Stiftung Warentest: Fahrradhelme-Test – bekannte Marke stellt Testsieger, Discounter-Helm mit Note (2,6)

Die Stiftung Warentest hat 28 Fahrradhelme für Erwachsene geprüft. Testsieger ist ein Helm aus dem mittleren Preissegment – doch auch ein günstiger Helm schneidet nicht schlecht ab. Nur ein Modell fällt im Test glatt durch.

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Stiftung Warentest: Fahrradhelme-Test – bekannte Marke stellt Testsieger, Discounter-Helm mit Note (2,6)

Stiftung Warentest Fahrradhelme-Test – bekannte Marke stellt Testsieger, Discounter-Helm mit Note (2,6)

Service · Die Stiftung Warentest hat 28 Fahrradhelme für Erwachsene geprüft. Testsieger ist ein Helm aus dem mittleren Preissegment – doch auch ein günstiger Helm schneidet nicht schlecht ab. Nur ein Modell fällt im Test glatt durch.

28.08.2026 , 08:16 Uhr

 Die meisten Fahrradhelme sind sicher, dennoch gibt es qualitative Unterschiede. Ein Model fällt bei Stiftung Warentest sogar glatt durch. (Symbolbild)

Die meisten Fahrradhelme sind sicher, dennoch gibt es qualitative Unterschiede. Ein Model fällt bei Stiftung Warentest sogar glatt durch. (Symbolbild)

Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn/Andrea Warnecke

  • Stiftung Warentest hat 28 Fahrradhelme für Erwachsene getestet
  • Der Testartikel zeigt einen klaren Sieger – ein Helm fällt durch
  • Die Preise für die Fahrradhelme wurden am 12. August 2026 online erhoben

Fahrradhelme sind zwar keine Pflicht im deutschen Straßenverkehr, dennoch ist es höchst ratsam, beim Radeln auf den bestmöglichen Schutz des Kopfes zu achten. In einer durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) 2021 veröffentlichten Auswertung von Beobachtungen aus dem Jahr 2020 trugen über alle Altersgruppen hinweg 26 Prozent der beobachteten Radfahrerinnen und Radfahrer einen Helm. Bei Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren lag der Anteil bei 82 Prozent.

Im gleichen Jahr hatte die Stiftung Warentest Fahrradhelme genauer unter die Lupe genommen und den Test 2024 noch einmal erweitert. Die gute Nachricht vorab: Der allergrößte Teil der Helme weiß zu überzeugen. Wer einen neuen Fahrradhelm sucht, findet den Testsieger bei der bekannten Marke Uvex: Der „City i-vo Mips“ erhält im Fahrradhelm-Test der Stiftung Warentest das Qualitätsurteil „gut“ (1,8) und ist damit unumstrittener Testsieger.

Getestet wurden vor allem City- und Urban-Helme für den Alltag. Dazu kamen drei Modelle, die speziell für S-Pedelecs zertifiziert sind. Die Preise der getesteten Helme reichten im Testzeitraum von etwa 25 bis 200 Euro. Für diesen Artikel haben wir die Preise am 12. August 2026 erhoben. Elf der 28 Modelle erhielten insgesamt ein gutes Qualitätsurteil.

Fahrradhelme im Test - das sind die besten Produkte

Folgende Fahrradhelme aus dem Test sind erwähnenswert:

  • Testsieger: Der „Uvex City i-vo Mips“ erhält das Qualitätsurteil „gut“ (1,8). Preis: ab 70 Euro.
  • Ebenfalls stark: Der „Alpina Haga LED“ kommt ebenfalls auf „gut“ (1,9). Preis: ab 73,33 Euro.
  • Günstigster Helm: Der „Lidl Crivit Fahrradhelm mit Rücklicht“ erreicht „befriedigend“ (2,6). Preis: 16,99 Euro.

Der Uvex City i-vo Mips trägt ein MIPS-System. Die Abkürzung steht für „Multidirectional Impact Protection System“. Eine bewegliche Innenschale soll bei bestimmten Aufprallbewegungen Rotationskräfte abmildern. Die Testergebnisse zeigen allerdings: MIPS ist keine zwingende Voraussetzung für einen guten Fahrradhelm. Auch Modelle ohne dieses System können gut schützen – und ein Helm mit MIPS ist nicht automatisch gut.

Auch Alpina Haga LED hat eine Eins vor dem Komma

Der Helm „Alpina Haga LED“ erhält ebenfalls das Qualitätsurteil „gut“ und ist mit der Note 1,9 nur unwesentlich schwächer bewertet als der Testsieger.

Der Namenszusatz LED weist auf das Rücklicht hin. Ein solches Licht kann die Sichtbarkeit im Straßenverkehr verbessern, vor allem bei Dunkelheit und in der Dämmerung. Es ersetzt aber nicht die vorgeschriebene oder notwendige Beleuchtung am Fahrrad. Auch seitliche Reflektoren und reflektierende Elemente am Gurt können dabei helfen, von anderen Verkehrsteilnehmern früher gesehen zu werden.

Wie beim Testsieger gilt: Die gute Note ersetzt nicht die Anprobe. Helme unterscheiden sich beim Schnitt. Manche passen besser zu eher runden Köpfen, andere zu länglicheren Kopfformen. Welcher Helm individuell der „Beste“ ist, bleibt schlussendlich Anwenderfrage.

Discounter-Helm ist der günstigste im Vergleich – kommt aber an den Testsieger nicht ran

Der Crivit Fahrradhelm mit Rücklicht von Lidl ist der günstigste Helm im Vergleich von Stiftung Warentest. Er besteht die Prüfung und erreicht dabei das Qualitätsurteil „befriedigend“ (2,6).

In der wichtigsten Kategorie – dem Unfallschutz – kommt es allerdings zur Abwertung (Teilnote: befriedigend, (2,9)).

Dieser Fahrradhelm fällt durch

Ein Modell fällt im Test deutlich ab: Der Casco E.Motion 2 erhält durch die Stiftung Warentest lediglich das Qualitätsurteil „mangelhaft“ (5,5). Damit ist er der einzige der 28 geprüften Helme mit einem Gesamtergebnis, das schlechter als „befriedigend“ ausfällt. Im Testergebnis gibt die Stiftung Warentest an, dass die „Abstreifsicherheit“ zu einer Abwertung geführt habe. Dies legt den Schluss nahe, dass sich der Helm beim Crashtest womöglich zu viel für die Kriterien der Stiftung Warentest bewegt hat. Eine Anfrage an den Hersteller, ob die Beurteilung durch die Stiftung Warentest bekannt sei und ob möglicherweise in der Vergangenheit Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Helmes getroffen wurden, blieb bis zum Redaktionsschluss ohne Antwort.

Die Stiftung Warentest prüfte unter anderem, ob ein Helm bei einem Unfall vom Kopf rutschen kann. Das ist entscheidend: Ein Helm schützt nur dann, wenn er während des Aufpralls an der richtigen Stelle bleibt. Im Test wurden die Helme deshalb nicht nur auf das Abstreifen nach vorn, sondern auch auf das Abstreifen nach hinten geprüft – etwa für den Fall, dass ein Ast oder ein anderer Gegenstand am Helm hängen bleibt.

So prüfte Stiftung Warentest die Fahrradhelme

Die Stiftung Warentest bewertete die Helme in drei Bereichen:

  • Unfallschutz: 55 Prozent
  • Handhabung und Komfort: 40 Prozent
  • Schadstoffe: 5 Prozent

Für den Unfallschutz mussten die Helme verschiedene Aufprallszenarien bestehen. Die Prüfer ließen sie unter anderem mit Geschwindigkeiten von bis zu 21,6 Kilometern pro Stunde auf unterschiedliche Aufprallflächen treffen. Neben einem flachen Sockel kam eine schiefe Ebene zum Einsatz. Dadurch drehten sich die Helme beim Aufprall – eine zusätzliche Belastung, die in der Bewertung berücksichtigt wurde.

Außerdem prüfte Stiftung Warentest die Belastbarkeit von Riemen und Verschluss, die Sichtbarkeit im Dunkeln, das Sichtfeld sowie die Hitzebeständigkeit. Bei der Handhabung ging es unter anderem darum, wie leicht sich der Helm an die Kopfform anpassen lässt, ob Gurte verrutschen und ob der Helm auch mit Brille, Hörgerät oder langem Haar bequem sitzt.

Was bringen MIPS, Rücklicht und Belüftung?

MIPS kann ein interessantes Ausstattungsmerkmal sein, ist aber kein Ersatz für einen insgesamt sicheren und gut sitzenden Helm. Im Test gab es auch gute Helme ohne MIPS. Entscheidend bleibt das Zusammenspiel aus Schutzwirkung, Abstreifsicherheit, Passform und korrekter Einstellung.

Helme mit Rücklicht und Reflektoren sind im Dunkeln leichter zu erkennen. Besonders hilfreich sind Elemente am Hinterkopf, an den Seiten und an den Gurten. Ein Helmlicht ersetzt jedoch weder Front- noch Rücklicht am Fahrrad.

Wer sportlich fährt oder im Sommer lange unterwegs ist, profitiert von großen Lüftungsöffnungen und gut geführten Luftkanälen. Für gemütliche Fahrten oder die kalte Jahreszeit können auch kleinere Öffnungen ausreichen. Wichtig ist, dass der Helm bequem sitzt und nicht wegen Hitze oder Druckstellen nach kurzer Zeit abgesetzt wird.

Fahrradhelm richtig kaufen und einstellen

Verkehrssicherheitsexperten des ADAC betonen ebenfalls: Ein Fahrradhelm kann seine Schutzwirkung nur dann optimal entfalten, wenn er richtig passt und korrekt getragen wird. Diese Punkte helfen bei der Auswahl:

Kopfumfang messen: Das Maßband knapp oberhalb der Ohren und etwa ein bis zwei Zentimeter über den Augenbrauen um den Kopf führen. Der Wert ist nur ein erster Anhaltspunkt für die Größe.

Helm anprobieren: Mehrere Modelle vergleichen und den Helm einige Minuten tragen. Es dürfen dabei keine Druckstellen entstehen.

Position prüfen: Der Helm sollte waagerecht sitzen und ungefähr zwei Finger breit über den Augenbrauen beginnen. Beim Kopfschütteln darf er nicht wackeln oder verrutschen.

Gurte einstellen: Die Riemen sollten unter den Ohren ein Dreieck bilden.

Kinnriemen kontrollieren: Er soll eng anliegen, darf aber beim Atmen, Sprechen oder Öffnen des Mundes nicht behindern. Der ADAC nennt als Orientierung etwa 1,5 Zentimeter Abstand zum Kinn.

Brille mitnehmen: Wer eine Fahrrad-, Sonnen- oder Sportbrille trägt, sollte sie bereits zur Anprobe mitbringen. Das Gleiche gilt für ein Hörgerät.

Helm nach einem Sturz austauschen: Auch wenn äußerlich kein Schaden zu sehen ist, können im Inneren Risse entstanden sein. Vom Kauf gebrauchter Helme rät der ADAC ab, wenn deren Vorgeschichte nicht bekannt ist.

Nach Angaben des ADAC sollte ein Helm zudem nach etwa fünf Jahren regelmäßiger Nutzung ausgemustert werden. Diese Zeitspanne ist als Orientierung zu verstehen; nach einem Unfall ist ein Austausch unabhängig vom Alter angezeigt.

Fazit: Testsieger, günstige Alternative und ein klarer Verlierer unter den Fahrradhelmen

Der „Uvex City i-vo Mips“ ist mit der Note 1,8 der Testsieger im Fahrradhelm-Test von Stiftung Warentest. Der „Alpina Haga LED“ folgt mit 1,9 knapp dahinter. Für preisbewusste Käufer kann der „Lidl Crivit Fahrradhelm mit Rücklicht“ interessant sein: Er ist der günstigste Helm im Test und erreicht ein befriedigendes Ergebnis von 2,6.

Der „Casco E.Motion 2“ fällt mit 5,5 klar durch. Insgesamt macht der Test deutlich: Ein guter Fahrradhelm muss nicht zwingend besonders teuer sein und nicht zwingend MIPS tragen. Entscheidend sind die geprüfte Schutzwirkung, ein sicherer Sitz, eine gute Einstellung und eine zum eigenen Alltag passende Ausstattung.