Steam Frame: Erstes Update entschärft die Akku-Kritik nur halb
Die Versionsnummer ist manchmal ehrlicher als manches Datenblatt: SteamOS 0.3.0 läuft auf einem Gerät, für das Valve hierzulande mindestens 1.049 Euro verlangt und das in unserem PCGH-Test die Gesamtnote 2,28 e...
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Die Versionsnummer ist manchmal ehrlicher als manches Datenblatt: SteamOS 0.3.0 läuft auf einem Gerät, für das Valve hierzulande mindestens 1.049 Euro verlangt und das in unserem PCGH-Test die Gesamtnote 2,28 erhielt. Die zwölf Einträge des Changelogs entschärfen mehrere Kritikpunkte aus den ersten Tests, die größte Baustelle beim Akkumulator bleibt jedoch vorerst weiterhin bestehen.
Offen ist außerdem, welche Bewertungsregel für Spiele nun gilt, denn Valves eigene Entwicklerdokumentation widerspricht dem Changelog.
- SteamOS 0.3.0 verkürzt das Laden im Standby oder ausgeschalteten Zustand, die Laufzeit von gut einer Stunde im Leistungsmodus bleibt jedoch unverändert.
- Spieler profitieren von Fixes für Motion Smoothing, Mikrofon, Controller-Tracking und Stabilität; Probleme beim PC-Streaming adressiert das Update nicht.
- Für Käufer und Entwickler bleibt die Kompatibilitätsbewertung unklar, weil Valves Changelog und Dokumentation bei der Playable-Auflösung widersprüchliche Vorgaben nennen.
SteamOS 0.3.0 für die Steam Frame setzt beim Akku an
Valve hat SteamOS 0.3.0 am 17. September 2026 um 16:19 Uhr pazifischer Zeit für alle Nutzer freigegeben, in Deutschland war es da 01:19 Uhr am 18. September. Nutzen können es vorerst vor allem Entwickler und Tester: Kaufeinladungen verschickt Valve erst seit diesem Tag, einen konkreten Liefertermin nennt der Hersteller noch nicht.
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Den größten praktischen Nutzen verspricht gleich der erste Eintrag: Ausgeschaltet oder im Standby soll die Steam Frame jetzt deutlich schneller laden. Das ist relevant, weil der 21,6-Wh-Akku im Leistungsmodus nach gut einer Stunde leer ist und Valve kein Netzteil beilegt; das eigene kostet 39 Euro extra.
An der Laufzeit selbst ändert das Update nichts; auch das Laden im laufenden Betrieb, für das der PCGH-Test eine Powerbank oder ein separates Netzteil voraussetzt, erwähnt das Changelog nicht.
Ein zweiter Fix betrifft das integrierte Mikrofon, das verzerrten Ton liefern konnte. Ob der Fehler auch die im Test als zweckmäßig beschriebene Voice-Chat-Qualität erklärt, lässt Valve offen. Verbessert hat der Hersteller außerdem das Controller-Tracking bei einer aktiven Haptik und die Stabilität unter hoher Last.
Im Alltag wiegt der Ladefix damit am schwersten, gefolgt vom Mikrofon-Fix; den Effekt der übrigen Korrekturen beziffert Valve nicht.
Version: SteamOS 0.3.0 (Arm64-Zweig für Steam Frame), verteilt an alle Nutzer
Allgemein
- Deutlich schnelleres Laden bei ausgeschaltetem Gerät oder im Standby
- Verbessertes Controller-Tracking bei aktiver Haptik
- Höhere Systemstabilität und Zuverlässigkeit unter hoher Last
- Fehler behoben, durch den das Mikrofon verzerrten Ton ("garbled audio") lieferte
Bedienung (UX)
- Anwendungsspezifische Einstellung Motion Smoothing → "Force Always-On" korrigiert (wurde ignoriert)
- Verbessertes Motion-Smoothing-Verhalten in Half-Life: Alyx
- Neue Option in den VR-Einstellungen: "Game dimming when dashboard is visible" (Spiel abdunkeln, solange das Dashboard eingeblendet ist)
- VR-Einstellungen → Spielbereich: Begrenzungen werden nicht mehr automatisch angezeigt
Entwickler
- Leistungskriterium für die Einstufung "Playable" erlaubt jetzt jede Auflösung (bisher: 1440p)
- Korrekturen am Vulkan-Layer für höhere Spielekompatibilität
- Mehrere Verbesserungen an der allgemeinen System- und OS-Leistung
- Mehrere Verbesserungen an der Grafikleistung (Mesa)
Motion Smoothing auf der Steam Frame greift jetzt wie eingestellt
Half-Life: Alyx erreicht auf der Steam Frame im Standalone-Betrieb im Rahmen des PCGH-Tests rund 36 Fps; erst Motion Smoothing verdoppelt die Ausgabe per Zwischenbildberechnung auf 72 Fps.
SteamOS 0.3.0 verbessert die Zwischenbildberechnung in dem Titel, den Valve jeder Steam Frame kostenlos beilegt, und repariert die anwendungsspezifische Option "Force Always-On", die das System bislang schlicht ignorierte. Auf Seite des PCs hatte Valve denselben Fehler bereits am 15. September mit der SteamVR-Beta 2.17.10 behoben.
Zwei weitere Änderungen betreffen das VR-Dashboard: Ein neuer Schalter in den VR-Einstellungen steuert, ob das laufende Spiel bei eingeblendetem Dashboard abgedunkelt wird.
Zudem blendet der Menüpunkt für den Spielbereich dessen Begrenzungen nicht mehr automatisch ein. Für die Bildqualität zählt allein der Motion-Smoothing-Fix, der Rest sind Komfortkorrekturen.
Playable-Regel: Valve widerspricht sich bei der Steam Frame
Für die Einstufung "Playable" auf der Steam Frame gilt laut Changelog von SteamOS 0.3.0 keine Mindestauflösung mehr; bislang lag die Grenze bei "1440p". Da 2D-Spiele laut Valves Steamworks-Dokumentation ohnehin nur 30 Fps bei 1.280 × 720 Pixeln schaffen müssen, kann sich das nur auf VR-Titel beziehen.
Für diese nennt die Dokumentation eine Untergrenze von 1.440 × 1.440 Pixeln pro Auge, und genau diese Passage steht dort weiterhin: Stand 19. September 2026 erhalten VR-Spiele darunter das Badge "Unsupported", nicht "Playable". Welche Aussage nun gilt, hat Valve bislang nicht geklärt.
Für das Verified-Badge verlangt Valve von VR-Spielen mindestens 72 Fps bei 1.728 × 1.728 Pixeln pro Auge, also 80 Prozent der nativen 2.160 Pixel je Achse. Eine eigene Abfrage der Steam-Suche ergibt am 19. September 63 VR-Spiele mit diesem Badge, darunter Beat Saber und Red Matter 2; in der Playable-Stufe fand MIXED einen Tag zuvor mit Arca's Path VR genau einen Titel.
Für Käufer zählt vor allem die Zahl der entsprechend eingestuften Spiele, die Auflösungsgrenzen betreffen in erster Linie Entwickler. Das Verfahren selbst hat Valve direkt von der Kompatibilitätsprüfung des Steam Deck abgeleitet.
Die übrigen Entwicklereinträge bleiben vage: Korrekturen am Vulkan-Layer sollen die Spielekompatibilität erhöhen, ohne dass Valve betroffene Titel nennt. Hinzu kommen nicht bezifferte Leistungsverbesserungen am System und am Mesa-Grafiktreiber.
Für PC-Streaming spielt das Badge keine Rolle
Die Bewertung gilt laut Valve ausschließlich für Spiele, die direkt auf der Steam Frame laufen: Titel, die ein Gaming-PC berechnet und an die Brille streamt, prüft der Hersteller nicht. Dass Streaming trotzdem kein Selbstläufer ist, zeigte der PCGH-Praxistest mit 30 Spielen: Von 14 per Streaming getesteten VR-Titeln funktionierten nur neun problemlos, meist scheiterte es an der Eingabeerkennung. Im Changelog von SteamOS 0.3.0 taucht das Thema Streaming nicht auf.
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Quelle: Valve via GamingOnLinux