Serie Jung und engagiert: Hariet schenkt Kindern ein Jahr – und findet sich selbst
Sie wollte Lehrerin werden, jetzt denkt sie über Soziale Arbeit nach. Hariet Boatemaa arbeitet beim Jugendwerk in Saarbrücken mit Kindern, plant Hawaii-Partys und leitet erste eigene Stunden. Was die Arbeit mit ihr macht, überrascht sie selbst.
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Serie Jung und engagiert Hariet schenkt Kindern ein Jahr – und findet sich selbst
Serie | Saarbrücken · Sie wollte Lehrerin werden, jetzt denkt sie über Soziale Arbeit nach. Hariet Boatemaa arbeitet beim Jugendwerk in Saarbrücken mit Kindern, plant Hawaii-Partys und leitet erste eigene Stunden. Was die Arbeit mit ihr macht, überrascht sie selbst.
08.09.2026 , 23:00 Uhr
Die BFDlerin Hariet Boatemaa engagiert sich beim Landesjugendwerk der AWO.
Foto: BeckerBredel
Hariet Boatemaa stiftet ein Jahr ihrer Zeit der Arbeit mit jungen Menschen. Sie macht einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) beim Landesjugendwerk der Arbeiterwohlfahrt in Saarbrücken. „Das ist eine gute Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln, gerade, wenn man nicht weiß, wie der Berufsalltag später aussieht“, erklärt Hariet Boatemaa.
Ein bunter Aufgabenbereich: von Ferienfreizeit bis Social Media
Mit dem Begriff „Jugendwerk“ konnte sie zunächst wenig anfangen, gibt sie zu. Mit der Zeit habe sie aber einen Einblick in die Einrichtung bekommen: „Es ist eine Anlaufstelle für Jugendliche und Kinder. Wir organisieren Ferienfreizeiten und andere Angebote oder auch Ferienbetreuung.“
Seit März ist sie Teil des Teams. „Ich bin der Erstkontakt bei Anrufen, schreibe Mails und helfe bei dem Planen und Organisieren von Projekten“, so die 19-Jährige. Ihr Betreuer und Leiter der Einrichtung Markus Bonaventura ergänzt: „Hariet gestaltet auch unseren Newsletter und macht Designs für die Sozialen Medien. Das macht sie wirklich super!“
Hariet: „Die Fantasie der Kinder ist etwas Besonderes.“
Die Abwechslung im Berufsalltag und der direkte Kontakt zu Kindern mache ihr großen Spaß: „Ich mag Kinder sehr, ihr Lachen, ihnen eine Freude zu machen. Die Fantasie der Kinder ist etwas Besonderes. Zudem finde ich es schön, ihnen etwas beizubringen und mit auf den Weg zu geben.“ Sie hilft regelmäßig bei einer Betreuungsmaßnahme des Jugendwerks mit: „Montags sind wir in einer Kinderbetreuung in Burbach. Dort machen wir kreative Sachen mit den Kindern. Ich durfte auch schon eine Stunde selbst leiten“, berichtete Boatemaa.
Verantwortung zu übernehmen und eigene Ideen einzubringen ist etwas, das ihr an dem BFD gut gefällt: „Die Kinder wollen eine Hawaii-Party feiern und dafür habe ich letzte Woche mit Ihnen Deko gebastelt. Nächste Woche werden wir dann dekorieren und feiern. Ich kümmere mich hierbei um weitere passende Dekorationen und gehe auch einkaufen. Es geht uns vor allem darum, dass die Kinder Spaß haben, wir ihre Idee umsetzen und ihnen dadurch zeigen, dass sie auch mitbestimmen können.“
Aus Lehramts-Wunsch wird vielleicht ein Studium in Sozialer Arbeit
Der BFD ist ein wichtiges Fundament für ihren weiteren Berufsweg: „Ich möchte mein Fachabi machen, dafür brauche ich ein einjähriges BFD. Danach möchte ich studieren. Anfangs dachte ich, dass ich Lehramt studieren will, aber durch die Zeit hier denke ich auch über ein Studium im Bereich Soziale Arbeit nach.“
Im Verlauf des BFDs hat sie auch die Jugendleiter-Ausbildung Juleica im Jugendwerk absolvieren können: „Das hat mir sehr gut gefallen. Damit kann ich auch auf Ferienfreizeiten Betreuungen übernehmen.“ Neben der Hawaii-Party steht ein Kochabend statt: „Im November wollen wir einen interkulturellen Kochabend veranstalten, dafür plane ich.“
Besonders schön fand sie die Seminare
Die Seminare vom Jugendwerk und vom Freiwilligen Büro als Träger des BFD sind für Hariet ein Höhepunkt des BFDs: „Die fand ich am interessantesten. Das Seminar zum Thema ,Anti-Rassismus‘ hat mir gut gefallen.“ Im zweiten Halbjahr des BFDs kommt auf die 19-Jährige die Umsetzung eines eigenen Projekts zu: „Ich würde gerne ein Theaterprojekt mit Jugendlichen starten oder auch eine eigene Kindergruppe leiten“, erzählt Boatemaa.
Das BFD würde sie auch anderen jungen Menschen ans Herz legen: „Gerade wenn man nicht weiß, was man machen soll, oder die Wartezeit auf einen Ausbildungs- oder Studienplatz überbrücken möchte, ist der Bundesfreiwilligendienst eine gute Chance.“ (brn/ole)