Soll barrierefreier werden: Morbach vergibt Planung für Sanierung des Freibades – So soll es aussehen
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Soll barrierefreier werden Morbach vergibt Planung für Sanierung des Freibades – So soll es aussehen
Morbach · Rund 2,8 Millionen Euro soll die Planung für die Sanierung des Freibades Morbach kosten. Diese wurde nun vergeben. Wie das Bad mal aussehen soll und was sich für Schwimmer ändert.
07.10.2026 , 07:26 Uhr
Das Freibadgebäude mit Umkleide- und Technikräumen.
Foto: Christoph Strouvelle
Die geplante Sanierung des Morbacher Freibads erklimmt die nächste Stufe. Der Gemeinderat Morbach hat in seiner jüngsten Sitzung die Planung der Arbeiten an das Büro Krieger Architekten aus Velbert vergeben. Kostenpunkt: stattliche 2,774 Millionen Euro. Eine Menge Geld. Warum verschlingt die Freibad-Planung, deren Gesamtkosten auf bisher rund 13 Millionen Euro geschätzt werden, so viel Geld?
Freibad im Hunsrück: Warum kostet die Planung der Sanierung so viel?
„Die Planung des Freibades Morbach wurde wegen der Dimension des Projektes als Generalplanerleistung und wegen der vergaberechtlichen Vorgaben europaweit ausgeschrieben“, erklärt Bürgermeister Arianit Besiri auf Nachfrage. Der Generalplaner, welcher den Auftrag erhält, habe interdisziplinär alle betreffenden Bereiche abzudecken. Dazu gehörten Gebäudeplanung, Technikplanung, Geländeplanung, Statik, energetische Planungen und vieles mehr.
„Sanierungen und Planungen sind teuer geworden“, sagt der Bürgermeister. Er mahnt an, keine Zeit mehr zu verlieren und schnell zu entscheiden, welches Bad die Morbacher in Zukunft haben wollen.
2024 hatte das Morbacher Architekturbüro Jakobs-Fuchs in den Gremien erste Überlegungen vorgestellt, wie das Freibad künftig aussehen könnte. Damals war von Gesamtkosten in Höhe von 13,1 Millionen Euro die Rede, eine Summe, die in der jüngsten Sitzung des Morbacher Gemeinderats bereits infrage gestellt wurde.
Die 50-Meter-Bahnen des Bades sollten erhalten bleiben, hieß es seinerzeit. Allerdings solle die Breite des Schwimmerbeckens von 14,50 Meter auf zwölf Meter reduziert werden.
Zum Schwimmen reiche eine Tiefe von 1,50 Meter aus, wurde ausgeführt. Lediglich im Bereich der Sprungblöcke solle es künftig mit 1,80 Meter etwas tiefer sein. Damit werde die Wassermenge um etwa 15 Prozent reduziert. Ein Aspekt, auf den das Land in der Vergangenheit immer viel Wert gelegt habe. Was allerdings von Vertretern der DLRG kritisiert wurde: Um Prüfungen zum Rettungsschwimmer anbieten zu können, benötige man ein tieferes Becken.
Freibad Morbach: Was sich künftig bei den Sprungtürmen ändert
Die Sprungtürme sollen nicht mehr ans Schwimmerbecken angedockt werden, sondern ungefähr dort, wo sich der Beachvolleyball-Platz befindet, ein eigenes Becken erhalten. Im Gespräch war seinerzeit, den Gästen künftig neben dem drei Meter hohen Sprungturm auch einen Fünf-Meter-Turm zu bieten. Das obere Gelände soll teilweise abgetragen werden, sodass die Liegewiese insgesamt etwas flacher wird. Als neue Attraktion erwog das Konzept eine etwa 110 Meter lange Rutsche.
Das derzeitige Hauptgebäude mit Technik, Umkleideräumen und Nebenräumen soll abgerissen werden. Stattdessen soll auf der Ebene des derzeitigen Untergeschosses ein komplett neues Gebäude mit Glaswänden errichtet werden, das eine Sicht auf das Schwimmbadgelände freigibt. Die Schwimmmeister erhalten ein neues Gebäude inmitten der Beckenlandschaft.
Für die Becken sind Abdeckungen angedacht, sodass das Wasser über Nacht in Zukunft weniger auskühlt. Hatten die Becken bisher ein gemeinsames Reservoir, aus dem Wasser nachlaufen kann, um den Wasserspiegel auf einem gleichbleibenden Niveau zu halten, so wird es das künftig für jedes Becken einzeln geben. Was den Vorteil hat, dass die Becken mit unterschiedlichen Wassertemperaturen gefahren werden können.
Die Technik für die Badeinrichtungen wie Wasseraufbereitung und Filter kommt in ein separates Gebäude. In die bestehenden Becken würden große Wannen eingearbeitet.
Wie das Freibad barrierefreier werden soll
Um eine größtmögliche Barrierefreiheit zu erreichen, ist vorgesehen, das neue Umkleidegebäude auf der Ebene des Untergeschosses des jetzigen Gebäudes zu errichten. Das Erdreich auf der Liegewiese soll teilweise abgetragen werden, um das Gefälle des Geländes von 30 Prozent auf zehn Prozent zu verringern. Durch die Modellierung und eine geänderte Wegführung soll eine Barrierefreiheit bis zur Höhe des heutigen Kiosks erreicht werden.
Der Abriss des Hauptgebäudes hat auch Auswirkungen auf die angebauten Immobilien, die zum danebenliegenden Sportplatz gezählt werden. Dort befindet sich das Vereinsheim der JFV Hunsrückhöhe, das ebenfalls weichen muss. Hierfür soll auf der gegenüberliegenden Seite des Kunstrasenplatzes Ersatz geschaffen werden.
Wann die Sanierung des Freibades starten kann, ist derzeit noch offen. 2027 können die Morbacher voraussichtlich noch das bisherige Bad nutzen.
Das Morbacher Freibad ist 2026 wesentlich stärker frequentiert worden als in den Vorjahren. Bürgermeister Besiri sagte in der Ratssitzung, dass in diesem Jahr 38.723 Besucher gezählt worden seien. In den Jahren 2023 bis 2025 waren es jeweils zwischen 23.000 und 24.000 Besucher.