Spielerin des Wochenendes: Pradella überrascht sich selbst – Okels spielende Co-Trainerin trifft vierfach und spricht über Schiwys Abschied

Die spielende Co-Trainerin Corinna Pradella vom TSV Okel übernahm nach dem Abschied von Chefcoach Wilhelm Schiwy noch mehr Verantwortung. Und im Spiel gegen Mellendorf gelang ihr ein echter Gala-Auftritt.

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Spielerin des Wochenendes: Pradella überrascht sich selbst – Okels spielende Co-Trainerin trifft vierfach und spricht über Schiwys Abschied

Stand: 24.08.2026, 19:00 Uhr

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Einen Gala-Auftritt legte Corinna Pradella beim 6:1-Sieg gegen Mellendorf hin.

Einen Gala-Auftritt legte Corinna Pradella beim 6:1-Sieg gegen Mellendorf hin. © Bernd Iburg

Die spielende Co-Trainerin Corinna Pradella vom TSV Okel übernahm nach dem Abschied von Chefcoach Wilhelm Schiwy noch mehr Verantwortung. Und im Spiel gegen Mellendorf gelang ihr ein echter Gala-Auftritt.

Okel – Corinna Pradella musste nach ihrem Viererpack für die Landesliga-Fußballerinnen des TSV Okel etwas schmunzeln: „Normalerweise jage ich die Bälle immer über den Zaun. Fürs Toreschießen war ich bei meinen bisherigen Stationen noch nie zuständig.“

Gegen den Mellendorfer TV beim 6:1 (3:1)-Kantersieg hingegen schon: Erst brachte die 26-jährige Sporttherapeutin ihren neuen Verein in Führung (30.), ehe sie nach dem Ausgleich durch Nele Rubin (30.) das Kreisteam durch drei weitere Streiche (34./35./48.) praktisch im Alleingang zum ersten „Dreier“ der laufenden Saison führte. Die weiteren Treffer von Lara Bormann (60.) sowie Lieske Wittrock (63.) rundeten anschließend Okels perfekten Tag ab.

Es hat auf Anhieb mit der Mannschaft gepasst.

Dabei hatte hinter Okels Neuzugang eine Woche gelegen, die Pradella selbst als „wild“ bezeichnete: „In der Woche hat ja unser Trainer Wilhelm Schiwy aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niedergelegt. Also war ich als Co-Trainerin noch mehr gefordert. Aber zusammen mit Steffen Quast (Spartenleiter, d. Red.) habe ich das wohl ganz ordentlich gelöst.“

Nette Untertreibung: Gerade die Maßnahme, sich selbst in den Sturm zu beordern, erwies sich als regelrechter Glücksgriff. „Ich bin zwar immer noch nicht von meinen Torjägerqualitäten überzeugt“, lacht Pradella, „aber der Schachzug ging gut auf.“

Doch wie geht die 26-Jährige mit der gewachsenen Verantwortung um? „Das ist kein Problem“, beteuert die topfitte Vollblutfußballerin: „Ich habe ja bereits für Buntentor und Gütersloh in der Regionalliga (drittklassig, d. Red.) gekickt und bin mit Hastenbeck auch schon Niedersachsenmeister geworden. Ich kenne Druck und kann auch Verantwortung übernehmen. Außerdem war der Co-Trainerjob einer der Gründe, warum ich mich für Okel als neuen Verein entschieden habe.“

Denn: Eigentlich wollte Pradella ihre Fußballschuhe im Winter schon an den Nagel hängen, wie sie verrät: „Mein Plan war, mich komplett auf den Marathonlauf zu konzentrieren. Deshalb hatte ich ja auch bei Buntentor aufgehört. Aber dann kam Okels Abwehrchefin Deniza Behlmer als meine Arbeitskollegin um die Ecke und fragte, ob ich mir nicht den Wechsel zum TSV vorstellen könne. Sie würden eine spielende Co-Trainerin suchen. Das klang irgendwie reizvoll.“

Und da Fußball für Pradella ohnehin eine „Herzensangelegenheit“ darstellt, sagte die Vilserin kurzerhand zu. „Es hat auch auf Anhieb mit der Mannschaft gepasst“, betont die mit gerade einmal 26 Lenzen älteste (!) Spielerin des Landesligisten: „Unsere junge Truppe hat unheimlich viel Potenzial. Wir können im Idealfall vielleicht sogar oben mitmischen. Ich hoffe, dass ich meinen Anteil dazu beitragen kann.“

Laut Pradella aber nicht weiterhin automatisch im Sturm: „Zuletzt in Buntentor war ich linke Verteidigerin. Davor meist auf der Sechserposition. Eigentlich liegen meine Stärken eher in der Defensive.“

Naja, eines dürfte die Sporttherapeutin gegen Mellendorf allerdings eindeutig gezeigt haben: Alle ihre Versuche gehen definitiv nicht über den Zaun...