Schweizer Staffel kämpft sich zu Rang 8: Erschöpfung pur im TV-Interview
Publiziert17. August 2026, 08:37SRF-Kälin«Schlechtes Gewissen, TV zu machen, wenn die fast kollabieren»Skurrile Szenen live im TV: Die 4x400-Meter-Staffelläufer erscheinen so ausgepumpt zum SRF-Interview, dass ...
- 3 min read
Publiziert17. August 2026, 08:37
SRF-Kälin«Schlechtes Gewissen, TV zu machen, wenn die fast kollabieren»
Skurrile Szenen live im TV: Die 4x400-Meter-Staffelläufer erscheinen so ausgepumpt zum SRF-Interview, dass es auch Moderator Paddy Kälin nicht ganz recht ist.

Darum gehts
- Die Schweizer 4x400-Meter-Männerstaffel belegt an der EM den achten Rang mit einer Zeit von 3:02,78 Minuten.
- Die Athleten erscheinen danach völlig erschöpft zum SRF-Interview – und erholen sich sichtbar entkräftet im Hintergrund.
- Moderator Paddy Kälin (50) gesteht: «Ich habe fast ein wenig ein schlechtes Gewissen, da Fernsehprogramm zu machen, währenddessen sie hinten fast kollabieren.»
Komplett erschöpft erscheint die Schweizer 4x400-Meter-Männerstaffel nach ihrem achten Rang am Sonntagabend zum Interview bei SRF. «Unser Ziel war es, den Tank komplett zu leeren und volles Risiko zu nehmen. Ich kann für mich sagen, dass ich schon lange nicht mehr derart gestorben bin auf den letzten Metern», meint Startläufer Dany Brand. «Ich gab alles und brachte zum Schluss nichts mehr raus. Wir können stolz sein auf unsere Performance», so der 30-Jährige.
Kurios: Als SRF-Moderator Paddy Kälin und Experte Viktor Röthlin nach dem Interview mit den Staffelläufern zur Analyse ansetzen, stehen die vier Schweizer Athleten immer noch entkräftet daneben, um sich von den Strapazen zu erholen.
Kälin und Röthlin mit denkwürdigem Moment
«Du kennst solche Momente, wenn man kaum noch stehen kann, gell?», beginnt Kälin die Konversation mit Röthlin. «Ja, aber anders. Ich bin froh, hatte ich nie so hohe Laktatwerte erlebt, wie die vier Jungs jetzt. Das ist brutal für den Körper. Die Säure muss raus, das ist kein schönes Bild, aber halt auch Spitzensport», hält der frühere Marathon-Läufer fest.

Titel geht nach Italien
Kälin moderiert die skurrilen Szenen routiniert weg. Ein wenig sprachlos macht ihn das Ganze aber schon. «Es ist irgendwie speziell. Ich habe fast ein wenig ein schlechtes Gewissen, da Fernsehprogramm zu machen, währenddessen sie hinten fast kollabieren», so der 50-Jährige.
In der letzten Entscheidung der EM verpasste die Schweizer Staffel die Medaille klar. Über 4x400 Meter landeten Dany Brand, Lionel Spitz, Ricky Petrucciani und Haydn Brotschi mit der Zeit von 3:02,78 auf dem achten Rang. Der EM-Titel ging nach Italien (2:59,16 min), das gegenüber den Briten (2:59,19 min) ganz knapp die Oberhand behielt. Dahinter schnappten sich die Niederländer Bronze (2:59,49 min).
Wann hast du dich zuletzt so richtig körperlich ausgepowert?
Regelmässig beim Sport, das gehört dazu.
Manchmal, wenn ich mich im Alltag besonders anstrenge.
Selten, ich vermeide extreme Anstrengung.
Ich kann mich nicht erinnern, das ist schon lange her.
Ich power mich lieber mental als körperlich aus.
Ich mag es nicht, mich komplett zu verausgaben.

Florian Gnägi (flo) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten im Ressort Sport. Seine grösste Expertise hat er auf den Themengebieten Fussball und Tennis.
Deine Meinung zählt