Stiftung Warentest: Lachs-Testsieger nicht mehr erhältlich, doch „gute“ Alternative bleibt
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Stiftung Warentest Lachs-Testsieger nicht mehr erhältlich, doch „gute“ Alternative bleibt
Stiftung Warentest prüfte 25 frische und tiefgekühlte Lachsfilets: die günstigsten Bio-Produkte schlagen teure Marken – Wildlachs fiel mit Parasiten und schwachem Geschmack zurück.
28.08.2026 , 08:20 Uhr
Foto: IMAGO/imagebroker/IMAGO/imageBROKER/Aleksei Isachenko
- Die Stiftung Warentest hat 25 Lachsfilets-Produkte – frisch und tiefgekühlt – getestet
- Der Testbericht (Heft 09/2021) umfasst sowohl Zucht- als auch Wildlachs.
- Hinweis: Alle genannten Preise basieren auf Filialverkaufspreisen und unverbindlichen Preisempfehlungen (UVP) vom 08. August 2026.
Im Jahr 2023 verzehrte jeder Mensch in Deutschland im Schnitt rund 2,4 Kilogramm Lachs – das sind knapp 20 Prozent des gesamten Fischkonsums. Das teilte das Fisch-Informationszentrum (FIZ) mit.
Kein Wunder: Lachs gilt als besonders gesund. Er liefert hochwertiges Eiweiß, viel Jod, Vitamin D und vor allem wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Diese können helfen, den Cholesterinspiegel zu senken und das Herz-Kreislauf-System zu schützen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt daher ein- bis zweimal pro Woche fettreichen Fisch wie Lachs.
Was steckt im Lachs? Stiftung Warentest prüft Lachsfilets
Doch wie gut ist die Qualität der Lachsprodukte, die im Supermarkt oder Discounter liegen? Stiftung Warentest hat genau das untersucht – mit teilweise überraschenden Ergebnissen. Getestet wurden 25 abgepackte Lachsfilets, darunter frische und tiefgekühlte Produkte aus Zucht und Wildfang.
Am besten schnitten Zuchtlachsfilets ab – vor allem solche aus norwegischer Aquakultur. Auch Bio-Produkte überzeugten in mehreren Kategorien.
Zuchtlachs schmeckt im Test am besten
Der wichtigste Teil des Tests war die sensorische Prüfung, also Geschmack, Geruch, Aussehen und Konsistenz. Dieser Bereich machte 45 Prozent der Gesamtnote aus. Zwei gekühlte Zuchtlachsfilets erhielten dabei die Note „sehr gut“ (1,5) – die höchste Bewertung im Test.
Beide Produkte – von Lidl (Fischerstolz) und Profish – belegten die Plätze eins und zwei im Gesamtnote („gut“, 1,7 bzw. 1,9), sind aber inzwischen nicht mehr im Handel.
Den dritten Platz teilen sich zwei weiterhin erhältliche Filets mit der Note „gut“ (2,0): das Gut Bio Lachsfilet von Aldi (250 g, 8,49 Euro) und das Lachsfilet von Deutsche See (320 g, 12,49 Euro UVP).
Tiefgekühlte Filets: Günstig, schadstoffarm, geschmacklich solide
Bei den tiefgekühlten Lachsfilets erreichte zwar kein Produkt die Bestnote, doch immerhin acht schnitten im Geschmackstest mit „gut“ ab. Erfreulich ist zudem, dass die getesteten Tiefkühl-Zuchtlachsfilets auch bei den Schadstoffen durchweg gute Ergebnisse erzielten – ein beruhigender Befund für Verbraucher.
An der Spitze lagen zwei Bio-Produkte: das Gut Bio Lachsfilet von Aldi (250 Gramm, 6,99 Euro) sowie das Bio Lachsfilet von Edeka (250 Gramm, ebenfalls 6,99). Beide tiefgekühlten Zuchtlachsfilets bewertete die Stiftung Warentest mit der Note „gut (1,9)“.
Aldi senkt die Preise für Lachs-Produkte – seit November 2025 nicht erhöht
Aldi reduzierte zum Start der Adventszeit ab dem 28. November 2025 nach eigenen Angaben dauerhaft die Preise für mehrere Lachsprodukte um bis zu 1,50 Euro.
Die Preissenkung betrifft demnach insgesamt 21 Lachsprodukte.
Wildlachs im Test: Wenig Fett, viele Parasiten
Wildlachs stammt meist aus dem Nordpazifik – etwa vor Alaska oder Russland – und wird tiefgekühlt importiert. Er ist deutlich fettärmer als Zuchtlachs und enthält daher auch weniger Omega-3-Fettsäuren.
Im Geschmackstest schnitt Wildlachs weniger überzeugend ab. Kein Produkt erhielt ein „sehr gut“, drei lagen bei „gut“ – zwei davon nur knapp über „befriedigend“.
Zudem wurden in mehreren Proben kleine Parasiten (Nematoden) gefunden. Diese sind zwar unbedenklich, da sie beim Einfrieren oder Kochen absterben – dennoch ein Punkt, der manche Verbraucher verunsichern könnte.
So hat Stiftung Warentest die Lachsfilets getestet
- Sensorik (45 %): Verkostung durch fünf geschulte Fachleute – roh und gegart im Wasserbad.
- Schadstoffe (20 % bei Zuchtlachs, 15 % bei Wildlachs): Analyse auf Quecksilber, Pestizide sowie bei Zuchtlachs auch auf Ethoxyquin und Antibiotikarückstände.
- Nematodenprüfung (5 %): Wildlachs wurde zusätzlich auf Parasiten untersucht.
- Mikrobiologische Qualität (10 %): Kontrolle auf Keime wie Salmonellen.
- Verpackung und Handhabung (10 %): Beurteilung der Stabilität, Öffnung und Praxistauglichkeit.
- Kennzeichnung (15 %): Bewertung der Etiketten auf Lesbarkeit, Vollständigkeit und rechtliche Korrektheit.
- Abwertung bei Mängeln: Produkte mit deutlichen Schwächen konnten in der Gesamtnote herabgestuft werden.
- Testzeitraum: Frühjahr 2021, nach amtlich anerkannten Prüfmethoden.
Nachgefragt 2025: Edeka und Deutsche See zur Herkunft und Ursprung ihrer Lachsfilets
Drei Hersteller haben sich auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung zu ihren getesteten Lachsfilets geäußert und geben unter anderem Auskunft über Herkunft und Sortimentsentwicklung:
Edeka betont, dass das Bio Lachsfilet grundsätzlich bundesweit verfügbar sei – jedoch mit regionalen Unterschieden, da die rund selbstständigen Kaufleute individuell über ihr Sortiment entscheiden. In Süddeutschland werde das Produkt seit Sommer 2025 in einer geänderten Verpackungsgröße angeboten. Die Rohware stammt überwiegend aus Norwegen, seit Kurzem auch von zertifizierten Bio-Farmen in Schottland.
Deutsche See verweist auf die strengen Umwelt- und Tierschutzauflagen in der norwegischen Aquakultur. Die Fischzucht erfolgt unter hoher staatlicher Kontrolle, ergänzt durch eigene Qualitätsaudits des Unternehmens. Deutsche See legt zudem großen Wert auf Rückverfolgbarkeit und Nachhaltigkeit und verweist auf ein umfassendes Bio- und Siegel-Portfolio.
Aldi Süd erklärt, dass das Bio-Lachsfilet der Eigenmarke Gut Bio mit anerkanntem Bio-Siegel zertifiziert ist. Die Rohware werde regelmäßig kontrolliert, zudem arbeite man seit Jahren mit festen Lieferanten zusammen. Kürzlich sei die Verpackung angepasst worden, um Material einzusparen.
Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde seit seiner Erstveröffentlichung am 20. Mai 2025 aktualisiert, überarbeitet und mit Künstlicher Intelligenz optimiert. Der Inhalt wurde von der Redaktion überprüft.