Sensationsfund auf Kreta: Paläontologen graben Nashornschädel aus – Tier lebte vor acht Millionen Jahren

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Sensationsfund auf Kreta: Paläontologen graben Nashornschädel aus – Tier lebte vor acht Millionen Jahren

Sensationsfund auf Kreta: Paläontologen entdecken Nashornschädel aus der Urzeit

Stand: 01.10.2026, 06:51 Uhr

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Nashorn-Schädel.

Auf Kreta wurde der Schädel eines Nashorns entdeckt – es stammt aus der Urzeit. © Sitia Unesco Global Geopark/Σητεία Παγκόσμιο Γεωπάρκο Unesco/Facebook

Paläontologen finden auf Kreta einen versteinerten Nashornschädel – das Tier lebte vor über acht Millionen Jahren auf der Insel.

Sitia – Ein Nashorn streifte vor mehr als acht Millionen Jahren durch das Gebiet des heutigen Kreta. Nun sind seine fossilen Überreste im Nordosten der Insel entdeckt worden: In Sitia fanden Paläontologen einen versteinerten Schädel und weitere Knochen eines Tiers, das nach ersten Untersuchungen zur Art „Dihoplus pikermiensis“ gehört. Die griechische Nachrichtenagentur ANA meldete den Fund am Dienstag (29. September), wie AFP berichtete. Ein Bericht des griechischen Nachrichtenportals Neakriti beschreibt die vorläufige Bestimmung durch das Forschungsteam.

Entdeckt wurden die Fossilien bereits im März bei paläontologischen Untersuchungen in den Gebieten Magantze und Trapeza. Die Arbeiten leitete Giorgos Iliopoulos, Professor für Paläontologie und Stratigrafie an der Universität Patras. Das Fundmaterial kam zur Reinigung und Konservierung in das Labor für Paläontologie und Stratigrafie der Universität. Erst nach der Präparation zeigte sich, dass die auffälligen Knochen zu einem Nashornschädel gehörten.

Zwiehorniges Nashorn auf Kreta entdeckt – es ist etwa acht Millionen Jahre alt

Erhalten sind unter anderem drei Backenzähne aus der linken oberen Kieferhälfte. Sie waren für die vorläufige Bestimmung des Tiers wichtig, wie der Geopark-Koordinator laut Neakriti erklärte. Der AFP-Meldung zufolge könnten die Zähne außerdem Rückschlüsse auf Alter und Ernährung des Nashorns ermöglichen. Die bisherigen Untersuchungen ordnen den Fund einem großen, zweihörnigen Nashorn zu, das vor etwa acht bis achteinhalb Millionen Jahren lebte. Die Zuordnung ist bislang vorläufig.

Für die Einordnung sind aber nicht nur die Zähne wichtig. Auch die Form des Schädels und die Merkmale der erhaltenen Knochen lassen sich mit bekannten Funden vergleichen. Bei fossilen Säugetieren geben solche Vergleiche Hinweise auf Verwandtschaft und Verbreitung; Zahnform und Abnutzung können zudem Aufschluss darüber geben, welche Nahrung ein Tier aufnahm. Die Wissenschaftler sprechen bislang von einer vorläufigen Zuordnung: Ein einzelner Fund kann die Tierwelt jener Zeit nur ausschnitthaft abbilden.

Aufschluss über Entwicklung von Landschaft und Tieren

„Dihoplus pikermiensis“ zählt zur sogenannten pikermischen Fauna. Diese Tiergemeinschaft prägte im späten Miozän weite Teile West-Eurasiens. Vertreter der Art sind auch von anderen Fundorten in Griechenland bekannt, etwa aus Pikermi in Attika. Der Fund auf Kreta erweitert damit das Bild davon, welche großen Säugetiere damals in der Region lebten – und liefert Material, das Forschern künftig weitere Fragen zur Entwicklung der Landschaft und ihrer Tierwelt beantworten könnte.

Der Fundort liegt im UNESCO Global Geopark Sitia. Der Geopark führt unter anderem fossilführende Fundstellen aus dem Miozän auf. Die Entdeckung des Nashorns unterstreicht damit den paläontologischen Wert der Region: In den Gesteinsschichten des Geoparks sind Spuren sehr unterschiedlicher Erdzeitalter erhalten.