Ceuta: Falschinformationen lösten Ansturm von Migranten aus

Spanische Exklave : Marokko macht Falschinformationen für Ansturm auf Ceuta verantwortlich03.08.2026, 06:28Lesezeit: 2 Min.Die marokkanischen Behörden beziffern die Zahl der Beteiligten an dem Ansturm auf 40.00...

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Ceuta: Falschinformationen lösten Ansturm von Migranten aus

Spanische Exklave :

Marokko macht Falschinformationen für Ansturm auf Ceuta verantwortlich

03.08.2026, 06:28Lesezeit: 2 Min.

Ein verletzter Migrant wird am 2. August weggetragen

Die marokkanischen Behörden beziffern die Zahl der Beteiligten an dem Ansturm auf 40.000. Spanien spricht von mehr als 60.000.

Marokko hat Falschinformationen in den sozialen Medien für den massiven Ansturm von Migranten auf die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta verantwortlich gemacht. Zudem sei ein Urteil ⁠eines spanischen Gerichts, das die sofortige Rückführung von auf See abgefangenen Migranten verbiete, falsch interpretiert worden, teilte das marokkanische Innenministerium am späten Sonntagabend mit. Die Erklärung deckt sich mit den ‌Äußerungen des spanischen Außenministeriums zu dem Thema.

Die marokkanischen Behörden bezifferten allerdings die Zahl der an dem Ansturm vom Donnerstag Beteiligten auf 40.000. Spanien hatte von mehr als ‌60.000 gesprochen. Zudem wurden nach marokkanischen ‌Angaben 1135 Personen daran gehindert, nach Melilla zu gelangen, einer weiteren spanischen Enklave. Die Zahl der Menschen, die bei dem Ansturm starben, bezifferte Marokko auf elf.

Dutzende Menschen ertranken laut spanischen Angaben

Zehn Menschen seien durch Ertrinken gestorben, während ein elfter von Felsen zwischen der marokkanischen Grenzstadt Fnideq und Ceuta gestürzt sei, erklärte das Ministerium am Sonntag in Rabat zu den Geschehnissen der vergangenen Tage.

Berichte über Todesfälle von der anderen ⁠Seite der Grenze würden derzeit auf ihre Richtigkeit überprüft. In der Erklärung wurde erneut bekräftigt, dass Marokko sich der Bekämpfung der illegalen Migration verpflichtet fühle, und es wurde eine gemeinsame Lastenteilung bei der Steuerung der Migration ⁠gefordert.

Spanien hatte ‌die Zahl der Menschen, die bei dem Ansturm starben, am Sonntag mit 72 beziffert. Der Vertreter der spanischen Regierung in Ceuta, Miguel Angel Perez, erklärte, zudem seien mehr als 1000 Menschen ⁠medizinisch versorgt ⁠worden. Einige Migranten ertranken den spanischen Behörden zufolge und andere wurden erdrückt, als sie versuchten, eine Wellenbrecheranlage ⁠und den Grenzzaun zu ⁠überklettern.

EU-Innenminister kommen zu Dringlichkeitssitzung zusammen

Fast alle Migranten, die nach Ceuta geschwommen waren, wurden mittlerweile wieder nach Marokko zurückgeschickt. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez nannte Gerüchte über angeblich geöffnete Grenzen, die die „Schleusermafia“ verbreitet habe, als möglichen Grund für die Ankunft der zehntausenden Menschen.

Die marokkanische Menschenrechtsorganisation AMDH spricht von „fast 130 Opfern“ und dutzenden Vermissten im Zuge der Geschehnisse in der an Marokko grenzenden spanischen Exklave. Die Aktivisten forderten eine unabhängige Untersuchung. Die EU-Innenminister werden sich am Dienstag in einer Dringlichkeitssitzung mit den „Entwicklungen in Ceuta“ befassen, wie die irische EU-Ratspräsidentschaft ankündigte.