Warum wegwerfen? Wuppertal will den Reparatur-Weltrekord

Reparieren ist zwar nicht immer wirtschaftlich, erfreut sich aber immer größerer Beliebtheit. Fachhandel und Reparaturinitiativen greifen immer mehr ineinander. Das freut Stephan Schaller aus Wuppertal enorm. D...

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Warum wegwerfen? Wuppertal will den Reparatur-Weltrekord

Reparieren ist zwar nicht immer wirtschaftlich, erfreut sich aber immer größerer Beliebtheit. Fachhandel und Reparaturinitiativen greifen immer mehr ineinander. Das freut Stephan Schaller aus Wuppertal enorm. Denn: er ist federführend beim Rekordversuch. Er setzt sich auch beruflich für Nachhaltigkeit ein.

"Reparatur ist nicht nur gut für Dinge, sondern auch für Menschen" Stephan Schaller

"Reparatur ist was, was wahnsinnig viel mit Selbstwirksamkeit, auch mit persönlicher Autonomie, mit Fähigkeiten, mit Neugier zu tun hat.", sagt Schaller.

"Es geht aber auch tatsächlich um was, was unsere Eltern-, Großelterngenerationen vor gut 30, 40, 50 Jahren noch sehr gut konnten und sehr häufiger gemacht haben, auch weil es sich wirtschaftlich noch viel besser gerechnet hat als heute." Stephan Schaller

Aktuell sind die Dinge sind so billig, dass Reparieren für viele völlig irrsinnig erscheint. Lieber schnell neu kaufen. Vor allem die junge Generation bis 30 betrifft das, meint Stephan Schaller: "Die sind mit Amazon, Shein, Temu aufgewachsen. Alles war günstig, alles war verfügbar. Die Qualität der Produkte hat aber auch deutlich abgenommen in dem Zeitraum. Also wie können wir Qualität wieder pushen?"

Reparieren sei eigentlich ein ganz toller Hebel und Weg, auch über die Qualität und über die Wertschätzung von Produkten und Ressourcen nachzudenken. Und das spüre mal vor allem, wenn man in Reparaturinitiativen unterwegs ist.

Teures oder billiges Fahrrad kaufen?

In NRW gibt es schätzungsweise gut 400 Reparaturinitiativen und es werden täglich mehr. Das heißt, nicht nur eine pro Stadt, sondern sogar in vielen Quartieren findet sich das schon. "Alleine in Wuppertal, kann ich berichten, haben wir mindestens 15 Initiativen. Und sicherlich gibt es da auch noch so ein paar Leute, die sich einfach privat treffen und das noch gar nicht irgendwie groß kommuniziert haben."

"Kinder sind auch mit alten Fahrrädern glücklich, wenn sie eine gute Qualität haben."

Stephan Schaller begegnen immer wieder schöne Geschichten: "Da hat man den 12-Jährigen, der mit seinem abgerockten Mountainbike kommt, davon berichtet, dass er sozusagen das 4. Kind ist, was diese Fahrrad nutzt. Und er ist eigentlich einigermaßen verzweifelt und denkt eigentlich, er möchte lieber was Neues haben. Und nach ungefähr 2 Stunden verlässt er sehr breit grinsend das Reparaturcafé und liebt sein Fahrrad wieder."

Jetzt im Oktober will ganz NRW den Rekord knacken - zusammen in vielen Aktionen und Initiativen. In Wuppertal gehts am 1. Oktober los - mit einem großen Aktionstag auf dem Laurentius-Platz. Wer etwas repariert oder reparieren lässt, sollte es einfach online melden, um für den Rekord gezählt zu werden. Das große Finale steigt in Wuppertal dann am 31. Oktober.