Ceuta: In Chats kursiert der 15. August als neues Datum für Massenansturm

Publiziert6. August 2026, 12:47Social-Media-Gruppen«Seid pünktlich»: Neuer Ceuta-Ansturm angekündigtWährend Familien noch Fotos von Vermissten teilen, sprechen Tausende online über einen möglichen neuen Grenzüb...

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Ceuta: In Chats kursiert der 15. August als neues Datum für Massenansturm

Publiziert6. August 2026, 12:47

Social-Media-Gruppen«Seid pünktlich»: Neuer Ceuta-Ansturm angekündigt

Während Familien noch Fotos von Vermissten teilen, sprechen Tausende online über einen möglichen neuen Grenzübertritt nach Spanien.

Jasmin Steiger

Darum gehts

  • In marokkanischen Social-Media-Gruppen kursiert ein Datum für einen neuen Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta: der 15. August.
  • «El País» hat fünf Facebook-Gruppen mit fast 400'000 Mitgliedern sowie neun WhatsApp-Gruppen ausgewertet, in denen die Nachrichten rasant kursieren.
  • Behörden haben bereits eine rund 500 Meter ins Meer reichende Bojen-Struktur installiert.

«Wir sehen uns dort am 15. August. Seid pünktlich.» Solche Nachrichten kursieren laut der spanischen Zeitung «El País» derzeit in marokkanischen Social-Media-Gruppen. Erst vor wenigen Tagen starben beim Massenansturm auf Ceuta über 80 Menschen. Nun wollen offenbar erneut junge Menschen versuchen, gemeinsam in die spanische Exklave zu gelangen. Als Datum wird immer wieder der 15. August genannt. Die Nachrichten dazu verbreiten sich rasant.

«El País» hat fünf Facebook-Gruppen mit insgesamt fast 400'000 Mitgliedern sowie neun WhatsApp-Gruppen mit mehreren Hundert Personen ausgewertet. Wie schnell das Interesse wächst, zeigt eine Gruppe mit knapp 23'000 Mitgliedern: Allein innerhalb der vergangenen Woche kamen laut der Plattform mehr als 6000 neue Mitglieder hinzu. Die Faktencheck-Organisation Maldita stiess zudem auf weitere Gruppen und Beiträge auf Instagram.

«Lasst die Menschen in Ceuta in Ruhe»

Die Stimmung in den Chats ist gespalten. Einige kündigen laut «El País» an, am 15. August dabei sein zu wollen. Noch häufiger stiess die Zeitung aber auf Skepsis und eindringliche Warnungen. Während die einen bereits über einen neuen Versuch am 15. August diskutieren, suchen andere in denselben sozialen Netzwerken noch immer nach Angehörigen, die seit dem jüngsten Massenansturm vermisst werden.

«Ist euer Leben wirklich so wenig wert?», schreibt ein Nutzer. Die Eltern der jungen Menschen, die gegangen seien oder noch vermisst würden, seien am Boden zerstört. «Lasst die Menschen in Ceuta in Ruhe. Es reicht», appelliert er an die anderen.

Die Jugendlichen sind stark vernetzt

Gleichzeitig wird in den Gruppen konkret darüber gesprochen, wie man nach Ceuta oder Melilla gelangen könnte. Nutzer fragen nach Wegen über die Grenze oder tauschen Erfahrungen mit Schlauchbooten und Kajaks aus. Andere warnen vor starken Strömungen und dem Risiko, auf dem Meer zu kentern.

«Soziale Medien sind praktisch die einzige Informationsquelle, die diese jungen Menschen über Spanien haben», sagt María Guevara, Forscherin an der Universität Pablo de Olavide, gegenüber «El País». Die Jugendlichen seien untereinander stark vernetzt. Dabei werde eher über vermeintliche Chancen der Migration gesprochen als über die Gefahren.

500 Meter lange Bojen-Struktur installiert

Hinter dem Gerücht um den 15. August könnten laut «El País» auch finanzielle Interessen stecken. Es sei denkbar, dass Menschen aus anderen Teilen Marokkos in die Gegend um Ceuta gelockt werden und Schlepper ihnen dort Plätze auf kleinen Booten verkaufen.

Die österreichische «Kronen Zeitung» berichtet zudem, dass die Behörden die Nachrichten über einen möglichen neuen Versuch ernst nehmen. Um einen erneuten Massenansturm zu erschweren, sei bereits eine rund 500 Meter ins Meer reichende Bojen-Struktur installiert worden.

Was am 15. August tatsächlich passiert, weiss derzeit niemand. Selbst der Betreiber einer WhatsApp-Gruppe konnte «El País» nicht sagen, wie viele Menschen kommen oder wie sicher ein Versuch wäre. Seine Antwort: «Das weiss nur Gott.»

Jasmin Steiger

Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.

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