Schon mehr Fälle als 2025: Gefährliches Virus breitet sich aus – auch in Niedersachsen ist es zu finden

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Schon mehr Fälle als 2025: Gefährliches Virus breitet sich aus – auch in Niedersachsen ist es zu finden

Stand: 29.09.2026, 21:00 Uhr

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Fast 1.600 West-Nil-Fälle in Europa registriert

Das West-Nil-Virus, hier unter dem Elektronenmikroskop, kann auch beim Menschen Schaden anrichten. (Archivbild) © Cynthia Goldsmith/CENTERS FOR DISEASE CONTROL/EPA/dpa

Das West-Nil-Virus ist in Europa auf dem Vormarsch. In diesem Jahr wurden bereits mehr Fälle als 2025 gemeldet. Auch im Norden besteht Ansteckungsgefahr.

Sie sind für das menschliche Auge unsichtbar und richten dennoch großen Schaden an. Viren zählen zu den häufigsten Krankheitserregern bei Menschen. Durch den Klimawandel gelangen auch immer mehr Viren aus anderen Regionen dieser Welt nach Europa. Eines von ihnen ist das West-Nil-Virus. Seit dem Frühjahr 2026 gab es in Europa laut aktuellen Zahlen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) mehr als 1500 Infektionen mit dem Virus. Auch in Niedersachsen ist es zu finden.

West-Nil-Virus breitet sich in Europa aus – Urlaubsländer besonders betroffen

Laut den Zahlen des ECDC mit Stand vom 23. September gab es seit dem Frühjahr 1569 lokale Infektionen mit dem West-Nil-Virus in Europa. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa. „Lokal“ heißt in diesem Zusammenhang, dass sich die Menschen im eigenen Land und nicht auf einer Fernreise mit dem Erreger infizierten. Bis jetzt gab es in diesem Jahr bereits deutlich mehr Infektionen mit dem West-Nil-Virus als noch 2025. Damals wurden 1112 Fälle registriert. Der Höchststand datiert aus dem Jahr 2018 mit 2083 Infektionen.

Besonders stark betroffen sind Urlaubsländer. Die meisten Fälle gibt es laut dpa bisher 696 Infektionen mit dem West-Nil-Virus, die sich auf das ganze Land verteilen. Als Schwerpunkte wurden unter anderem Rom, Mailand und Padua ausgemacht. Die zweitmeisten Fälle wurden in Griechenland registriert. Hier gab es den Zahlen zufolge in diesem Jahr schon 355 Infektionen. Spanien folgt auf Platz drei mit 125 Fällen.

Auch in anderen europäischen Ländern infizierten sich die Menschen mit dem Virus. In Frankreich wurden im laufenden Jahr bisher 102, in Rumänien 91, in Nordmazedonien 69 und in Serbien 46 Infektionen gemeldet. Auch an der Grenze zu Niedersachsen ist das West-Nil-Virus aktiv. Die Niederlande meldeten bis dato schon 28 Fälle in diesem Jahr.

Gefährliches Virus wird durch Stechmücken übertragen – auch in Niedersachsen kommt es vor

Auch in Niedersachsen und in anderen Teilen Norddeutschlands hat sich das West-Nil-Virus bereits ausgebreitet. In den vergangenen Jahren wurde das Virus laut dem Friedrich-Loeffler-Institut bereits in Vogel- und Stechmückenpopulationen nachgewiesen. Für Pferde gibt es sogar eine Impfempfehlung, um sie vor dem Erreger zu schützen.

Die Übertragung auf den Menschen erfolgt in der Regel durch Stechmücken, die das Virus in sich tragen. In Deutschland gab es 2026 bisher vier Fälle des West-Nil-Virus. Zwei Infektionen wurden in Berlin gemeldet, je eine gab es in Leipzig und im Rhein-Pfalz-Kreis. In Niedersachsen liegt die Zahl der West-Nil-Virus-Fälle 2026 bisher bei null. Dennoch kann es durch Mückenstiche zu Übertragungen kommen. Den ersten Fall hatte es im Herbst 2024 gegeben.

West-Nil-Virus in Niedersachsen – das sind die Symptome

Die meisten Infektionen verlaufen asymptomatisch. Kommt es dennoch zu Symptomen des West-Nil-Virus, dann ähneln diese denen einer Grippe. Mögliche Symptome sind unter anderem:

  • Plötzlich einsetzendes Fieber, teils mit Schüttelfrost
  • Kopf- und Rückenschmerzen
  • Abgeschlagenheit und Müdigkeit
  • Lymphknotenschwellungen
  • Blasser, fleckiger Hautausschlag, der sich vom Rumpf auf Kopf und Gliedmaßen ausbreitet (bei etwa der Hälfte der Erkrankten)

Quelle: Apotheken Umschau

In den meisten Fällen klingen die Beschwerden nach wenigen Tagen wieder ab. Verschlimmern sich die Symptome, sollten Erkrankte umgehend einen Arzt aufsuchen. Die Inkubationszeit des West-Nil-Virus beträgt zwischen zwei und 14 Tagen. Bisher sind laut dem ECDC 61 Todesfälle durch das West-Nil-Virus bekannt. Die meisten gab es demnach in Italien und Griechenland. Zuletzt sorgten auch einige Fälle des Malaria-Virus für Aufregung in Deutschland. (Quellen: dpa, Friedrich-Loeffler-Institut, Apotheken Umschau) (jr)