Steuererklärung per KI: 40 Prozent würden ihr sogar blind vertrauen

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Steuererklärung per KI: 40 Prozent würden ihr sogar blind vertrauen

Stand: 31.08.2026, 20:10 Uhr

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KI, App, einmal freigeben: Millionen Deutsche sind bereit, ihre Steuererklärung weitgehend der Technik zu überlassen.

Die Steuererklärung wird zum Testfall für Künstliche Intelligenz und automatisierte Verwaltung. Laut einer repräsentativen Bitkom-Umfrage haben bereits 15 Prozent der Steuerpflichtigen KI für ihre Steuererklärung genutzt, 13 Prozent erledigten sie zuletzt per Smartphone-App.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Markt und Mittelstand.

Noch erstaunlicher: 40 Prozent würden eine vom Finanzamt automatisch vorausgefüllte Steuererklärung sogar ohne eigene Prüfung übernehmen. Aus der ungeliebten Arbeit mit Belegen, Formularen und Fristen könnte damit ein Prozess werden, bei dem der Mensch am Ende kaum mehr tut als zuzustimmen.

Ein Mann nutzt „Mein Elster“ auf einem Laptop

Wem nach dem Absenden seiner Steuererklärung ein Fauxpas auffällt, sollte diesen umgehend korrigieren. © Nico Tapia/dpa-tmn

Das Smartphone wird zum heimlichen Finanzamt-Schalter

Noch auffälliger ist der Sprung bei mobilen Steuer-Apps: 13 Prozent haben ihre letzte Steuererklärung komplett über das Smartphone erledigt – vor einem Jahr waren es erst 7 Prozent. Bei den unter 30-Jährigen liegt die Quote sogar bei 20 Prozent. Rechnet man alle mobilen Wege zusammen, darunter auch die neue Funktion „Steuererklärung per Klick" in der Elster-App, hat bereits jeder Siebte seine Steuer mobil abgegeben.

Möglich macht diesen Wandel eine unscheinbare Infrastruktur-Entscheidung: Die Finanzverwaltung stellt mit Elster seit Jahren offene Schnittstellen bereit, auf denen private Anbieter eigene Apps und KI-Funktionen aufsetzen können. Der Staat liefert die Datenbasis, private Entwickler liefern die Nutzerfreundlichkeit – eine Arbeitsteilung, die selten so reibungslos funktioniert wie hier.

Trotzdem bleibt Elster direkt beim Finanzamt mit 27 Prozent der häufigste Weg, gefolgt von PC-Steuersoftware und Steuerberatung mit je 21 Prozent. Nur noch 17 Prozent reichen ihre Erklärung auf Papier ein – vor allem Ältere: 43 Prozent der über 65-Jährigen greifen noch zum Papierformular, bei den Jüngeren sind es einstellige Werte.

Vertrauen ist da – aber die Angst, Geld zu verschenken, bleibt

Der eigentliche Sprengstoff steckt in einer anderen Zahl: 47 Prozent der Deutschen würden eine automatisch vorausgefüllte Steuererklärung nutzen, die das Finanzamt selbst erstellt und die sie nur noch bestätigen müssten. 40 Prozent würden eine solche Erklärung sogar ungeprüft übernehmen. Bemerkenswert für ein Land, das beim Thema Behörden und Daten traditionell zurückhaltend ist. Doch genau hier liegt der Haken: Wer blind auf „Freigeben“ klickt, riskiert, mögliche Abzüge zu übersehen – und damit dem Finanzamt Geld zu schenken.

Noch aber empfinden 59 Prozent die Steuererklärung als lästige Pflicht, die sie bis zum letzten Drücker aufschieben, 34 Prozent überziehen regelmäßig die Frist. Nur 6 Prozent macht sie tatsächlich Spaß. Genau hier liegt die Chance: Eine vorausgefüllte, KI-gestützte Erklärung könnte aus einer gefürchteten Pflichtübung eine Fünf-Minuten-Aufgabe machen.

Vielleicht ist deshalb nicht die KI die eigentliche Revolution der Steuererklärung. Sondern der Rollenwechsel dahinter: Jahrzehntelang mussten Bürger Daten sammeln, Formulare verstehen und Zahlen eintragen. Künftig könnte der Staat die Erklärung vorbereiten, Software sie optimieren – und der Steuerpflichtige nur noch entscheiden, ob er auf „Freigeben“ klickt. Ausgerechnet die Steuererklärung könnte damit zeigen, wie Verwaltung aussieht, wenn der Mensch nicht mehr Antragsteller, sondern Kontrolleur der Maschine ist. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Markt und Mittelstand)

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