Stiftung Warentest: Nutella gegen Aldi: Welche Nuss-Nougat-Creme schneidet besser ab?
Nutella ist die wohl bekannteste Nuss-Nougat-Creme. Bei der Untersuchung von Stiftung Warentest landet der süße Aufstrich auf Platz drei. Was die Gründe sind, was Ferrero dazu sagt und welche beiden besser abschneiden.
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Stiftung Warentest Nutella gegen Aldi: Welche Nuss-Nougat-Creme schneidet besser ab?
Bonn · Nutella ist die wohl bekannteste Nuss-Nougat-Creme. Bei der Untersuchung von Stiftung Warentest landet der süße Aufstrich auf Platz drei. Was die Gründe sind, was Ferrero dazu sagt und welche beiden besser abschneiden.
17.10.2026 , 22:21 Uhr
Stiftung Warentest hat Nuss-Nougat-Cremes unter die Lupe genommen, darunter auch Nutella.
Foto: picture alliance / dpa/Daniel Karmann
Fußball-Nationalspieler haben Werbung dafür gemacht, der entsprechende Werbespruch wurde zeitgleich bekannt, der Marktanteil beträgt mehr als 60 Prozent und im Frühjahr 2026 flog sogar ein Glas der Creme durch die Orion-Kapsel der Mondmission Artemis 2 – live verfolgt von Millionen Menschen. Nutella ist die wohl bekannteste Nuss-Nougat-Creme. Doch ist das Markenprodukt auch die beste? Dieser Frage ist Stiftung Warentest nachgegangen. Im Verbraucherblick werfen wir einen Blick auf den Test, seine Ergebnisse und verraten, was Ferrero zum Abschneiden von Nutella sagt.
18 Nuss-Nougat-Cremes hat die Stiftung Warentest unter die Lupe genommen – und kommt zu einem für Verbraucherinnen und Verbraucher positiven Ergebnis. Zwei Drittel der Produkte schneiden „gut“ ab. Zweimal vergab das Verbrauchermagazin die Note „befriedigend“ und zweimal ein „ausreichend“. Drei Produkte überzeugen geschmacklich sogar mit der Bestnote „sehr gut“.
Stiftung Warentest hat 18 Aufstriche verschiedener Marken und Eigenmarken getestet. Zu den Produkten gehören neun Cremes ohne Palmöl, sechs Bio-Cremes, fünf vegane Varianten, eine zuckerreduzierte Creme und eine aus einer Schokoladenmanufaktur. Den größten Anteil am Testergebnis mit 45 Prozent hatte das sensorische Urteil. Laut Stiftung Warentest testeten fünf geschulte Prüfpersonen die Cremes unter gleichen Bedingungen, anonymisiert und pur. Sie beschrieben „die Produkte in Bezug auf Aussehen, Geruch, Geschmack, Nachgeschmack und Mundgefühl. Der erarbeitete Konsens war Basis der Bewertung. Zwei Prüfpersonen testeten die Streichfähigkeit auf Mischbrotscheiben.“
Weitere Kriterien im Test waren mögliche Schadstoffe (20 Prozent) wie Schimmelpilzgifte, Kadmium, Nickel und Mineralölbestandteile sowie die ernährungsphysiologische Qualität (15 Prozent). Bei dieser begutachtete das Magazin eine 20-Gramm-Portion der Creme zusammen mit 50 Gramm Mischbrot als Teil eines Frühstücks. Die Tester bewerteten dann Brennwert, Zucker, Fett, Eiweiß sowie die Fettsäureverteilung nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Darüber hinaus nahm Stiftung Warentest die mikrobiologische Qualität (fünf Prozent), die Nutzungsfreundlichkeit der Verpackung (fünf Prozent) und die Deklaration (15 Prozent) unter die Lupe.
Zweimal vergab die Stiftung Warentest in der Untersuchung die Wertung „gut“ bei einer Note von 2,0. Zu den Testsiegern gehören die Nusskati Nuss-Nougat-Creme von Aldi und die vegane Dunkle Haselnuss-Creme Kräm – Herr Eichhorn pur von der Manufaktur Goldhelm. Im sensorischen Urteil erhalten beide Produkte ein „sehr gut“, die Creme von Goldhelm sogar als einzige die Bestnote 1,0. In keinem Kriterium schneiden sie schlechter als „befriedigend“ ab.
Ebenfalls mit einer „guten“ Wertung, aber im Vergleich lediglich mit der Gesamtnote 2,2, bewerten die Testprofis Nutella. Die Creme von Ferrero schneidet geschmacklich ebenfalls „sehr gut“ mit der Note 1,5 ab. Wegen seiner schlechteren Nährwerte landet das Markenprodukt jedoch nur auf dem dritten Platz. Ein Grund ist der hohe Zuckergehalt. Fast alle klassischen, nicht zuckerreduzierten Nuss-Nougat-Cremes listen Zucker an erster Stelle der Inhaltsstoffe auf.
Den höchsten Anteil hat jedoch Nutella mit rund 57 Prozent. Dazu schreibt Stiftung Warentest: „Wer sich 20 Gramm davon aufs Brot schmiert, isst umgerechnet fast vier Stück Würfelzucker.“ Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, dass maximal zehn Prozent der Energiemenge freie Zucker sein sollten. Das entspricht rund 50 Gramm. Wer 100 Gramm Nutella isst, hat diesen Wert bereits überschritten.
Der Hersteller von Nutella zeigt sich auf GA-Anfrage generell zufrieden mit dem Abschneiden in der Untersuchung. Ferrero betont unter anderem die Gesamtnote von 2,2 sowie das sensorische Urteil mit der sehr guten Note 1,5. Auf die Frage nach der Abwertung aufgrund des hohen Zuckeranteils antwortet das Unternehmen: „Die Bewertung der Nährwerte erfolgt nach den Kriterien von Stiftung Warentest und ist nur ein Aspekt der Gesamtbewertung.“ Ferrero schreibt, dass alle Zutaten auf den Gläsern sowie der Internetseite stehen, und verweist auf die Beliebtheit seines Produkts. „Nutella ist eine der beliebtesten Nuss-Nougat-Cremes weltweit, mit einem charakteristischen Geschmack, den Verbraucherinnen und Verbraucher seit über 60 Jahren schätzen.“
Nuss-Nougat-Cremes stehen immer wieder in der Kritik, weil sie Palmöl beinhalten, für dessen Gewinnung Regenwälder gerodet werden müssen. Neun der 18 Produkte aus dem Test enthalten dieses Öl. Laut Anbieter sind alle zertifiziert. Was das heißt, hat Stiftung Warentest erklärt. „Die meisten setzen auf den sogenannten RSPO-Standard“, heißt es.
Dabei handelt es sich um ein internationales Zertifikat, das zum Beispiel das Roden von Regenwäldern verbieten soll. „Das ist ein Mindeststandard – mehr aber auch nicht“, betonen die Tester und verweisen zugleich auf Fairtrade- und das Hand-in-Hand-Siegel, die höhere Anforderungen stellen. „Sie prüfen zusätzlich Arbeitsbedingungen und faire Einkommen.“ Verbraucherinnen und Verbraucher, die nachhaltig einkaufen wollen, sollten daher auf diese Siegel achten, rät die Stiftung Warentest.
Hinweis: Alle ausführlichen Ergebnisse zum Test der Nuss-Nougat-Cremes bei Stiftung Warentest (Heft September 2026 oder online hinter der Bezahlschranke).
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