Stiftung Warentest: Nur zwei Butter-Marken sind „sehr gut“ in Geschmack und Streichfähigkeit
Der Butterpreis steigt wieder – doch welche schmeckt wirklich? Stiftung Warentest hat 30 Marken geprüft. Das Ergebnis: Zwei glänzen gleichzeitig mit Bestnoten bei Geschmack und Streichfähigkeit.
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Stiftung Warentest Nur zwei Butter-Marken sind „sehr gut“ in Geschmack und Streichfähigkeit
Update · Der Butterpreis steigt wieder – doch welche schmeckt wirklich? Stiftung Warentest hat 30 Marken geprüft. Das Ergebnis: Zwei glänzen gleichzeitig mit Bestnoten bei Geschmack und Streichfähigkeit.
28.08.2026 , 08:20 Uhr
Gute Neuigkeiten für Liebhaber des Backens. Die Butter wird wieder günstiger. Aldi und Lidl sorgen für Preisrückgänge.
Foto: IMAGO/Addictive Stock/IMAGO/Liliya Solopova
Nach den schlechten Nachrichten im Hinblick auf die Butterpreise im März folgt nun eine gute: Lidl und Aldi setzen mit einem Preiskampf wieder einmal den Trend und reduzieren den Preis für den Brotaufstrich erneut deutlich. Das historische Tief von unter einem Euro wird zwar nicht geknackt, allerdings nähert sich der Preis an. Anfang März lag der Preis für eine 250-Gramm-Packung Butter der Eigenmarken von Aldi und Lidl bei 99 Cent – jedoch wurde dieser im Laufe des Monats um 20 Cent angehoben.
Butterpreis stürzt dank Preiskampf zwischen Aldi und Lidl
Mit einer Reduktion von knapp zwölf Prozent – also von 1,19 auf 1,05 Euro – marschieren Lidl und Aldi im Gleichschritt voran, und die Konkurrenz zieht nach. Nach Angaben der „Lebensmittel Zeitung“ hatten beide Discounter denselben Termin für die Senkung gewählt: den 25. April.
Zu Beginn der Woche zog ein Konkurrent nach: Bei Norma gibt es die Eigenmarke ebenfalls für 1,05 Euro. In allen Fällen handelt es sich um die Standardpackungsgröße von 250 Gramm. Wie die „Lebensmittel Zeitung“ berichtet, wollen weitere Anbieter, etwa Edeka, nachziehen.
Aktuell sehen die Butterpreise für die Eigenmarken wie folgt aus (Stand 29. April):
- Milbona Bio Butter bei Lidl: 1,05 Euro.
- Milsani Deutsche Markenbutter bei Aldi: 1,05 Euro.
- Gut und Günstig Butter bei Edeka: 1,05 Euro.
- Gutes Land Butter bei Netto: 1,05 Euro.
Die Packungsgröße ist jeweils bei 250 Gramm.
Den Preissturz betrifft zum Teil auch die Testsieger von Stiftung Warentest. Hierbei hatten vor allem folgende Buttersorten die Nase vorn:
- Milbona Bio Butter – die Eigenmarke des Discounter Lidl
- Hemme Milch Frische Fassbutter
30 Butter-Marken bei Stiftung Warentest – die Testergebnisse im Kurz-Überblick
- Stiftung Warentest (Heft 12/2023) hat 30 Butter-Marken umfassend geprüft.
- Erfreulich für Kunden: 24 Sorten im Testbericht mit Gesamtnote „gut“ bewertet.
- Nur zwei Butter-Marken sind „sehr gut“ in Geschmack und Streichfähigkeit
- Hinweis: Die Preise wurden am 10. März 2026 von der SZ ermittelt
Wer bei Butter „sehr guten“ Geschmack sucht und nicht alle Marken selbst ausprobieren möchte, kommt am Vergleichstest der Stiftung Warentest kaum vorbei.
Butter im Test: es gibt große Qualitätsunterschiede bei Geschmack, Streichfähigkeit und Schadstoffen
Die Stiftung Warentest hat 30 Butter-Marken untersucht. Die größten Unterschiede zeigten sich in der Verkostung, der Streichfähigkeit sowie bei der Belastung mit Keimen und Schadstoffen. Getestet wurden neben der in Deutschland am häufigsten gekauften mildgesäuerten Butter auch Süßrahm- und Sauerrahmbutter.
Was für Verbraucher sehr erfreulich ist: insgesamt 24 Sorten haben mit dem Qualitätsurteil „gut“ abschnitten. Keine Marke errichte jedoch die Bestnote „sehr gut“. Lediglich in der wichtigen Testkategorie „sensorisches Urteil“ – also Geschmack – könnten fünf Butter-Marken die Note „sehr gut“ erzielen. Unterm Strich sind es aber nur zwei Produkte, die sowohl „sehr guten“ Geschmack als auch „sehr gute“ Streichfähigkeit vereinen.
Butter im Test: zweimal „sehr gut“ im Geschmack und in der Streichfähigkeit
An der Spitze des Testfelds steht eine Eigenmarke von Lidl: Die Milbona Bio Butter holte in der Kategorie Süßrahmbutter den Testsieg und hatte mit dem Qualitätsurteil gut (1,7) die beste Gesamtnote im Testfeld. Sie überzeugte mit einem „sehr guten“ Geschmack (1,5) sowie einer „sehr guten“ Streichfähigkeit (1,2) und kostet aktuell 2,69 Euro für 250 Gramm.
In diesen für Verbraucher wichtigen Testbereichen wird sie lediglich von der Hemme Milch Frische Fassbutter übertroffen: Die Sauerrahmbutter erreichte bei der Streichfähigkeit die Spitzennote „sehr gut (0,6)“ (Preis konnte aktuell nicht ermittelt werden).
Auch eine deutlich günstigere mildgesäuerte Discounter-Butter überraschte im Test mit „sehr gutem“ Geschmack. Welches Produkt als Preistipp empfohlen wird, erfahren Leser im vollständigen Bericht der Stiftung Warentest (Heft 12/2023, Bezahlschranke).
Nach Bericht von Stiftung Warentest: Butter-Hersteller hält an Rezeptur fest
Seit der Veröffentlichung des Tests sind inzwischen mehr als zwei Jahre vergangen. Damit Verbraucher sicher sein können, dass sie weiterhin das ausgezeichnete Produkt erhalten, erklärte Lidl im Dezember vergangenen Jahres auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung, dass lediglich das Verpackungsdesign überarbeitet wurde. Rezeptur und Herkunft der Butter seien unverändert geblieben.
Selbiges gilt auch für die Hemme-Fassbutter. Geschäftsführer Gunnar Hemme verwies zudem auf die traditionelle Herstellung: „Wir stellen die Butter so her, wie es die Menschen schon vor 100 Jahren getan haben – als echte, traditionelle Sauerrahmbutter.“
„Kann ich absolut nicht nachvollziehen“ – Hemme-Chef kontert Kritik durch Stiftung Warentest
Die Hemme-Milch-Frische-Fassbutter schnitt im Test bei Streichfähigkeit und Geschmack mit Bestnoten ab, erreichte insgesamt aber dennoch „nur“ das Qualitätsurteil „gut (2,0)“. Abzüge gab es in den Bereichen Schadstoffe, Verpackung und Deklaration, wo das Produkt jeweils mit „befriedigend“ bewertet wurde.
Bei den Hemme-Milchwerken sorgte dieses Ergebnis im Dezember 2025 für Verwunderung. Die Kritikpunkte der Tester konnte der Geschäftsführer nach eigener Aussage „absolut nicht nachvollziehen“. Die Butter werde in einem runden Becher mit wiederverschließbarem Deckel angeboten, was aus seiner Sicht eine besonders benutzerfreundliche Verpackung sei. Warum diese schlechter bewertet werde als Verpackungen mit Alufolie, sei für ihn unverständlich.
Ebenso wenig konnte Hemme die Bewertung in den Kategorien Deklaration und mögliche Schadstoffe nachvollziehen. Das Unternehmen werde regelmäßig vom Landkreis und weiteren Landesbehörden kontrolliert – ohne je beanstandet worden zu sein.
So haben die Experten von Stiftung Warentest Butter getestet
Stiftung Warentest hat 30 beliebte Buttermarken geprüft – 18 mildgesäuerte, sechs Süßrahm- und sechs Sauerrahmbutter. Sieben Produkte tragen ein Bio-Siegel. Eingekauft wurde im Mai und Juni 2023.
- Geschmack und Aussehen (40 Prozent): Mehrere geschulte Tester bewerteten Aussehen, Geruch, Geschmack, Textur und Mundgefühl der Butter. Die Proben wurden anonym verkostet, also ohne Markenhinweise. Produkte mit auffälligen Eigenschaften wurden mehrfach geprüft.
- Streichfähigkeit (5 Prozent): Gemessen wurde, wie weich oder hart die Butter ist – also wie gut sie sich direkt aus dem Kühlschrank aufs Brot streichen lässt.
- Schadstoffe (20 Prozent): Im Labor wurde untersucht, ob die Butter mit unerwünschten Stoffen belastet ist, etwa mit Mineralölresten, Pestiziden oder bestimmten Lösungsmitteln.
- Keime und Hygiene (15 Prozent): Hier prüften die Tester, ob krankmachende Bakterien oder Hinweise auf Verderb vorhanden sind – etwa Listerien, Salmonellen, Hefen oder Schimmel.
- Verpackung (5 Prozent): Bewertet wurde, wie leicht sich die Verpackung öffnen lässt, ob sie gut gekennzeichnet ist und ob hilfreiche Extras wie eine Portionsskala vorhanden sind.
- Kennzeichnung (15 Prozent): Stiftung Warentest kontrollierte, ob alle Pflichtangaben gut sichtbar und korrekt auf der Verpackung stehen – zum Beispiel Herkunft, Inhaltsstoffe oder Hinweise zur Lagerung.
Zusätzlich wurden Fett- und Wassergehalt bestimmt, der pH-Wert gemessen und bei einigen Butterarten auch der Gehalt an Milchsäurebakterien analysiert. Wenn ein Produkt in wichtigen Bereichen schlechte Ergebnisse bekam – etwa beim Geschmack oder bei Schadstoffen –, verschlechterte das automatisch auch die Gesamtnote.
Butter unterliegt seit mehreren Jahren großen Preisschwankungen
Bei Butter hatte es zuletzt große Preisschwankungen gegeben. Ab Oktober 2024 mussten Kunden für das günstigste Päckchen der Eigenmarken selbst beim Discounter 2,39 Euro zahlen - so viel wie noch nie.
Ursache waren kleinere Milchmengen, die von Landwirten angeliefert wurden, und ein niedrigerer Fettgehalt der Rohmilch. Die Blauzungenkrankheit führte bundesweit zum Einbruch der Milchleistung bei betroffenen Tieren.
2025 gab es ein Überangebot an Milch
Im vergangenen Jahr fiel der Butterpreis wieder, im Dezember sogar unter einen Euro. Dies hielt bis Anfang März 2026 an. Der Hintergrund: Milch wurde günstiger auf dem Weltmarkt, auch bei deutschen Molkereien wurden deutlich größere Mengen angeliefert als im Vorjahreszeitraum. Zudem stieg der Fettanteil in der Rohmilch wieder, unter anderem wegen besserer Wetter- und Futterbedingungen. Die Folge war ein Überangebot an Milch.
Wegen der niedrigen Preise sei mehr Butter abgesetzt worden, sagte Philipp Hennerkes vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels. So hätten sich die Übermengen am Markt verringert. „Ein geringerer Mengendruck sorgt nun für steigende Bezugspreise, die dann auch wieder zu höheren Verkaufspreisen führen.“
Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde unter Einsatz Künstlicher Intelligenz überarbeitet und am 1. Mai 2026 aktualisiert. Der Inhalt wurde von der Redaktion geprüft.