(+) Erst aussortiert, dann Matchwinner: Jones setzt ein Zeichen
FC St. Pauli Ansage: St. Pauli-Trainer Marcel Rapp gab Ricky Jade Jones (l.) eine neue Chance – und dieser nutzte sie. IMAGO/Michael Taeger Unter Trainer Marc...
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FC St. Pauli
Unter Trainer Marcel Rapp haben alle St. Pauli-Profis eine Chance – das sollte den Reservisten Mut machen. Ricky-Jade Jones macht es vor. Ein Kommentar.
Die Enttäuschung war riesig und nachvollziehbar. Die komplette Vorbereitung hatte Ricky-Jade Jones beim FC St. Pauli absolviert, keine Trainingseinheit verpasst – und war trotzdem plötzlich kein Thema mehr: nicht im Kader gegen Kaiserslautern (1:2), nicht im Kader in Bielefeld (2:2). Am Deadline Day hatte es zudem eine Anfrage von den Wolverhampton Wanderers aus seiner englischen Heimat gegeben. Aber St. Pauli ließ ihn nicht ziehen.
Sie wissen auf dem Kiez, was sie an Jones haben. Zum einen als zwischenmenschlichen Faktor in der Gruppe, vor allem aber ob seiner sportlichen Fähigkeiten. Und Jones ließ sich nicht hängen. Er wusste, dass sich irgendwann eine Chance bieten würde, seine Bedeutung fürs große Ganze nachweisen zu können. Sie kam am vergangenen Sonntag. Und er packte sie beim Schopf.
Jones zeigt bei St. Pauli direkt wieder, was in ihm steckt
Der Stürmer war schon beim 1:0 gegen Wolfsburg ins Aufgebot zurückgekehrt, auch in Cottbus dort verblieben und in Unterzahl bei 0:1-Rückstand eingewechselt worden. Mit dem Ergebnis, dass er mit einer klasse Aktion den Ausgleichstreffer des ebenfalls eingewechselten Martijn Kaars vorbereitete.
Jones soll, darf und muss als Paradebeispiel gelten für Kollegen, die ähnlich problematische Situationen zu meistern haben. Kaars zum Beispiel, der sein Schicksal in die eigenen Hände genommen hat, nachdem er seinen Stammplatz verloren hatte. Oder aktuell Marcus Mathisen. Der Däne hatte nach durchwachsenem Start in Bielefeld sein bestes Saisonspiel gemacht, war gegen Wolfsburg erkrankt ausgefallen und in Cottbus nur nicht eingewechselter Ersatz, weil es in der Woche zuvor defensiv super funktioniert hatte.
Grund für Missstimmung? Auf keinen Fall! Wie schnell es beim FC St. Pauli in dieser Saison gehen kann, zeigt ja nicht nur das Beispiel Jones. Joel Chima Fujita und Eric Smith mussten auch ein tiefes Tal durchschreiten und bekamen dennoch das Vertrauen wieder geschenkt, Lars Ritzka war bis zum Wolfsburg-Spiel ohne Einsatzminute und holte dort und bei Energie die Kohlen aus dem Feuer. Unter Marcel Rapp wäre es als Profi fahrlässig, sich auch nur eine Minute hängen zu lassen. Denn eine neue Chance kann schon an der nächsten Ecke warten.