Stuhrer Kommunalpolitikerin Kristine Helmerichs mit 60 Jahren gestorben

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Stuhrer Kommunalpolitikerin Kristine Helmerichs mit 60 Jahren gestorben

Stand: 29.09.2026, 08:03 Uhr

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Die vergangenen zehn Jahre ihrer Ratsarbeit hat Kristine Helmerichs gemeinsam mit ihrem Mann Bernhard für die Grünen bestritten.

Politik verbindet: Die vergangenen zehn Jahre ihrer Ratsarbeit hat Kristine Helmerichs gemeinsam mit ihrem Mann Bernhard für die Grünen bestritten. © Andreas Hapke

Die Grünen-Politikerin starb am Sonntag nach kurzer, schwerer Krankheit. Sie hatte 35 Jahre lang die Kommunalpolitik in Stuhr mitgeprägt.

Stuhr – Sie war eine Frau klarer Worte. Mit ihr konnte man streiten und davon ausgehen: Es bleibt sachlich und fair. Nun ist Kristine Helmerichs tot. Sie ist am Sonntag im Alter von 60 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben.

Kristine Helmerichs hat sich 35 Jahre für Bündnis 90/Die Grünen in der Kommunalpolitik engagiert. Seit 1991 war sie Mitglied im Rat der Gemeinde Stuhr, wo sie ab 1993 als Fraktionsvorsitzende fungierte. 1996 zog sie in den Kreistag ein und hatte dort mit einer Unterbrechung von 2001 bis 2006 ein Mandat. Bis 2021 fungierte sie als stellvertretende Fraktionsvorsitzende, anschließend als Fraktionschefin. In Stuhr bekleidete sie zuletzt das Amt der stellvertretenden Bürgermeisterin, was auch von 2016 bis 2021 schon der Fall war. Vorsitzende der Stiftung Naturschutz wurde sie im März 2025.

In den Jahrzehnten ihrer politischen Arbeit hat es Kristine Helmerichs mit allen Facetten der kommunalen Aufgaben zu tun gehabt und dafür in zahllosen Ausschüssen, Gesellschafterversammlungen, Beiräten und Lenkungsgruppen mitgewirkt. Sie selbst nannte Planung, Gesundheit sowie Finanzen und Wirtschaft als ihre thematischen Schwerpunkte in Gemeinderat und Kreistag.

In Diskussionen ergriff Kristine Helmerichs oft als Erste das Wort. Ebenso oft trug sie die Anliegen ihrer Fraktion forsch und angriffslustig vor, aber immer auch gut begründet. Sie mochte manchmal aufbrausend sein, verließ jedoch nie den Pfad des lösungsorientierten Dialogs. In beiden Kommunalparlamenten schätzten Mitstreiter und Konkurrenten ihre verlässliche Art. Jeder wusste zu jeder Zeit, woran er bei Kristine Helmerichs war. In der ihr eigenen Art verstand sie es, Mehrheiten zu generieren und den Deckel auf ausufernde Diskussionen zu machen.

„Sie war mitunter sehr dominant, aber wenn man gekontert hat, war auch alles wieder okay“, sagt Kreistagsvorsitzende Susanne Cohrs (SPD). „Man konnte gut mit ihr zusammenarbeiten, sie hat sich immer an Absprachen gehalten.“

Wer Kristine Helmerichs in den vergangenen Jahrzehnten als Politikerin erlebt hat, kann sich künftig kaum Rats- und Kreistagssitzungen ohne sie vorstellen. Bürgermeister Stephan Korte spricht von einer Zäsur für den Rat. Mit Helmerichs verliere das Gremium eine gestalterische Kraft. Der Verwaltungschef nennt ihr politisches Schaffen wirkmächtig. Soll heißen: Unter der Führung von Kristine Helmerichs haben die Grünen mehr erreicht, als ihr Stimmenanteil im Rat dies hätte vermuten lassen.

Viele Projekte hat die Gemeinde auf Antrag der Grünen umgesetzt, etwa den Bau des Hallenbads. Obwohl ihr die Belange Stuhrs immer einen Tick wichtiger waren als jene des Kreises, zeigt gerade das Beispiel Hallenbad, dass Kristine Helmerichs über die Gemeindegrenzen hinaus dachte. Stuhr dürfe nicht immer nur von den anderen Kommunen profitieren, sondern müsse selbst auch mal ein Stück weit Daseinsvorsorge für die Nachbarn betreiben.

Auf Bestreben ihrer Fraktion wurde zur laufenden Wahlperiode der Ausschuss für Klima- und Naturschutz, Naherholung und Tourismus und damit eine Plattform für grüne Themen eingerichtet. Ein weiterer Beleg dafür, welchen Einfluss ein politisches Ehrenamt im Sinne Helmerichs‘ auf die Meinungsbildung haben kann. „Kommunalpolitik ist für mich nicht die unterste Ebene der Politik, sondern das Fundament unserer Demokratie. Hier kann man direkt in der Kommunikation mit den Menschen Dinge bewegen und verändern“ – so lautete ihre Maxime. Damit hat sie auch im jüngsten Kommunalwahlkampf für sich geworben, jeweils auf Listenplatz eins für den Rat und den Kreistag. Fünf weitere Jahre kommunalpolitisches Engagement in führender Rolle waren ihr sicher.

Bekannt war die Blockenerin auch durch die Zucht schottischer Hochlandrinder, die sie in ihrer Freizeit auf 60 Hektar Grünland betrieben hat. Gewissermaßen als Ausgleich zu Politik und Beruf, in dem sie als Teamleiterin bei einem regionalen Energieversorgungsunternehmen tätig war. Mit ihrer Bewerbung für das Amt der Landrätin und Verwaltungschefin im Landkreis Diepholz scheiterte sie vor zwei Jahren.

Den Kampf gegen den Tod hat Kristine Helmerichs am Sonntag verloren. Es bleibt nicht nur politisch eine große Lücke. Kristine Helmerichs hinterlässt einen Mann und eine Tochter.