Labinot Bajrami: Ex-FCZ-Stürmer spricht über die «Regenschirm-Affäre»

Publiziert29. August 2026, 20:15Labinot BajramiSchirm-Skandal beim FCZ: «Es gehört zu meiner Geschichte»Labinot Bajrami (21) spricht über den Regenschirm-Skandal beim FC Zürich. Sein Wechsel in die Niederlande ...

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Labinot Bajrami: Ex-FCZ-Stürmer spricht über die «Regenschirm-Affäre»

Publiziert29. August 2026, 20:15

Labinot BajramiSchirm-Skandal beim FCZ: «Es gehört zu meiner Geschichte»

Labinot Bajrami (21) spricht über den Regenschirm-Skandal beim FC Zürich. Sein Wechsel in die Niederlande habe damit nichts zu tun – in Helmond fühlt er sich wohl.

Robin Carrel

FCZ-Coach Ricardo Moniz muss beruhigt werden, nachdem ihm Bajramis Vater einen Regenschirm nachgeworfen hat.SRF

Darum gehts

  • Labinot Bajrami (21), einst beim FC Zürich, spielt für Helmond Sport in der 2. niederländischen Liga.
  • Der Stürmer verliess die Schweiz nach der «Regenschirm-Affäre», bei der sein Vater Ricardo Moniz einen Schirm nachwarf.
  • Bajrami betont im Gespräch mit 20 Minuten, sein Wechsel sei allein aus Karrieregründen erfolgt.

«Nein, mein Wechsel in die Niederlande hatte nichts mit der ‹Affäre› zu tun. Ich lasse mich von solchen Dingen nicht beeinflussen. Und ich stehe ohnehin zu dem, was passiert ist», sagt Labinot Bajrami zu 20 Minuten. Der junge Schweizer kickt in der zweiten niederländischen Liga und steht bei Helmond Sport unter Vertrag.

«Es gehört zu meiner Geschichte, und ich muss nicht davor weglaufen. Einige Leute hier wissen auch davon. Ich bin nicht hierhergekommen, um irgendetwas hinter mir zu lassen», so Bajrami weiter. «Ich dachte einfach, dass dies der beste Schritt für meine Karriere wäre, damit ich mich als Spieler weiterentwickeln kann. Das ist der einzige Grund für meine Entscheidung.»

Labinot Bajrami wurde hart bestraft

Die betreffende «Affäre» liegt etwas mehr als zwei Jahre zurück. In einem Cupspiel des FC Zürich gegen Zug 94 (0:2) wurde Bajrami in der 62. Minute eingewechselt und rund 20 Minuten später von seinem Trainer Ricardo Moniz wieder ausgewechselt.

Labinot Bajrami steht bei Helmond Sport unter Vertrag und kickt in der zweiten niederländischen Liga.

Labinot Bajrami steht bei Helmond Sport unter Vertrag und kickt in der zweiten niederländischen Liga.IMAGO/Pro Shots

Der FCZ erklärte damals, der Spieler habe auf eine taktische Anweisung vulgär reagiert. Bei dieser Auswechslung näherte sich sein wütender Vater der Bank und warf einen Regenschirm in Richtung Moniz. Das Wurfgeschoss verfehlte ihn nur knapp, die Partie wurde kurz unterbrochen. Der Stürmer wurde danach zu den U21 zurückgestuft und gebüsst. Sein Vater erhielt ein Stadionverbot.

Happy in den Niederlanden

Als Bajrami am Freitagabend nach seiner Einwechslung eine Viertelstunde vor Schluss gegen die Reserve von Ajax Amsterdam (2:3) vom Helmond-Pressechef erfuhr, dass ein Medium auf ihn wartete, wirkte er nicht besonders glücklich. Nach einer Niederlage verständlich.

Im Anschluss an die «Regenschirm-Affäre» verliess der frühere Schweizer U21-Internationale nach einer Leihe bei Winterthur das Land, um sein Glück in den Niederlanden zu versuchen.

Im Anschluss an die «Regenschirm-Affäre» verliess der frühere Schweizer U21-Internationale nach einer Leihe bei Winterthur das Land, um sein Glück in den Niederlanden zu versuchen.IMAGO/Orange Pictures

Doch als er erfuhr, dass der Journalist aus der Schweiz angereist war, zeigte er ein breites Lächeln. Selbst die Feststellung, dass der Reporter aus der Romandie kam, konnte ihm die Freude nicht nehmen. Der Zürcher Stürmer spricht nämlich sehr gut Französisch.

Junge Spieler im Fokus

Im Anschluss an die «Regenschirm-Affäre» verliess der frühere Schweizer U21-Internationale nach einer Leihe bei Winterthur das Land, um sein Glück in den Niederlanden zu versuchen.

In Helmond im Süden des Landes unterschrieb er für drei Jahre. «Ich habe das Gefühl, dass dies ein sehr guter Ort ist, um Fortschritte zu machen. Hier setzt man stark auf junge Spieler», sagte er 20 Minuten.

Jetzt ist er glücklich: «Zwischen hier und der Schweiz gibt es einen grossen Unterschied, aber ich habe mich von Beginn an sehr gut integriert.»

Jetzt ist er glücklich: «Zwischen hier und der Schweiz gibt es einen grossen Unterschied, aber ich habe mich von Beginn an sehr gut integriert.»IMAGO/Orange Pictures

«In dieser Liga gibt es enorm viele vielversprechende Talente. Fast jedes Team gibt ihnen eine Chance. In den Niederlanden setzen alle Clubs, selbst in der ersten Liga, auf die Ausbildung», sagt der 21-Jährige.

Es gebe viele sehr junge Spieler aus zahlreichen Ländern und unterschiedlichen Kulturen. «In meinem Team bei Helmond Sport sprechen auch viele Französisch, deshalb kann ich mich gut mit ihnen verständigen. Die Stimmung ist sehr gut.»

«Hier habe ich gute, sehr herzliche Menschen gefunden»

Genau das suchte er auch. Vergangene Saison absolvierte er mit 35 Partien und acht Toren eine vollständige Spielzeit, auch wenn er seit Beginn der neuen Saison noch auf seinen ersten Treffer wartet. «Zwischen hier und der Schweiz gibt es einen grossen Unterschied, aber ich habe mich von Beginn an sehr gut integriert», erklärte er.

«Hier habe ich gute, sehr herzliche Menschen gefunden, und das hinterlässt sofort einen sehr guten Eindruck. Ausserdem beginne ich, Niederländisch gut zu verstehen», erzählt er zufrieden. «Vielleicht könnte ich es schon sprechen, aber ich traue mich noch nicht. Dafür verstehe ich ungefähr alles. Es ist ein bisschen eine Mischung aus Deutsch und Englisch…»

Robin Carrel

Robin Carrel (rca) ist Journalist und Leiter der Sportredaktion bei 20 minutes, wo er seit 2011 tätig ist. Er arbeitet ausserdem für lematin.ch.

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