SC Riessersee: Defensivstark und plötzlich Tabellenführer
StartseiteSportEishockeySC RiesserseeStand: 20.09.2026, 22:31 UhrKommentareUns auf Google folgenDer Matchwinner: Am Freitag war Max Spöttel gegen Passau der Wegbereiter mit dem 1:0, am Sonntag in Füssen schoss ...
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Stand: 20.09.2026, 22:31 Uhr
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Der SC Riessersee macht einen verwandelten Eindruck. In Füssen gewinnt er die Abwehrschlacht und thront nach dem Auftaktwochenende an der Tabellenspitze.
Nur kurz huscht Leif Carlsson bei der Pressekonferenz ein Grinsen übers Gesicht. Der Coach des SC Riessersee ist ein ruhiger Zeitgenosse. Keiner, der seine Emotionen offenkundig nach außen trägt. Keiner, der sich von einem Sechs-Punkte-Wochenende zum Saisonauftakt blenden lässt. Und sicherlich auch nicht davon, dass der SCR nach zwei Partien die Tabelle der Eishockey-Oberliga Süd anführt. Er weiß, die schweren Brocken kommen erst noch. Natürlich freue er sich über den gelungenen Start mit dem 4:2 am Freitag daheim gegen Passau und dem 2:0 am Sonntag in Füssen. Ein Satz später aber stellt er schon die Weichen für die Zukunft: „Wir müssen auf dem Boden bleiben und weiter kleine Schritte gehen.“
Schwach in der Vorbereitung, stark zum Saisonstart
Eine Philosophie, die er seit Beginn seiner Zeit in Garmisch-Partenkirchen beherzigt und an die Mannschaft weitergibt. Die Erkenntnisse nach den ersten beiden Partien: Das Team scheint ihn zu verstehen. 224 Gegentreffer hatte der SCR vergangene Saison in der Hauptrunde kassiert – 4,31 pro Partie. Natürlich viel zu viel. Natürlich richtete Carlsson seinen Fokus von Tag eins an auf diese Großbaustelle. In der Vorbereitung war davon noch nicht viel zu sehen – sieben Partien, 27-mal mussten die Goalies hinter sich greifen. Doch jetzt, da es drauf ankommt, steht die Defensive.
SCR-Goalie Max Bolle feiert Shutout
In Passau kam sie zeitweise noch ins Schwitzen, der Sieg war vor allem dem fulminanten ersten Abschnitt (3:0) geschuldet. In Füssen aber hielt das Bollwerk über die gesamten 60 Minuten. Goalie Max Bolle feierte seinen ersten Shutout im SCR-Dress. Er lieferte auch wie schon gegen Passau eine tadellose Performance ab. In Füssen kam hinzu, dass es ihm seine Vorderleute gleichtaten. Tobias Echtler und Co. liefen alles ab, räumten auf, bevor es brenzlig wurde, blieben standhaft in den Zweikämpfen. Im Eishockey ist nie alles zu verteidigen, doch im Altmeisterduell kamen die Weiß-Blauen nah dran. 30 Füssener Schüsse auf Bolles Tor sind in der Statistik vermerkt, gefährlich war davon maximal eine Handvoll. Die von Carlsson angesprochenen „kleinen Schritte“ sind im Vergleich zum Duell vor rund zwei Wochen (2:3-Pleite des SCR in Füssen) bestens erkennbar gewesen.
Offensive harmlos in Füssen
Problem nur: Auf der Gegenseite sah es ähnlich aus. Die Weiß-Blauen taten sich schwer, Chancen zu kreieren, EVF-Goalie Benedikt Hötzinger vor ernsthafte Probleme zu stellen. Auch Parker Colley, dem Topscorer der Vorsaison, der am Freitag hatte zuschauen müssen und dieses Mal den Vorzug vor dem angeschlagenen Johan Porsberger erhalten hatte, fehlte es an Durchschlagskraft. Lange wurde es nur dann gefährlich, wenn die Gastgeber auch als Vorlagengeber per Fehlpässen mithalfen. Entsprechend sprach Carlsson von einem „50/50-Spiel“ und davon, dass „der Offensive bisher noch etwas fehlt“.
Max Spöttel macht in Überzahl den Unterschied
Den Unterschied an diesem Abend machte die Effizienz im Powerplay – und auf Riesserseer Seite ein Mann: Max Spöttel. Während Füssen auch eine fünfminütige Überzahl – Spencer Berry hatte sich eine unnötige Spieldauerstrafe wegen Bandenchecks eingehandelt – ergebnislos verstreichen ließ, nutzte der SCR gleich zwei Gelegenheiten. In Minute 36 schaltete Spöttel nach Schuss von Echtler und Abfälscher von Nico Geidl am schnellsten. Als der EVF sich dann auch noch kurz vor Schluss eine weitere Strafe leistete, und in Unterzahl das Spiel machen musste, nutzte Robin Soudek den ihm sich bietenden Platz für einen perfekten Querpass auf Spöttel. Das 0:2, die Entscheidung, der nächste kleine Schritt des SCR.