Sie hängen Ihre Klorolle falsch herum: Warum ein 130 Jahre altes Patent die Antwort hat
StartseiteVerbraucherSo hängt man Klopapier richtig herum: 130 Jahre alte Zeichnung beendet den Klopapier-StreitStand: 07.09.2026, 14:07 UhrKommentareUns auf Google folgenSeit Generationen wird gestritten, soba...
- 3 min read
So hängt man Klopapier richtig herum: 130 Jahre alte Zeichnung beendet den Klopapier-Streit
Stand: 07.09.2026, 14:07 Uhr
Kommentare
Seit Generationen wird gestritten, sobald die Klorolle aufgehängt wird. Eine über 130 Jahre alte Zeichnung liefert nun überraschende Klarheit.
Es gibt Streitthemen, die Wohngemeinschaften auf die Probe stellen und selbst gestandene Paare zur Weißglut treiben. Doch kaum eine Alltagsfrage wird so hartnäckig verhandelt wie jene nach der korrekten Ausrichtung der Klopapierrolle. Zeigt das lose Ende nach vorn zum Betrachter oder verschwindet es hinter der Rolle Richtung Wand? Was wie eine belanglose Geschmacksfrage wirkt, beschäftigt Internetforen seit Jahren.

Tatsächlich lässt sich dieser Streit mit einem historischen Dokument beantworten. Die Erfindung des perforierten Toilettenpapiers ist nämlich keineswegs neu: Bereits 1891 ließ sich der US-Amerikaner Seth Wheeler die erste Rolle mit Sollbruchstellen patentieren. In den originalen Zeichnungen zu seinen Patenten US465588A und US447419A ist eindeutig zu erkennen, wie die Rolle ursprünglich hängen sollte. Das lose Ende zeigt darin klar nach vorn, zum Nutzer hin, und nicht zur Wand.
Warum die Rolle mit offenem Ende nach vorn hängen sollte
Für die vom Erfinder vorgesehene Richtung sprechen mehrere handfeste Argumente. Zunächst die Erreichbarkeit: Zeigt das lose Ende zum Benutzer, lässt es sich mit wenigen Handgriffen zu fassen bekommen, ohne dass man erst umständlich um die Rolle herumtasten muss. Gerade in der Eile am Morgen macht dieser kleine Unterschied etwas aus, auch wenn kaum jemand bewusst darüber nachdenkt, während er danach greift.

Auch aus hygienischer Sicht spricht laut dem Portal CHIP einiges für diese Ausrichtung. Hängt das Papier mit offenem Ende nach vorn, kommt die Hand seltener mit der Wand hinter der Halterung in Berührung. Wer öffentliche Toiletten kennt, weiß, dass genau diese Fläche selten zu den saubersten Ecken eines Badezimmers zählt. Besonders bei Halterungen mit einem schützenden Deckel, der ein versehentliches Abwickeln verhindern soll, lässt sich das Papier in dieser Position deutlich leichter herausziehen.
Wer die Produktfotos gängiger Toilettenpapierhalterungen betrachtet, findet die Bestätigung dafür meist auf den ersten Blick. Fast überall hängt die Rolle mit der losen Seite nach vorn, oft sogar zu einem kleinen Dreieck gefaltet, wie man es aus Hotels kennt. Die Werbeindustrie hat sich demnach längst auf die historisch verbürgte Variante festgelegt, ganz gleich, wie es in privaten Bädern tatsächlich gehandhabt wird. Sie wollen Ihr Bad ganz ohne Chemie putzen? Dann gibt es einfache Hausmittel, die jeder zu Hause hat.
Ein guter Grund, das Klopapier doch andersherum zu hängen
Ganz einig ist sich die Wissenschaft dabei nicht. Primrose Freestone, Professorin für klinische Mikrobiologie an der University of Leicester, spricht sich für die entgegengesetzte Richtung aus. Es gebe mehr Kontakt mit der Rolle in der Über-Position, sagte Freestone gegenüber dem Onlinemagazin MailOnline. Bei der Unter-Position lasse sich das Papier mit nur einer Hand gegen die Wand klemmen, ohne die Rolle selbst zu berühren.
Und auch bei Haustieren oder kleinen Kindern lohnt sich ein Umdenken. Zeigt das lose Ende nach vorn, wird die Rolle gern zum improvisierten Spielzeug, bis sämtliches Papier in Fetzen auf dem Boden liegt. Hängt das Ende zur Wand, lässt sie sich schwerer versehentlich abwickeln. Dasselbe Prinzip gilt für Halterungen von Küchenkrepp, wo Haustierbesitzer oft umdenken müssen. Hier erfahren Sie, ob man den Klodeckel beim Spülen eher offen lassen oder schließen sollte.