„Sperren mir alle Fahrwege“: Baustelle am Max-Weber-Platz sorgt für Ärger
tzMünchenStadtAu-HaidhausenStand: 14.10.2026, 19:07 UhrKommentareUns auf Google folgenAm Max-Weber-Platz werden die Rolltreppen erneuert. © Oliver BodmerZurzeit gibt es viele Baustellen im Münchner U‑Bahn-Netz....
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Stand: 14.10.2026, 19:07 Uhr
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Zurzeit gibt es viele Baustellen im Münchner U‑Bahn-Netz. Das sorgt vor allem bei den Fahrgästen für Unmut. Sie sind oft doppelt so lange unterwegs.
München – Melanie Aust hat die Nase voll. Normalerweise fährt die 32-Jährige etwa 20 Minuten öffentlich zu ihrer Arbeit am Max-Weber-Platz. Jetzt braucht sie aber fast doppelt so lange und hat deswegen das Radl ausgepackt. Seit 5. Oktober herrscht dort U‑Bahn-Chaos. Der Blumenladen, in dem Aust arbeitet, liegt direkt vor dem U‑Bahn-Ausgang. „Alle meine Fahrwege in die Arbeit sperren sie mir“, sagt sie frustriert.
Münchnerin probierte vier verschiedene Fahrwege aus – jetzt fährt sie mit dem Fahrrad
Mittlerweile hat Aust schon vier verschiedene Strecken vom Partnachplatz ausprobiert. Über die U6, mit im Stau stehenden SEV‑Bussen der Tramlinie 25 und x‑maliges Umsteigen. Doch auch hier sind Streckenabschnitte gesperrt. Einen direkten Fahrtweg gibt es zurzeit für Aust nicht. Ihre letzte Lösung: Vom Harras zur Schwanthalerhöhe und von dort mit der U4/U5 zum Max-Weber-Platz. Jetzt herrscht aber auch noch auf dieser Strecke Chaos.

Das liegt an den derzeitigen Arbeiten am Max-Weber-Platz, die voraussichtlich noch bis zum 27. November dauern. Denn die Rolltreppen werden dort erneuert. Die Folge: Die Linie U5 Richtung Laimer Platz (stadteinwärts) fährt am Bahnhof durch. Die MVG rät den Betroffenen bereits am Ostbahnhof auszusteigen und in die Tram 21 umzusteigen. Eine Alternative: bis zum Lehel weiter – und dann eine Station zurückfahren. Auch kompliziert wird es, wenn man vom Max-Weber-Platz in die Innenstadt möchte. Dafür müssen die Fahrgäste mit der U5 zum Ostbahnhof zurückfahren und dort in die Linie Richtung stadteinwärts steigen.
Großes U-Bahn-Chaos: Fahrgäste müssen zurückfahren und umsteigen
Dasselbe gilt für die U4. Fahrgäste können zwar am Max-Weber-Platz aussteigen, allerdings endet die U-Bahn dort vorzeitig. Die Linie fährt die Station Lehel nicht an. Deshalb fahren die Züge am Max-Weber-Platz auf dem Gleis Richtung stadtauswärts ein und wenden dort wieder. Erst ab Odeonsplatz fährt die U4 wieder regulär. Das sorgt bei den Fahrgästen für riesige Probleme. Auch sie müssen zum Ostbahnhof zurückfahren und dort in die U5 Richtung Laimer Platz steigen, um in die Innenstadt zu gelangen.
Aust kostet das viel Zeit. Nach Hause braucht sie jetzt etwa eine Stunde. Der einzige Ausweg aus dem Chaos ist jetzt ihr Fahrrad. „Klar, es muss gemacht werden, aber nicht alles gleichzeitig“, schimpft sie.

Quer gegenüber vom Blumenladen spürt auch Emiran Koc (22) die Unruhe. Er arbeitet im Kiosk Max-Weber-Platzhirsch. Pro Tag fragen ihn circa 20 Leute nach dem Weg. „Eher die älteren Herrschaften wissen nicht, wo sie hinmüssen“, sagt Koc. Oft wird er nach Verbindungen gefragt – oder, wo eigentlich der SEV abfährt.
Umwege und Ersatzbusse: Fahrgäste fragen oft nach alternativen Verbindungen
Maike Lukas (50) fährt einmal die Woche von der Universität zum Prinzregentenplatz. „Ich muss schon ein paar Mal mehr umsteigen, als normalerweise“, erklärt Lukas. Sie benötigt mit der U5 und U4 jetzt 20 anstatt zehn Minuten. Auch sie ist am Anfang mit den Ausschilderungen durcheinandergekommen. Einmal hätte sie fast ihre U-Bahn verpasst. Auf dem Weg zurück muss sie mit dem City-Ring-Bus fahren: „Das ist ärgerlich. Der Bus allein fährt ja schon 17 Minuten“, sagt die 50-Jährige und ist sichtlich genervt.