Skiprofi Manuel Feller spricht über mentale Probleme: "Ich hatte viele depressive Phasen"
Ski Alpin Skiprofi Manuel Feller spricht über mentale Probleme: "Ich hatte viele depressive Phasen" Der Tiroler beendete seine Saison nach Olympia-Silber in der Team-Kombination vorzeitig. Er arbeitete...
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Skiprofi Manuel Feller spricht über mentale Probleme: "Ich hatte viele depressive Phasen"
Der Tiroler beendete seine Saison nach Olympia-Silber in der Team-Kombination vorzeitig. Er arbeitete seine psychische Gesundheit professionell auf
Lukas Zahrer
Altenmarkt – Skirennläufer Manuel Feller hat am Donnerstag bei einem Medientermin seines Skiausrüsters Atomic offen seine mentalen Probleme thematisiert. In der Phase seit seinem vorzeitigen Saisonende Anfang März habe er sich nicht nur von körperlichen Problemen erholt, sondern auch psychologisch Dinge aufgearbeitet. "Es war sehr intensiv. Ich hatte sehr viele depressive Phasen, war vom Gemüt her sehr belastend für mein Umfeld", sagte Feller in einem ORF-Interview, zudem verspürte er "Hilflosigkeit".
Für die Symptome hat Feller eine Erklärung gefunden. "Wenn man seit dem Alter von zehn Jahren in dem Zirkus ist und ins Internat geht, dann macht man 99 Prozent der Sachen mit sich selbst aus. Es war alles zusammen ein bisschen zu viel. Das funktioniert nicht", sagte Feller. "Das habe ich realisieren und akzeptieren müssen, dass man über gewisse Sachen reden muss, auch wenn man nicht allein ist. Ich habe den Zug an die Wand gefahren."
Feller nahm professionelle Hilfe in Anspruch, denn es habe "nichts mehr genützt, als daran zu arbeiten". Es habe gut getan, er bemerkte schon bald positive Auswirkungen. "Aber es ist ein Prozess. Man verfällt wieder in gewisse Muster, wenn man es ein Leben lang so gemacht hat. Wenn es nach ruhigen Phasen wieder stressig wird, fällt es einem auf: Jetzt mache ich wieder alles gleich."
Es sei zwar nicht einfach, darüber zu sprechen, sagte Feller, aber: "Wenn mein Bein bricht, brauche ich einen Gips für sechs Wochen. Wenn die Seele angekratzt ist, muss ich auch ein Heilmittel dafür finden, oder mich darum kümmern."
Belastungstest auf der Piste
Die abgelaufene Saison musste Feller nach seinem Gewinn der Silbermedaille in der Team-Kombination bei den Olympischen Spielen vorzeitig beenden. Er unterzog sich einer Operation am Rücken und an der Leiste. Die Reha-Phase verlief dann aber "überhaupt nicht nach Plan", wie der bald 34-Jährige verriet. "Es ist schwierig gewesen, die richtige Dosis zu finden, um das Training Schritt für Schritt zu steigern, ohne eine negative Reaktion auszulösen. Wenn du für Fleiß mit Schmerz bestraft wirst, ist es nicht so einfach." Auch im Alltag verspürte Feller Schmerzen. Immerhin: Feller kam um eine zweite Operation herum.
Erst in dieser Woche stieg er wieder ins Schneetraining ein, beim Freifahren unterzog er sich einem ersten Belastungstest, der "sehr gut" und "ohne Schmerzen" funktionierte. Noch ist unklar, ob der Slalom-Spezialist in Levi (15. November), Gurgl (22.) oder in Val d'Isere (13. Dezember) in die WM-Saison startet.
Nach seinem emotionalen Kitzbühel-Sieg und Olympia-Silber in der Teamkombi hat der ÖSV-Routinier die nächsten Begehrlichkeiten fest im Blick. Kitzbühel, Schladming und die WM sind seine drei Highlight-Rennen. "Ich habe unter Druck immer gut performt", sagte Feller. "Also wenn es heuer nicht so gut läuft, muss ich wieder irgendeinen Märchenwiesen-Sager rauslassen." (Lukas Zahrer, APA, 8.10.2026)
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