„Sie spielen am Telefon rum“: Schulze kritisiert unaufmerksamen AfD-Landtagspräsidenten

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„Sie spielen am Telefon rum“: Schulze kritisiert unaufmerksamen AfD-Landtagspräsidenten

Stand: 15.10.2026, 13:55 Uhr

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In seiner Rolle als neuer Landtagspräsident von Sachsen-Anhalt hat Tobias Rausch erstmals eine Sitzung geleitet. Während der Rede des geschäftsführenden Ministerpräsidenten Sven Schulze wurde der AfD-Politiker von seinem Handy abgelenkt – und dafür prompt kritisiert.

Im Landtag von Sachsen-Anhalt haben sich der geschäftsführende Ministerpräsident Sven Schulze und Landtagspräsident Tobias Rausch einen ungewöhnlichen Schlagabtausch geliefert. Während Teilen von Schulzes Rede war Rausch mit seinem Handy beschäftigt, obwohl es im Saal zu Zwischenrufen kam.

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Ministerpräsident kritisiert Landtagspräsident

Als der CDU-Politiker sich hilfesuchend zum Landtagspräsidenten umsah, sah er, dass Rausch von seinem Handy abgelenkt war, und kritisierte den AfD-Mann: „Sie spielen am Telefon rum“, monierte Schulze. „Es ist wichtig, dass Sie die Landtagssitzung hier beobachten.“

Tobias Rausch (r.) während der Rede von Sven Schulze.

Tobias Rausch (r.) während der Rede von Sven Schulze. © Landtag Sachsen-Anhalt

Rausch zeigte sich allerdings wenig einsichtig. Er nehme zur Kenntnis, dass Schulze die Sitzungsleitung kritisiert habe, erklärte er. „Die Sitzungsleitung ist nicht zu kritisieren“, so Rausch, der betonte, dass er auf einen Ordnungsruf für Schulze verzichte. Im Anschluss forderte Rausch die AfD-Fraktion auf, Schulze aussprechen zu lassen. Der Ministerpräsident setzte seine Rede daraufhin fort.

Für Rausch war es die erste Sitzung in seiner neuen Funktion. Er war in der vergangenen Woche als erster AfD-Politiker in der Geschichte der Bundesrepublik zum Präsidenten eines Landtags gewählt worden.

AfD und BSW sorgen für Sondersitzung

Die Auseinandersetzung zwischen Rausch und Schulze erfolgte im Rahmen der Sondersitzung, in der AfD und BSW einen gemeinsamen Antrag zum Ukraine-Krieg verabschiedeten. Darin fordern beide Fraktionen, sämtliche Hilfen für die Ukraine unverzüglich einzustellen.

AfD und BSW verfügen gemeinsam über 44 der 83 Stimmen im Landtag und konnten den Antrag damit gegen die Stimmen von CDU, SPD, Grünen und Linken beschließen.

Die Debatte verlief über weite Strecken emotional. Bereits vor Beginn der eigentlichen Beratungen musste die Sitzung wegen Unstimmigkeiten über die Redezeiten für etwa eine Stunde unterbrochen werden.

Schulze kritisierte den Antrag scharf und bezeichnete ihn mit Blick auf die bevorstehende Ministerpräsidentenwahl als „Brautgeschenk an das BSW“. Konkrete Auswirkungen auf die deutschen Ukraine-Hilfen dürfte der Beschluss wohl nicht haben. Über entsprechende Unterstützungsleistungen und Sanktionen gegen Russland entscheiden der Bund und die Europäische Union, nicht die Landesparlamente.