Städtebauförderung ermöglicht umfassende Sanierung

StartseiteLokalesSchleswig-HolsteinStand: 09.09.2026, 18:59 UhrKommentareUns auf Google folgenBürgermeister Kuno Brandt (l.), Eigentümer Gert Nagel (r.) und Architekt Sönke Utke vor dem sanierten Haus. © Kristo...

  • 3 min read
Städtebauförderung ermöglicht umfassende Sanierung

Stand: 09.09.2026, 18:59 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Bürgermeister Kuno Brandt (l.), Eigentümer Gert Nagel (r.) und Architekt Sönke Utke vor dem sanierten Haus.

Bürgermeister Kuno Brandt (l.), Eigentümer Gert Nagel (r.) und Architekt Sönke Utke vor dem sanierten Haus. © Kristof

Ein Haus aus dem 19. Jahrhundert, ein altes Foto als Vorlage und eine aufwendige Sanierung: Das Gebäude in der Werftstraße 1 hat eine bewegte Geschichte. Eigentümer Gert Nagel setzte bei der Erneuerung auf historische Details und Unterstützung aus der Städtebauförderung.

Das Haus in der Werftstraße 1 ist kaum wiederzuerkennen. Wer in den vergangenen Monaten an dem Gebäude vorbeigekommen ist, dürfte die Veränderungen bemerkt haben: Die Fassade erstrahlt nun in Weiß, historische Steinverzierungen wurden herausgearbeitet, die Fenster originalgetreu erneuert und auch der Wintergarten wurde neu aufgebaut. Möglich wurde die Sanierung durch Mittel der Städtebauförderung. Für Bürgermeister Kuno Brandt ist das Haus mit der Sanierung „ein echtes Schmuckstück geworden“, das sich gerade in diesem viel frequentierten Bereich in Heiligenhafen positiv auf das Stadtbild auswirke.

Das Gebäude vor der Sanierung – aufgrund seines Zustandes stand es zuletzt leer.

Das Gebäude vor der Sanierung – aufgrund seines Zustandes stand es zuletzt leer. © Utke

Historisches Foto Grundlage der Sanierung

Eigentümer Gert Nagel hatte sich bereits vor rund 15 Jahren in das Gebäude verliebt und es gekauft. Vor zwei Jahren stellte der Malermeister den Antrag auf Unterstützung aus der Städtebauförderung. Dann tauchte ein altes Foto aus dem Jahr 1910 auf – die optimale Vorlage für eine Sanierung nach historischem Vorbild. Gemeinsam mit Architekt Sönke Utke orientierte sich Nagel bei den Arbeiten möglichst genau an der Vorlage.

Utke schätzt das Baujahr des Hauses auf etwa 1860. Im Laufe der Jahrzehnte wurde es unterschiedlich genutzt: Im unteren Bereich habe sich zeitweise eine Bank, im Obergeschoss eine Segelmacherei befunden. Bei der Sanierung kamen weitere Spuren der Vergangenheit zum Vorschein. „Wir haben viele Schätze gefunden, darunter handgemachtes Glas, das auf eine Apotheke hinweist, die hier früher gewesen sein könnte“, berichtet Nagel. Zuletzt stand das Gebäude wegen seines Zustandes längere Zeit leer.

Die Sanierung sei laut Kuno Brandt ein gutes Beispiel dafür, wie Mittel aus der Städtebauförderung auch zugunsten von Privateigentümern eingesetzt werden könnten. Voraussetzung für die Förderung war, dass das Gebäude im Rahmen des Integrierten Entwicklungskonzepts (IEK) als Objekt mit mittlerem oder hohem Sanierungsbedarf eingestuft ist. Neben der Direktförderung gibt es auch die Möglichkeit, zumindest steuerliche Vorteile zu nutzen. Bereits 15 Heiligenhafener haben diese in Anspruch genommen. Bei Nagels Haus war eine Direktförderung möglich, der die Stadtvertretung zustimmen musste, denn Bund, Land und Stadt tragen die Förderung jeweils zu einem Drittel. Am Ende konnte rund ein Drittel der Gesamtkosten, welche sich im hohen sechsstelligen Bereich befinden, durch Fördermittel abgedeckt werden.

Neben der historischen Gestaltung wurde das Gebäude dabei auch energetisch modernisiert. Es erhielt unter anderem eine umfassende Dämmung, eine Solaranlage sowie eine Wärmepumpe. Ab Oktober soll nach der einjährigen Bauphase Nagels Tochter in das Haus einziehen. Der Oldenburger hat als Malermeister selbst zahlreiche Arbeiten übernommen und viel Zeit in das Projekt gesteckt. Trotz zusätzlicher Kosten zieht er ein positives Fazit: „Alles ist teurer geworden, aber wenn ich damals gewusst hätte, wie es jetzt aussieht, würde ich mich wieder dafür entscheiden.“