AfD-Kandidat stellt Verfassungsschutz infrage
Politik & Wirtschaft Spitzenkandidat der Rechtsextremen überlegt, Verfassungsschutz abzuschaffen Ulrich Siegmund ist der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. ...
- 2 min read
Politik & Wirtschaft
Spitzenkandidat der Rechtsextremen überlegt, Verfassungsschutz abzuschaffen
Der sachsen-anhaltische AfD-Spitzenkandidat Siegmund will nach der Landtagswahl die Zukunft des Verfassungsschutzes in Sachsen-Anhalt prüfen lassen. Diese Optionen fasst er ins Auge.
Der sachsen-anhaltische AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zieht eine Abschaffung des Verfassungsschutzes in Sachsen-Anhalt in Erwägung, wenn die AfD nach der Landtagswahl die Regierung stellen sollte.
Es gebe unterschiedliche Meinungen in der AfD – den Verfassungsschutz komplett abschaffen oder behalten und auf seine eigentlichen Aufgaben zurückführen, sagte Siegmund im Podcast „ungeskriptet“ von Ben Berndt. „Da bin ich völlig ergebnisoffen, das werden wir uns mal anschauen in Sachsen-Anhalt.“
Die WochenMOPO 33/2026
Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
• Immer mehr Unfälle: Radler-Irrsinn auf der Bilderbuch-Route
• Haus einsturzgefährdet: Tränen, Wut und ein zerstörtes Zuhause an der Holstenstraße
• 16 Seiten Sport: Neue Stars und alte Helden beim HSV – mit Poster zum Rausnehmen!
• Jede Woche mit 32 Seiten Rätsel und Kultur: Mit AnnenMayKantereit startet der „Hamburger Kultursommer“
Es gebe bei beiden Varianten Vor- und Nachteile, betonte Siegmund. Konsens sei in der AfD aber, dass die Behörde nicht dazu benutzt werden dürfe, die Opposition zu überwachen und „für Stimmung zu sorgen, weil das haben wir aktuell“, so der 35-Jährige. „Wer zweifelt daran?“ Dies sei offensichtlich.
Anzeige
Innenministerium wies Vorwurf stets zurück
Mit Blick auf die Beobachtung der AfD Sachsen-Anhalt durch den Verfassungsschutz kündigte Siegmund an, man werde diese Entscheidung überprüfen und „rechtsstaatlich neutral bewerten“.
Anzeige
Die AfD erhebt immer wieder den Vorwurf, dass der Verfassungsschutz nicht neutral agiere. „Die Aufgabe dieses Verfassungsschutzes ist völlig ad absurdum geraten. Er überwacht die Opposition, er wird als politisches Instrument eingesetzt“, sagte Siegmund. Das Innenministerium in Magdeburg hatte diesen Vorwurf in der Vergangenheit stets zurückgewiesen und darauf verwiesen, dass der Verfassungsschutz nach Recht und Gesetz handle.
AfD Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestuft
Anzeige
Der Verfassungsschutz hat die AfD Sachsen-Anhalt im November 2023 als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Demnach wurden „zahlreiche muslimfeindliche, rassistische und auch antisemitische Aussagen von Funktions- und Mandatsträgern“ ausgewertet.
Die AfD geht gegen die Einstufung gerichtlich vor. Das Verfahren war zuletzt ausgesetzt. Hintergrund ist möglicherweise, dass ein Verfahren auf Bundesebene abgewartet werden soll. (dpa/mp)