Spanische Nordafrika-Exklave - Nach neuen Aufrufen: Erwarteter Ansturm auf Ceuta bleibt aus

Spanien und Marokko haben nach Aufrufen zu einem möglichen neuen Migrantenansturm auf Ceuta ihre Sicherheitsmassnahmen an der Grenze verstärkt. Am Grenzübergang in Ceuta ist es weitgehend ruhig geblieben, wi...

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Spanische Nordafrika-Exklave - Nach neuen Aufrufen: Erwarteter Ansturm auf Ceuta bleibt aus
  • Spanien und Marokko haben nach Aufrufen zu einem möglichen neuen Migrantenansturm auf Ceuta ihre Sicherheitsmassnahmen an der Grenze verstärkt.
  • Am Grenzübergang in Ceuta ist es weitgehend ruhig geblieben, wie Nachrichtenagenturen sowie verschiedene spanische Medien übereinstimmend berichteten.
  • Marokkanische Sicherheitskräfte haben allerdings mindestens 111 Menschen bei dem Versuch festgenommen, nach Ceuta zu gelangen.
  • Vor rund zwei Wochen kam es zu einem beispiellosen Ansturm: Zehntausende Menschen schwammen von der marokkanischen Küste nach Ceuta.

Befürchtungen eines neuen Migrantenansturms auf die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta haben sich zunächst nicht erfüllt. Trotz Aufrufen in Sozialen Netzwerken zu einer Wiederholung des massenhaften Grenzübertritts von Ende Juli für heute war die Lage an der Grenze und in der Exklave zunächst den ganzen Tag über ruhig.

Die Behörden Spaniens und Marokkos wollen verhindern, dass sich die Ereignisse von Ende Juli wiederholen: Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska betonte, die damalige Massenankunft mit bis zu 80'000 Migranten sei ein «aussergewöhnliches» Ereignis gewesen, das sich nicht wiederholen werde.

Vor wenigen Tagen hatte das Innenministerium in Marokko mitgeteilt, man habe mehrere Personen festgenommen, die mutmasslich zu neuen illegalen Einreiseversuchen nach Ceuta und Melilla aufgerufen hätten. In sozialen Medien kursierten Aufrufe zu gemeinsamen Massenüberquerungen am 15. August.

Stacheldraht, Wasserwerfer und Patrouillenboote

Vor allem auf der Seite Marokkos wurden die Sicherheitsmassnahmen in den vergangenen Tagen deutlich verschärft, wie der spanische Fernsehsender RTVE berichtete. In der Grenzstadt Fnideq errichteten die Behörden demnach zusätzliche Sperren aus Stacheldraht.

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  • Bild 1 von 3. Marokkanische Sicherheitskräfte beobachten die Versuche von Hunderten Personen, in die spanische Stadt Ceuta zu gelangen. (15.8.2026).

    Bildquelle: EPA/JALAL MORCHIDI.

    Mehrere Personen stehen auf einem Hügel, während sich uniformierte Personen am unteren Rand des Bildes versammeln.
  • Bild 2 von 3. Spanische Soldaten an der Grenze bei Tarajal in Ceuta sind in Einsatzbereitschaft. (15.8.2026).

    Bildquelle: EPA/Reduan.

    Militärpersonal in Tarnuniformen neben gepanzerten Fahrzeugen auf einer Strasse.
  • Bild 3 von 3. Über 3000 Sicherheitskräfte stehen nach dem Ansturm Ende Juli auf spanischer Seite in Ceuta im Einsatz. (15.8.2026).

    Bildquelle: EPA/JALAL MORCHIDI.

    Militärfahrzeuge auf der Strasse mit Soldaten daneben.

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Patrouillenboote überwachen demnach die Küste, Wasserwerfer wurden an der Grenze in Bereitschaft versetzt. Zudem gebe es zahlreiche Kontrollstellen auf den Zufahrtsstrassen.

Die marokkanischen Sicherheitskräfte gaben abends bekannt, dass sie heute mindestens 111 Menschen bei dem Versuch festgenommen hatten, in die spanische Exklave zu gelangen.

In Ceuta sind derweil 880 Beamte der spanischen Nationalpolizei im Einsatz, 270 mehr als noch Ende Juli. Sie werden von rund 2000 Soldaten und 700 Beamten der Polizeieinheit Guardia Civil unterstützt.

Ceuta ringt um Normalität

Bei dem Ansturm Ende Juli kamen Dutzende Menschen ums Leben: Nach der jüngsten offiziellen Mitteilung Madrids wurden im Meer 83 Leichen geborgen. Nicht­regierungs­organisationen gehen von deutlich mehr als 100 Todesopfern aus.

Die meisten Ankömmlinge kehrten nach Angaben der spanischen Regierung innerhalb weniger Stunden oder Tage nach Marokko zurück. Nach Angaben von Minister Grande-Marlaska halten sich derzeit noch rund 5000 Migranten in Ceuta auf. Es werde noch etwas dauern, bis wieder Normalität einkehre, räumte er ein.