Spaß, Ehrgeiz, Fleiß und Gemeinschaft: Der SV Steinfurth und die Gründe für den Höhenflug

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Spaß, Ehrgeiz, Fleiß und Gemeinschaft: Der SV Steinfurth und die Gründe für den Höhenflug

Stand: 08.10.2026, 08:00 Uhr

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Team Steinfurth

Der SV Steinfurth führt die Tabelle der Kreisoberliga mit einem Acht-Punkte-Vorsprung an. © Jaux

Trainer Dominik Reichardt vom Fußball-Kreisoberligisten SV Steinfurth spricht über den Höhenflug. In der Tabelle haben die Rosendörfler acht Zähler Vorsprung.

Höhenflug im Rosendorf: In der Fußball-Kreisoberliga Friedberg reitet der SV Steinfurth aktuell auf einer Erfolgswelle. Zehn Siege und nur eine Niederlage stehen für den Klub aus dem Bad Nauheimer Stadtteil nach den ersten elf Saisonspielen zu Buche. Damit führt die Elf von Trainer Dominik Reichardt die Tabelle nach gut einem Drittel der Saison 2026/27 mit einem Acht-Punkte-Vorsprung an. Im Interview mit unserer Redaktion spricht der Steinfurther Coach über die Gründe für den derzeitigen Höhenflug, die Ziele für den weiteren Saisonverlauf und erklärt, wie es zu seinem kuriosen Treffer beim 5:1-Sieg gegen den SV Nieder-Wöllstadt am vergangenen Spieltag nur fünf Sekunden nach seiner Einwechslung kam.

Dominik Reichardt, Ihre Mannschaft hat sich bereits nach elf Spieltagen ein komfortables Acht-Punkte-Polster auf die Konkurrenten angefressen. Haben Sie im Vorfeld mit einem solch erfolgreichen Start gerechnet? Was waren die ursprünglichen Ziele für das erste Saisondrittel?

Die ersten elf Ligaspiele und drei Pokalspiele haben unglaublich viel Freude gemacht. Dass wir dabei so erfolgreich waren, ist für mich die Konsequenz aus Spaß, einer hervorragenden Gemeinschaft, Ehrgeiz und hohem Trainingsfleiß. Unser eigentliches Ziel bleibt aber unverändert: Ich möchte jeden einzelnen Spieler besser machen und der Mannschaft eine klare Idee meines Fußballs vermitteln. Wenn daraus positive Ergebnisse entstehen, freut mich das natürlich. Dabei geht es mir aber nicht nur um das „Was“, sondern genauso um das „Wie“.

Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe für den erfolgreichen Saisonstart?

Als ich im Sommer angefangen habe, war im Verein eine große Euphorie zu spüren. Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass Trainer, Mannschaft und Verein sehr gut zusammenpassen. Dabei geht es mir ausdrücklich nicht nur um die erste Mannschaft. Gemeinsam mit unseren beiden Zweitmannschaftstrainern Oli Stein und Torben Müller sowie unserem U19-Trainer Daniel Walter beziehen wir Spieler der Zweiten und vor allem der A-Jugend regelmäßig ins Seniorentraining ein. Gerade die jungen Spieler wollen wir frühzeitig an den Herrenfußball heranführen und ihnen eine klare Perspektive im Verein geben. Dass alle drei Mannschaften ein so starkes erstes Saisondrittel gespielt haben, macht mich deshalb besonders stolz.

Wo kann es für Ihre Mannschaft in dieser Form hingehen? Was sind die Ziele?

Ich bin kein Fan davon, Ziele ausschließlich an einem Tabellenplatz festzumachen. Gerade im Amateurfußball geht es um viel mehr: Spaß, Gemeinschaft, Integration und natürlich auch sportlichen Ehrgeiz. Wenn sich jeder Einzelne wohlfühlt und durch gutes Training besser wird, wird automatisch auch die Mannschaft besser. Und damit steigt die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg. Siege kann kein Trainer versprechen – aber wir können daran arbeiten, die Wahrscheinlichkeit dafür zu erhöhen.

Was hat Sie im Sommer zum Engagement beim SV Steinfurth bewogen?

Ende des vergangenen Jahres hatte ich die Möglichkeit, mit verschiedenen Vereinen zu sprechen und mir Gedanken darüber zu machen, was mir bei meiner nächsten Aufgabe wichtig ist. Durch meine UEFA-A-Lizenz hätte es auch Möglichkeiten gegeben, höherklassig zu trainieren. Aber manchmal geht es nicht nur um die Liga, sondern auch um das Bauchgefühl. Durch meine Vergangenheit als Spieler in Steinfurth und die zukunftsorientierte Ausrichtung des Vereins hat am Ende auch das Herz entschieden. Es war ein bisschen wie nach Hause kommen.

Dominik Reichardt

Dominik Reichardt ist als Trainer zu seinem Ex-Klub zurückgekehrt. © pv

Wen sehen Sie als größte Konkurrenten im Titelrennen?

Eine Saison ist lang. Verletzungen, personelle oder berufliche Veränderungen und auch das nötige Spielglück können noch viel beeinflussen. Deshalb finde ich es nach einem Saisondrittel zu früh, konkrete Platzierungen oder Favoriten auszurufen. Ich konzentriere mich auf unsere junge Mannschaft und deren Entwicklung. Allen anderen Vereinen wünsche ich viel Erfolg und vor allem eine verletzungsfreie Saison.

Am vergangenen Spieltag kam es zu einer kuriosen Szene: Sie haben sich im Spiel gegen den SV Nieder-Wöllstadt beim Stand von 4:1 selbst eingewechselt und handgestoppte fünf Sekunden später den Treffer zum 5:1-Endstand erzielt. Wie kam es zu dieser Situation?

Seit Sommer flachsen die Jungs mit mir, ob ich es mit 36 Jahren noch draufhabe. Bei der einen oder anderen Challenge im Training versuche ich zumindest, ihnen das noch zu zeigen. Durch unseren personellen Aderlass vor dem Spiel gegen Nieder-Wöllstadt musste ich am Wochenende tatsächlich noch einmal mit auf die Bank. Beim Stand von 4:1 haben die Jungs meine Einwechslung dann ein bisschen provoziert. Dass ich mit dem ersten Ballkontakt das 5:1 köpfe, war natürlich ein besonderer Moment. Wer kann schon behaupten, mit dem letzten Ballkontakt seiner aktiven Karriere ein Tor erzielt zu haben? Schöner kann es eigentlich nicht enden.