Stichwahl in der Samtgemeinde Fintel: Wofür Henrike Hoppe und Tobias Koch stehen

Nach dem ersten Wahlgang trennen Henrike Hoppe und Tobias Koch nur 0,52 Prozentpunkte. Nun empfehlen sowohl die CDU als auch der unterlegene Drittkandidat ihre jeweiligen Favoriten.

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Stichwahl in der Samtgemeinde Fintel: Wofür Henrike Hoppe und Tobias Koch stehen

Stand: 22.09.2026, 06:30 Uhr

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Frau vor Fachwerkhaus

Henrike Hoppe: „Ich bin da, weil es jetzt darauf ankommt.“ © klar Werbeagentur

Nach dem ersten Wahlgang trennen Henrike Hoppe und Tobias Koch nur 0,52 Prozentpunkte. Nun empfehlen sowohl die CDU als auch der unterlegene Drittkandidat ihre jeweiligen Favoriten.

Lauenbrück – Henrike Hoppe und Tobias Koch gehen am kommenden Sonntag, 27. September, in die Stichwahl um das Amt des Samtgemeindebürgermeisters beziehungsweise der Samtgemeindebürgermeisterin. Die beiden Kandidaten liegen nach dem ersten Wahlgang fast gleichauf. Hoppe erzielte 39,17 Prozent und Koch 38,65 Prozent der Stimmen der Wählerinnen und Wähler. Ein Favorit oder eine Favoritin lässt sich aufgrund der Ergebnisse nicht ablesen – der Ausgang der Stichwahl ist vollkommen offen. Auf der Zielgeraden gibt es aber zwei Wahlempfehlungen, die es vorher nicht gab: Der unterlegene Tim Seifer (parteilos) ruft zur Wahl von Koch auf, die CDU in der Samtgemeinde Fintel stellt sich geschlossen hinter Hoppe. Die Mediengruppe Kreiszeitung hat beiden Bewerbern um das Spitzenamt im Rathaus die Frage gestellt: Warum sollten sich die Bürger für Sie entscheiden?

Henrike Hoppe: Sie ist aktuell die Stellvertreterin des Samtgemeindebürgermeisters und seit zwölf Jahren in Führungspositionen im Samtgemeinderathaus beschäftigt. Hoppe betont in ihrem Statement, dass dieser Hintergrund entscheidend sei, um die Kommune erfolgreich zu führen: „Das Amt der Samtgemeindebürgermeisterin verbindet politische Verantwortung mit der fachlichen Leitung der Verwaltung.“ Künftig wolle sie auch politisch die Verantwortung tragen. „Ich weiß, dass die nächsten acht Jahre für die Samtgemeinde wesentlich und entscheidend werden.“

Wichtig ist, im richtigen Moment ansprechbar zu sein.

Mehr Dialog mit den Bürgern

Henrike Hoppe geht in ihren Aussagen auch auf Kritik ein, die ihr als Mitarbeiterin in der Verwaltung entgegenschlägt: „Dabei war es auch das eine oder andere Mal notwendig, professionell unbequem zu sein“, sagt sie. Führung bedeutet nicht, Konflikten auszuweichen „und es allen recht machen zu wollen“. Hoppe sieht ihre Rolle so: „Führung heißt, zuzuhören, sorgfältig abzuwägen, gemeinsam im Verwaltungsteam, allein oder im Samtgemeinderat klare Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für deren Umsetzung zu übernehmen.“

Wie alle anderen Bewerber um das Samtgemeindebürgermeisteramt will Hoppe künftig mehr Dialog mit den Bürgern: „Entscheidend ist für mich nicht, möglichst häufig und auf allen Festen gesehen zu werden. Wichtig ist, im richtigen Moment da und ansprechbar zu sein und mich mit Herzblut für die Aufgaben einzusetzen, die unsere Samtgemeinde braucht.“ Als Mutter von drei Kindern habe sie selbst und ihre Familie die Auswirkungen von Verwaltungsentscheidungen gespürt. „Ich bitte daher um Ihre und Eure Stimme für eine Verbesserung aus der Erfahrung heraus“, sagt die Juristin vor dem entscheidenden Wahlsonntag. „Ich bin da, weil es jetzt darauf ankommt.“

Tobias Koch: Er ist Polizeibeamter und sitzt seit vielen Jahren für die SPD im Samtgemeinderat und Kreistag. Er tritt aber als Einzelbewerber an und wird nicht von der SPD offiziell unterstützt. Koch betont, dass es wichtig sei, dass der nächste Samtgemeindebürgermeister nicht aus der Verwaltung kommt: „Das war über viele Jahre der Weg, der unsere Samtgemeinde geprägt hat. Ich glaube, dass die Wahl am 13. September gezeigt hat, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger jetzt etwas anderes wünschen.“ Ein Bürgermeister müsse mehr sein als ein Verwaltungsfachmann, ist Kochs Überzeugung. „Er muss zuhören, vermitteln, anpacken, Entscheidungen treffen und Menschen zusammenbringen.“ Die fachliche Kompetenz sei im Rathaus schon vorhanden. „Ich möchte ein Bürgermeister sein, der zu den Menschen geht – und nicht darauf wartet, dass die Menschen ins Rathaus kommen.“

Erfahrung und Nähe fürs Rathaus

Koch betont, dass die Vereine und das Ehrenamt wichtige Teile der Samtgemeinde Fintel sind. „Ich bin selbst aktiver Vereinsmensch und weiß deshalb, was es bedeutet, wenn Menschen ihre Freizeit investieren, Verantwortung übernehmen.“ Ein Bürgermeister müsse verstehen, was Vereine tatsächlich benötigen, „wo der Schuh drückt und wie man ihnen als Kommune den Rücken freihält“.

Mann vor Holzhütte

Tobias Koch: „Nicht nur verwalten, sondern gestalten.“ © Michelle Koch

Koch sagt, dass er sich nicht nur seit Wahlkampfbeginn für die Dörfer interessiere: „Ich habe mich damit schon beschäftigt, lange bevor meine Kandidatur feststand.“ Seine Botschaft vor der Stichwahl: „Ich möchte Erfahrung und Nähe ins Rathaus tragen – und damit für einen echten Neuanfang stehen, ohne dabei das Bewährte aus den Augen zu verlieren.“ Er werde ein Bürgermeister, „der nicht nur verwaltet, sondern gestaltet“.

Ich möchte ein Bürgermeister sein, der zu den Menschen geht.

Bei allen unterschiedlichen Positionen, die Koch wie Hoppe eint – sie führen keinen Wahlkampf gegeneinander. Das war vor der Stichwahl so und hat sich jetzt auch nicht verändert. Fairness und gegenseitiger Respekt sind beiden wichtig.