Sachsen-Anhalt: So traurig war die Wahlparty der CDU
KI-Stimme. Info„Palim Palim“, Didi Hallervorden, der Komiker, der schon mit Wahlkämpfer und Ministerpräsident Sven Schulze auf Wahlkampftour gegangen war, ist auch zur Wahlparty der Christdemokraten gekommen. A...
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KI-Stimme. Info
„Palim Palim“, Didi Hallervorden, der Komiker, der schon mit Wahlkämpfer und Ministerpräsident Sven Schulze auf Wahlkampftour gegangen war, ist auch zur Wahlparty der Christdemokraten gekommen. Am Sonntagabend steht Hallervorden, gebürtiger Sachsen-Anhalter, in der ersten Reihe in einem Saal des Magdeburger Maritim-Hotels, wartet gebannt auf die Prognose, die kurz nach 18 Uhr auf dem Fernsehbildschirm zu sehen sein soll. Und schlagartig, ändert sich bei Hallervordern, der in den 1970er-Jahren mit auch mit der Fernsehserie Nonstop Nonsens bekannt wurde, die Laune.
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Zunächst hat Hallervorden noch seine Fäuste geballt, dann lässt er die Arme fallen, seine Mundwinkel ziehen sich nach unten. Angesichts der Zahlen, die da für die CDU prognostiziert werden, dürfte das niemanden verwundern. Aber die entglittene Mundpartie des Komikers steht sinnbildlich für eine Wahlparty, die zu Ende ist, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Nachdem die Prognose deutlich unter den vorherigen Umfragewerten liegt, ist nicht nur Hallervorden enttäuscht. Auch vielen Gästen der CDU-Party steht eher Entgeisterung ins Gesicht geschrieben. So schlimm hatte man es dann doch nicht erwartet.
CDU sucht Erklärungen für Wahlniederlage und AfD-Erfolg
Es wirkt so, als brauche die CDU-Anhängerschaft eine Weile, um das Ergebnis – also das eigene schlechte Abschneiden, aber auch den deutlichen Vorsprung der AfD – zu verdauen. Erst nach einiger Zeit setzt im Saal wieder Gemurmel ein. Danach beginnen erste Versuche der Aufarbeitung und Erklärung. Zum Beispiel: Es lag an der Regierung im Bund. „95 Prozent der Themen an den Wahlständen waren Berliner Themen“, sagt ein CDU-Politiker, der Mitglied der Landesregierung ist, dieser Redaktion. Nachdem erste Rücktrittforderungen an Sven Schulze schon herangetragen wurden, legt er nach: „Das Letzte, was wir jetzt brauchen, sind Personaldiskussionen. An Sven Schulze hat es nicht gelegen“. So geht das den Abend über weiter.

Ein Teil des Buffets bei der CDU-Wahlparty: Nur kleine Schnitzel.© Dominik Bath | Dominik Bath
Wenig tröstlich kommt auf der CDU-Wahlparty die Verpflegung her. Vom Buffet gab es unter anderem Gulasch- oder Kürbissuppe, Kartoffelsalat mit Bulette, kleine Schnitzel mit Frischkäse und Beeren, Antipasti sowie Käsekuchen oder Schokoladenmousse. Wer seinen Wertbon aufgebraucht hatte, musste die Getränke selber zahlen. Das kleine Bier kostet an der Hotelbar 4,20 Euro. Da findet auch Didi Hallervorden das Lachen nicht wieder, der nach einigen Interviews dann das Weite sucht.
Schulze zieht sich zu Beratungen mit CDU und Vorstand zurück
Unterdessen gibt der CDU-Bundestagsabgeordnete und mehr als zwei Meter große Sepp Müller ein TV-Interview. Er zählt Schulze an. Dieser habe jetzt – natürlich – nicht den Regierungsauftrag, sondern die AfD. Und Schulze bleibe „geschäftsführend“ im Amt. Was nicht stimmt, denn Schulze ist bis zur Bildung einer neuen Landesregierung weiterhin gewählter Ministerpräsident.
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Schulze selbst bekommt davon nichts mit. Erst gegen 21 Uhr betritt er das Maritim-Hotel. Um einen Tisch gesellen sich der Landtagsabgeordnete Siegfried Borgwardt und CDU-Innenministerin Tamara Zieschang um Schulze herum. Dann verschwindet der Mann, der Ministerpräsident bleiben will, in ein Besprechungszimmer. Es gibt dann wohl eine Schalte mit dem Landesvorstand. Schulze kommt erst nach einer guten Dreiviertelstunde wieder heraus, findet nur noch wenige Worte. Er werde einen „Verfahrensvorschlag machen“. Zu was genau, dazu schweigt er zunächst. Schulze geht. Der Saal ist zu dem Zeitpunkt schon leer.
SPD spendet Trost, während CDU-Mitglieder früher den Abend verlassen
Einige Gäste treffen sich noch an der Bar in der Lobby. Kurz nach 23 Uhr kommen dann auch noch einige SPD-Politiker vorbei, darunter Spitzenkandidat und Wissenschaftsminister Armin Willingmann. „Wir kommen, um zu trösten“, scherzt ein Sozialdemokrat. Viele CDU-Mitglieder haben da längst lieber das Weite gesucht.