Kinderklassiker in Mundart: Warum der „Struwwelpeter“ jetzt Rhöner Platt spricht
StartseiteHessen„Struwwelpeter“ auf Rhöner Platt: Eberhardt Lauer übersetzt den Kinderbuch-KlassikerStand: 23.07.2026, 06:32 UhrKommentareUns auf Google folgen„Doss Struweelpeteree“ statt „Der Struwwelpeter“: D...
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„Struwwelpeter“ auf Rhöner Platt: Eberhardt Lauer übersetzt den Kinderbuch-Klassiker
Stand: 23.07.2026, 06:32 Uhr
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Der „Struwwelpeter“ gehört zu den bekanntesten Kinderbüchern Deutschlands. Mundartautor Eberhardt Lauer aus Hofbieber hat den Klassiker ins Rhöner Platt übertragen.
Hofbieber/Fulda – Wer kennt ihn nicht aus seiner Kindheit – den „Struwwelpeter“ von Heinrich Hoffmann? Jetzt hat der Mundartautor Eberhardt Lauer aus Hofbieber diesen Kinderklassiker ins Rhöner Platt übersetzt.
„Dee Geschichteree, dee senn nett neu, ewwer dee Sproach, mosst uisgewaässelt sei! Dee Geschichteree, dee fenge statt in unsere Moddersproach, daäm Rhöner Platt.“ Mit diesem Zitat beschreibt der ehemalige Hofbieberer Bürgermeister Eberhardt Lauer die Idee hinter seiner Übersetzung. (Hochdeutsch: „Die Geschichten sind nicht neu, aber die Sprache musste ausgetauscht werden. Die Geschichten spielen in unserer Muttersprache, dem Rhöner Platt.“)
Mundartautor gibt dem „Struwwelpeter“ eine Rhöner Stimme
Lauer, der schon die Geschichte des „Kleinen Prinzen“ sowie Rhöner Sagen und Grimms Märchen in Mundart veröffentlicht hat, legt großen Wert auf den heimischen Dialekt. Diesen zu sprechen, bedeute für ihn Identifikation mit der Region und vor allen Dingen: Heimat.
Und warum ausgerechnet der „Struwwelpeter“? Lauer ist überzeugt: „Dieses Buch hat Generationen geprägt. Es wird geliebt, gefürchtet, belächelt und manchmal kritisiert. Viele der Geschichten wirken heute aktueller denn je.“

Mit einem Schmunzeln verweist Eberhardt Lauer auf „Hanns Guck-in-die-Luft“ – einen Jungen, der nicht auf den Weg achtet. „Und heute? Wenn man durch die Straßen geht, sieht man Erwachsene und Jugendliche, die wie ferngesteuert aufs Handy starren. Oder beim Suppen-Kaspar: Dieser lässt an Essstörungen denken. Da der Schöpfer des Buches Arzt war, ging es ihm auch darum, Kinder vor Schaden zu bewahren. Der Daumenlutscher warnte vor Infektionen, Pauline vor dem Feuer.“
Zum Buch
Vom „welle Jaächer“ (dem wilden Jäger) über das „böse Josebee“ (den bösen Friederich) bis hin zum „Soppe-Kasper“ (Suppen-Kaspar): Eberhardt Lauers Rhöner-Platt-Version vom „Struwwelpeter“ von Heinrich Hoffmann ist im Parzeller Buchverlag erschienen. Das Buch kostet 9,90 Euro und ist in allen Geschäftsstellen unserer Zeitung erhältlich.
Dass der Struwwelpeter bis heute erfolgreich ist, zeigt sich an den zahllosen Ausgaben weltweit. Es gibt Tausende Varianten: illustriert, parodiert, als Satire – in allen Sprachen und auch in vielen Dialekten. Etwa in der Pfalz oder in Norddeutschland. Nun gibt es den Kinderbuch-Klassiker auch in Rhöner Platt.