dringend geboten, in Deutschland ein eigenes KI-Sicherheitsinstitut aufzubauen.

Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Sebastian Gollnow

Erst hieß es, bis Ende dieser Woche entscheide sich, wo das von der Bundesregierung geplante KI-Sicherheitsinstitut angesiedelt wird – ob in München, Berlin oder Saarbrücken. Am Montagnachmittag sickerte dann durch, dass Berlin mutmaßlich den Zuschlag erhalten soll. Bis Montagabend gab es dafür weder seitens der Bundesregierung noch aus der saarländischen Staatskanzlei eine offizielle Bestätigung.

Im Saarland ging zuletzt der Dissens um die politische Bewertung des bisherigen Werbens für Saarbrücken in eine neue Runde. Erst vor wenigen Tagen hatte der CDU-Abgeordnete Timo Gros kritisiert, dass das Land anders als die bayerische Staatsregierung, die „mit voller Kraft“ für München als Standort werbe, zu zurückhaltend agiere. Sprich weder hör- noch sichtbar. Ganz ähnlich äußerte sich Tage später die saarländische Grünen-Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete Jeanne Dillschneider.

Landesregierung widerspricht CDU und Grünen

Dem widerspricht die Staatskanzlei. Seit Monaten werbe die Landesregierung auf politischer und fachlicher Ebene in vertraulichen Gesprächen mit der Bundesregierung für Saarbrücken als Standort, so Regierungssprecher Julian Lange. In mehreren offiziellen Schreiben habe man betont, dass Saarbrücken durch die hier vorhandene KI-Expertise und Außenstellen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik und der Bundesnetzagentur „über einzigartige Standortvorteile“ verfüge.

Noch im Juni, kurz nach Bekanntgabe der Pläne für ein nationales KI-Institut, schrieb SPD-Digitalminister Jürgen Barke seinem Kollegen Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales, „dass das Saarland als international etablierter Informatik-Forschungsstandort ein hohes Mitwirkungsinteresse an der Weiterentwicklung des institutionellen Rahmens für eine hinreichende ‚AI Safety & Security‘ in Deutschland hat“.

Rehlingers jüngstes Angebot

Anfang August konkretisierte die Ministerpräsidentin in einem weiteren, diesmal neben Wildberger auch an Innenminister Alexander Dobrindt adressierten Schreiben das saarländische „Mitwirkungsinteresse“. Anke Rehlinger (SPD) erklärte darin, man stehe bereit, „die Immobilienkosten der ersten zwei Betriebsjahre eines KI-Sicherheitsinstituts in Saarbrücken vollständig zu tragen“. Rehlinger zeigte sich in dem Schreiben zuversichtlich, „dass wir eine Lösung finden würden, die die Sicherheitsanforderungen des Bundes vollständig erfüllt und innerhalb weniger Wochen (noch im September) einen operationellen Start ermöglicht“. Womöglich im Sinn hatte Rehlinger den infolge des mittelfristigen Cispa-Umzugs nach St. Ingbert leerstehenden Cispa-Erweiterungsbau an der Uni.

Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) bot dem Bund in einem Brief an Wildberger zuletzt Ähnliches an. Mehring schrieb, bei dem neuen KI-Sicherheitsinstitut gehe es dem Bund auch darum, Zugang zu sehr leistungsfähigen KI-Modellen zu haben und folgerte: „Bei uns in München bekommt das Institut dieses Netzwerk vom ersten Tag an frei Haus.“

Schreiben von fünf Saarbrücker Professoren

Derweil haben sich auch mehrere führende Saarbrücker Forscher in einem Brief an Dobrindt und Wildberger Mitte August nachhaltig für Saarbrücken als Sitz des neuen KI-Instituts eingesetzt. „Die Gefahrenabwehr von aktuellen und zukünftigen KI-Risiken sowie die Erforschung und Gewährleistung von Sicherheit, Transparenz und Verlässlichkeit moderner KI-Systeme ist eine der zentralen Aufgaben unserer Zeit“, heißt es in dem Brief.

Saarbrücken biete „ein weltweit anerkanntes und konkurrenzfähiges Ökosystem, welches in Deutschland und Europa eine Führungsposition einnimmt“, folgern die fünf Unterzeichner Prof. Jan Reineke (Fachrichtung Informatik der Universität des Saarlandes), Prof. Jilles Vreeken (Cispa, Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit), Prof. Antonio Krüger (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, DFKI), Prof. Bernd Schiele (Max-Planck-Institut für Informatik, MPI-INF), Prof. Peter Druschel (Max-Planck-Institut für Softwaresysteme, MPI-SWS). Bemerkenswert am Rande: Dass für das Cispa jemand anders als Michael Backes in einem solchen Schreiben zeichnet, wäre vor wenigen Monaten noch undenkbar gewesen.

Die europäische Facette

Für Saarbrücken spreche auch, dass sich Fragen der KI-Sicherheit und KI-Regulierung nur im europäischen Verbund lösen ließen, schreibt das Quintett und erinnert in seinem Ministerschreiben unter anderem an das vom Saarbrücker DFKI und seinem französischen Pendant INRIA erst jüngst angekündigte binationale deutsch-französische Forschungszentrum für KI. (lck/sve)

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