FC St. Pauli: Stürmer Kaars wie ausgewechselt – auch dank eines alten Bekannten?

Seinen Torjubel, das wurde am Dienstag auf der Trainingsanlage des USC Flachau deutlich, hat Martijn Kaars noch drauf. Fast im Minutentakt packte der Stürmer des FC St. Pauli den „Flieger“ aus, drehte mit ausge...

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FC St. Pauli: Stürmer Kaars wie ausgewechselt – auch dank eines alten Bekannten?

Seinen Torjubel, das wurde am Dienstag auf der Trainingsanlage des USC Flachau deutlich, hat Martijn Kaars noch drauf. Fast im Minutentakt packte der Stürmer des FC St. Pauli den „Flieger“ aus, drehte mit ausgebreiteten Armen Kreise über den Rasen. Fast jeder Abschluss des Niederländers saß, mal per Kopf, mal kraftvoll in den Winkel, mal überlegt in die Ecke.

Die Übung, bei der entweder über außen durchkombiniert und geflankt oder flach im Zentrum durchgesteckt wurde, war wie gemacht für Strafraumstürmer Kaars. Und entsprechend gut war auch die Laune des 27-Jährigen, der in der abgelaufenen Bundesligasaison noch enttäuscht hatte.

FC St. Pauli: Martijn Kaars hat eine schwere Saison hinter sich

„Ich habe viele Spiele in der vergangenen Saison gesehen. Als Stürmer in einer Mannschaft, die nicht so viel den Ball hat, ist es nicht so einfach. Ich glaube, dass es dieses Jahr anders wird“, sagt Abwehrneuzugang Marcus Mathisen (30), der in der Saison 2024/25 noch gemeinsam mit Kaars für den 1. FC Magdeburg gespielt hatte.

Mit 19 Toren und sechs Assists war der Angreifer in jener Spielzeit der überragende Mann. Hinter dem damaligen HSV-Torjäger Davie Selke wurde Kaars Zweitliga-Vizetorschützenkönig – und St. Pauli anschließend beglückwünscht, sich die Dienste des lauf- und abschlussstarken Profis gesichert zu haben. Denn Kaars wollten viele.

St. Pauli überwies für den Angreifer vier Millionen Euro

Die rund vier Millionen Euro, die der Kiezclub an Magdeburg überwies, schienen gut investiert zu sein. Dann aber kam Kaars mit der defensiven Spielweise unter Alexander Blessin, dem Umschaltspiel und den deutlich athletischeren Verteidigern in der Bundesliga nicht mehr zurecht. Magere drei Tore standen nach 33 Bundesliga-Einsätzen zu Buche. Kaars wirkte nachdenklich, haderte mit sich und der Gesamtsituation.

Marcus Mathisen klatscht ab.

Neuzugang Marcus Mathisen (30) soll sofort Führungsspieler werden.© Witters | Frank Peters

In der anstehenden Zweitligasaison wird St. Pauli hingegen wieder dominanter agieren – und dürfte Kaars auch deutlich mehr Abschlussmöglichkeiten erhalten. „Martijn ist ein super Stürmer, in Magdeburg war er top. Er läuft sehr, sehr viel, ist immer in der Tiefe, immer in der Box“, sagt Mathisen.

Besondere Rolle für Branimir Hrgota

Ein Spieler, der sowohl für Kaars als auch für Mathisen bisher ein wichtiger Bezugspunkt ist, ist Offensivzugang Branimir Hrgota (33). Der erfahrene Schwede dürfte als kreativer Offensivmann künftig für die eine oder andere Torvorlage sorgen. In Hamburg war das Trio bereits gemeinsam essen, innerhalb des Teams sollen vor allem die erfahrenen Mathisen und Hrgota als Führungsspieler vorangehen.

„Ich hoffe, dass es ganz schnell geht – und ich will das auch. Ich bin 30 Jahre alt, habe schon viele Spiele gemacht. Es ist eine junge Mannschaft, hier sind Hrgota und ich gerade die Ältesten. Wir sind zwar neue Spieler, müssen aber schnell diese Führungsrolle einnehmen, viel mit den Jungs sprechen“, sagt Mathisen. „Auch in Wiesbaden war ich schon Kapitän, obwohl es mein erstes Jahr in Deutschland war. Das ist ganz natürlich für mich.“

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Mit Martijn Kaars scheinen vorerst aber keine psychologischen Gespräche nötig zu sein. Seit der Sommerpause wirkt der Angreifer wie ausgewechselt. Am Ende der Einheit am Dienstag klaute er St. Paulis Social-Media-Redakteurin Lena Gruninger das Handy aus der Hand und filmte seine Teamkollegen bei einer Zwei-Kontakt-Abschlussübung. So gut wie Kaars traf dabei aber keiner.