Serienstream.cloud führt in die Abo-Abzocke
Das angebliche Portal Serienstream.cloud tut so, als ob man nur mittels NordVPN auf ihre Webseite zugreifen könnte. Drauf aber angeblich ist man doch ...
- 3 min read
Das angebliche Portal Serienstream.cloud tut so, als ob man nur mittels NordVPN auf ihre Webseite zugreifen könnte.
Drauf aber angeblich ist man doch noch nicht da! Man könne auf die Website wegen der Sperre der CUII nicht zugreifen, heißt es bei serienstream.cloud. Die Mitteilung sieht man sofort, sobald man den Stream einer Episode ausgesucht hat. Um das zu ändern, müsse man sich ein VPN-Abo aufschwätzen lassen. Wer das tut, wird trotzdem nichts weiter zu Gesicht bekommen. Dummerweise wird es bestimmt wieder mehr als genug Unwissende geben, die auf diesen billigen Trick reinfallen.
Abzocke-Imperium mit mehreren Domains
Die jeweiligen Domains gibt es teilweise schon länger. Am 06.10.2017 registrierte jemand über die bayerische InterNeXt GmbH die Domain serienstream.ch. Diese leitet aber mittlerweile ihre Besucher auf serienstream.cloud weiter. Die Domain registrierte man erst kürzlich, im Juli diesen Jahres. Übrigens beim gleichen Domain-Registrar aus Regensburg.
Auf der Hauptseite sind Links zu anderen Fake-Portalen ersichtlich. So auch zu aniworld.info, dessen Domain man im Oktober 2022 über die kanadische Firma PrivateName Services Inc. anmelden ließ. Die Website ist eine Kopie von aniworld.to, einem Anime-Portal, was bekanntlich den Machern von s.to gehört.
Und dann wäre da noch serienstream.domains. Dort zeigt man den Besuchern einen Link zur Rettung vor der Sperre der CUII an. Doch auch die Domain serienstream.stream aus Februar 2024 leitet zu serienstream.cloud weiter. serienstream.domains gibt es übrigens schon länger, angemeldet von der InterNeXt GmbH im September 2021.

serienstream.cloud: Cloudflare verschleiert den Serverstandort
Damit man die URL nicht direkt erkennt, nutzt man die verkürzte Version der Link-Management-Plattform Rebrandly. Natürlich verbergen sich alle Websites hinter Cloudflare. Der DDoS-Schutz-Dienstleister sorgt nicht nur für einen störungsfreien Betrieb. Nein, er verheimlicht auch den wahren Serverstandort, wie praktisch!
Nun ja. Rechteinhaber wird das Ganze eh nicht interessieren, da keine der Links zu den Streaming-Hostern und somit auch nicht zu irgendwelchen urheberrechtlich geschützten Werken führen. Die Polizei sowieso nicht, die haben anderes zu tun.

Warum immer wieder NordVPN?
Das Einzige, was man machen kann, ist, vor der Abo-Abzocke zu warnen. Doch es ist leider fraglich, ob das letztlich so viel helfen wird. Gewinner der Geschichte sind die Abzocker von serienstream.cloud nebst der Nord Security, dem Eigentümer von NordVPN. Doch warum suchen sich die Klon-Macher immer wieder diesen einen Anbieter aus?
Das ist recht eindeutig. Für die Publisher ist NordVPN attraktiv, weil man 40% Provision bei der Vermittlung von 1- und 2-Jahres-Abos kassiert. Auch liegt dort die Mindestauszahlungsgrenze lediglich bei 100 US-Dollar. Konkurrent hide.me* hat beispielsweise einen Mindestauszahlungsbetrag von 500 USD und bezahlt pro Sale nur 30% Provision. Gerade für ganz kleine Anbieter sind 500 Dollar eine große Hürde, für die sie viele Monate benötigen, um erstmals ausgezahlt zu werden. Okay, das war bei uns irgendwann kein Problem mehr, aber die Tarnkappe gibt es ja auch schon sehr lange.
Wir von tarnkappe.info haben uns damals trotzdem für hide.me als dauerhaften Partner entschieden. Auch deswegen, weil es online über sie keine negativen Berichterstattungen gibt. Als Portalbetreiber steht man ja auch immer ein Stück weit für das gerade, was die Werbepartner so alles treiben und was über sie bekannt wird.
(*) Alle mit einem Stern gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. Wenn Du über diese Links Produkte oder Abonnements kaufst, erhält Tarnkappe.info eine kleine Provision. Dir entstehen keine zusätzlichen Kosten. Wenn Du die Redaktion anderweitig finanziell unterstützen möchtest, schau doch mal auf unserer Spendenseite oder in unserem Online-Shop vorbei.