Streit um Nilgänse in Losheim: Abschießen oder Vertreiben – was hilft gegen die Nilgänse am Stausee?

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Streit um Nilgänse in Losheim: Abschießen oder Vertreiben – was hilft gegen die Nilgänse am Stausee?
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Streit um Nilgänse in Losheim Abschießen oder Vertreiben – was hilft gegen die Nilgänse am Stausee?

Losheim · Der Vorsitzende der Tierschutzpartei des Saarlandes kritisiert die Bejagung von Nilgänsen am Losheimer Stausee. Welche Lösung er stattdessen fordert.

11.08.2026 , 07:01 Uhr

Die Nilgans hat sich auch am Losheimer Stausee etabliert. Ihre Hinterlassenschaften sorgen bei Besuchern für Ärger – über den richtigen Umgang mit den Tieren gehen die Meinungen auseinander.

Die Nilgans hat sich auch am Losheimer Stausee etabliert. Ihre Hinterlassenschaften sorgen bei Besuchern für Ärger – über den richtigen Umgang mit den Tieren gehen die Meinungen auseinander.

Foto: Rolf Vennenbernd

Abschießen oder vertreiben? Die Diskussion um den Umgang mit den Nilgänsen am Losheimer Stausee hat Reaktionen bei unseren Lesern hervorgerufen. Nachdem die Gemeinde erklärt hatte, dass die Tiere dort gezielt bejagt werden, meldet sich nun die Tierschutzpartei zu Wort. Ihr saarländischer Landesvorsitzender Hans Josef Hacket aus Wadern lehnt eine Bestandsregulierung durch Abschüsse ab und fordert stattdessen, tierschonendere Alternativen zu prüfen.

Warum die Tierschutzpartei die Jagd auf Nilgänse am Stausee in Losheim ablehnt

Hintergrund sind Beschwerden über die Hinterlassenschaften der Tiere am Losheimer Stausee. Vor allem auf Liegewiesen, am Ufer und im Strandbad fällt immer wieder Gänsekot negativ auf. Die Gemeinde hatte auf SZ-Anfrage erklärt, dass die Population nach Angaben des zuständigen Jagdpächters derzeit stagniere. Sie führt dies unter anderem auf die gezielte Bejagung zurück.

Hacket beruft sich auf das Tierschutzgesetz. In dessen Paragraf eins heißt es, dass niemand einem Tier „ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen“ darf. Einen solchen vernünftigen Grund sieht Hacket in den Beschwerden von Badegästen nicht. „Wir lehnen grundsätzlich jede unnötige Tötung von Tieren ab“, erklärt der Landesvorsitzende. Zudem bezweifelt Hacket, dass ohne ein entsprechendes Monitoring eindeutig nachgewiesen werden könne, dass die Population am Losheimer See gerade aufgrund der Bejagung stagniere.

Vergrämung soll Nilgänse vom Stausee fernhalten

Statt Abschüssen schlägt Hacket mehrere Alternativen vor. Dazu zählen die Vergrämung der Nilgänse sowie eine Geburtenkontrolle durch die Behandlung ihrer Eier. Auch Refugien und eine Umsiedlung der Tiere bringt die Partei ins Spiel.

Dass eine Vergrämung funktionieren kann, zeigt nach seiner Ansicht ein Beispiel aus Fellbach in Baden-Württemberg. Dort wurden Nilgänse 2023 aus einem Freibad vertrieben. Jäger waren dazu rund eine Woche lang morgens und abends mit Hunden auf dem Gelände unterwegs. Die Gänse nahmen die Hunde als natürliche Feinde wahr und blieben dem Freibad schließlich fern. Auf einen zuvor genehmigten Abschuss konnte verzichtet werden.

Andere Städte setzen auf Geburtenkontrolle

Eine weitere Möglichkeit sieht die Tierschutzpartei in der Kontrolle der Gelege. Dabei werden Eier so behandelt, dass daraus keine Küken mehr schlüpfen. Eine solche Methode wird laut Hacket und nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) beispielsweise in Teilen von Rheinland-Pfalz sowie in Städten wie Düsseldorf oder Köln eingesetzt. Allerdings lässt sich damit die Ausbreitung der Nilgans nicht grundsätzlich verhindern, wie es weiter heißt. Nabu-Experten zufolge kann ein solches Gelegemanagement allerdings dazu beitragen, Bestände regional stabil zu halten.

Für Hacket steht deshalb fest, dass andere Möglichkeiten geprüft werden sollten. Dabei gehe es nicht darum, die Konflikte zwischen Mensch und Tier zu ignorieren. Vielmehr müsse nach Lösungen gesucht werden, mit denen sich etwa Liegewiesen und Badebereiche von den Gänsen freihalten lassen, ohne die Tiere zu töten. (rfe)