Stiftung Warentest: „Erstickungsgefahr“ bei Billig-Schnuller – auch ein Marken-Schnuller fällt durch

Für viele Eltern ist der Schnuller ein unverzichtbarer Tröster im Alltag – umso größer die Sorge, ob er wirklich sicher ist. Stiftung Warentest hat 13 Modelle geprüft: zwei Modelle fallen durch – wegen Erstickungsgefahr und krebserregender Stoffe.

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Stiftung Warentest: „Erstickungsgefahr“ bei Billig-Schnuller – auch ein Marken-Schnuller fällt durch

Stiftung Warentest „Erstickungsgefahr“ bei Billig-Schnuller – auch ein Marken-Schnuller fällt durch

Für viele Eltern ist der Schnuller ein unverzichtbarer Tröster im Alltag – umso größer die Sorge, ob er wirklich sicher ist. Stiftung Warentest hat 13 Modelle geprüft: zwei Modelle fallen durch – wegen Erstickungsgefahr und krebserregender Stoffe.

28.08.2026 , 08:18 Uhr

Der Griff zum Babyschnuller kann ein Anker sein – aber auch eine Gefahr. Stiftung Warentest warnt vor zwei Modellen.

Der Griff zum Babyschnuller kann ein Anker sein – aber auch eine Gefahr. Stiftung Warentest warnt vor zwei Modellen.

Foto: picture alliance/dpa/dpa-tmn/Mascha Brichta

  • Die Stiftung Warentest hat in Heft 4/2026 13 Babyschnuller getestet: die beruhigende Nachricht für Eltern: 11 von 13 getesteten Schnullern sind sicher. Zehn davon schneiden sogar mit „sehr gut“ oder „gut“ ab.
  • Mangelhaft wegen Erstickungsgefahr: Ein günstiger No-Name-Schnuller fällt aber komplett durch. Der Grund: zu kleine Luftlöcher im Schild und Erstickungsgefahr.
  • Schadstoffe in Marken-Schnuller: Auch in einem Markenschnuller wurden Nitrosamine nachgewiesen. Diese können krebserregend sein.

Warum der Schnuller-Test für Eltern so wichtig ist

Er spendet Trost, hilft beim Einschlafen und ist oft das letzte Ass im Ärmel, wenn nichts anderes mehr funktioniert: Der Schnuller ist für viele Familien fester Bestandteil des Baby-Alltags. Gleichzeitig bleibt bei Eltern häufig ein nagendes Gefühl und eine große Sorge: Was, wenn ausgerechnet der Schnuller, den mein Kind ständig im Mund hat, zum Risiko wird?

Genau deshalb hat Stiftung Warentest das Thema im aktuellen Heft 04/2026 erneut untersucht – auch vor dem Hintergrund früherer kritischer Schadstofffunde. Die gute Nachricht vorweg: der allergrößte Teil an getesteten Schnullern ist sicher, aber vor zwei Produkten wird auch explizit gewarnt.

Diese beiden Schnuller fallen bei Stiftung Warentest durch – die Gründe sind ernst

Auch wenn die Mehrheit überzeugt, raten die Warentester von zwei Modellen ausdrücklich ab. Hier sind die Probleme so gravierend, dass sie die Gesamtnote deutlich nach unten ziehen.

  • Nuby Flex Beruhigungssauger – Note: „mangelhaft“ (5,0) – ab 3,59 Euro online erhältlich
  • Chicco Physio Forma Soft – Note: „ausreichend“ (4,4) – ab 8,99 Euro online erhältlich

Bei dem Nuby Flex handelt es sich um einen Schnuller, der über die Online-Plattform Shein bestellt wurde. Das gravierende Urteil basiert auf mechanischen Mängeln. Die Atemlöcher im Schild sind zu klein und erfüllen die Norm nicht.

Ein grober Mangel, der potenziell lebensgefährlich sein könnte. Falls der Schnuller tatsächlich einmal komplett im Mund verschwinden und im Rachen landen sollte, sind die Löcher im Schild dafür verantwortlich, dass das Baby weiter atmen kann, bis der Schnuller entfernt wird. Ist dies nicht der Fall, droht Erstickungsgefahr.

Im Marken-Schnuller Chicco Physio Forma Soft indes wurden im Labor Nitrosamine nachgewiesen. Diese Stoffe stehen unter Krebsverdacht. Sie könnten sich beim Nuckeln durch Speichel aus dem Material lösen und so in den Organismus des Kindes gelangen.

Die gemessenen Werte lagen knapp unterhalb des gesetzlichen Grenzwertes. Daher kam es zu einer milderen Abwertung und in der Teilwertung gab es die Note „ausreichend“. Mechanisch ist an dem Produkt nichts auszusetzen. Dennoch rät Stiftung Warentest von der Nutzung ab.

So hat Stiftung Warentest die Sicherheit der Schnuller geprüft

Um zu bewerten, wie sicher die Schnuller sind, kombinierten die Tester von Stiftung Warentest mehrere Prüfungen, die den Baby-Alltag möglichst realistisch nachstellen sollten:

  • Prüfung nach Norm: Die Schnuller wurden vermessen in Hinblick auf mögliches Triggern eines Würgereizes oder Gefahr des Verschluckens. Zudem wurde die Größe der Luftlöcher kontrolliert.
  • Belastungstests: Hierbei wurde die Stressresistenz der Schnuller geprüft. Brechen Teile ab, wenn kräftig an ihnen gezogen wird?
  • Schadstoffprüfung: Alle Bestandteile der Schnuller werden umfassend auf ein breites Spektrum an Schadstoffen untersucht – darunter Schwermetalle, Weichmacher (Bisphenole) und potenziell krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).

Was hat es mit den Schadstoffen in Babyschnullern auf sich?

Der Nitrosamin-Fund im Chicco-Schnuller wiegt schwer. Nach Angaben durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind Nitrosamine in Verbraucherprodukten wie Schnullern grundsätzlich unerwünscht. In Tierversuchen hatten sich diese als potenziell krebserregend erwiesen.

Für Nitrosamine gilt das sogenannte ALARA-Prinzip: die Konzentration sollte „so niedrig wie vernünftigerweise erreichbar“ sein. Das heißt für Eltern und Verbraucher: Selbst wenn die Grenzwerte nominell eingehalten werden, sollte jeder vermeidbare Kontakt aus Vorsorgegründen vermieden werden.

Hygiene beim Schnuller bleibt das A und O

Neben der Produktsicherheit spielt im Alltag auch Hygiene eine zentrale Rolle. Das renommierte und an Eltern gerichtete Magazin „Eltern“ gibt auf seiner Website hilfreiche Tipps, wie die Hygiene eines Babyschnullers gewährleistet werden kann.

  • Vor dem ersten Gebrauch: Sterilisierung des Schnullers, zum Beispiel durch Auskochen.
  • In den ersten sechs Monaten: Tägliche Sterilisierung wird empfohlen, da das Immunsystem eines Neugeborenen noch nicht ausgereift ist.
  • Nach sechs Monaten: Das Sterilisierungs-Intervall kann vergrößert werden, jedoch sollte der Schnuller täglich mit heißem Wasser gewaschen werden.
  • Regelmäßiger Austausch: Schnuller sollten generell alle ein bis zwei Monate – oder bei Bedarf durch Risse oder andere Beschädigungen – ersetzt werden.

Ein absolutes No-Go ist laut Experten, den heruntergefallenen Schnuller abzulecken und dem Baby wiederzugeben – so können Kariesbakterien übertragen werden.

Worauf Eltern nach den Schnuller-Test achten sollten

Der Test zeigt: Die meisten Eltern können aufatmen, denn die große Mehrheit der geprüften Schnuller ist sicher. Trotzdem lohnt sich ein wachsamer Blick. Der Fall des Nuby-Schnullers macht deutlich, dass bei sehr günstigen Produkten von unbekannten Anbietern auf Online-Marktplätzen grundlegende Sicherheitsstandards fehlen können. Der Chicco-Schnuller zeigt: Auch bekannte Marken sind keine Garantie dafür, dass alles frei von Problemen ist.

Für den Alltag bedeutet das: Orientierung an Qualitätsurteilen, regelmäßige Kontrolle auf Risse und Schäden – und konsequente Hygiene. So bleibt der Schnuller das, was er sein soll: ein kleiner Tröster, der Eltern und Kind den Tag ein Stück leichter macht.

Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde unter Einsatz Künstlicher Intelligenz erstellt. Der Inhalt wurde von der Redaktion geprüft.