Super-El-Niño bremst jetzt sogar die Drehung unserer Erde aus – Höhepunkt schon bald erwartet
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Stand: 16.10.2026, 14:19 Uhr
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Klingt verrückt, ist aber messbar: Der gewaltige El Niño bremst die Drehung unserer Erde. Die Folge sind längere Tage. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Kassel – Was nach Science-Fiction klingt, ist bestens erforscht. Die Erde und ihre Lufthülle bilden ein gemeinsames System, dessen Drehschwung insgesamt nahezu gleich bleibt. Legen die Winde in der Atmosphäre kräftig zu, muss die feste Erde etwas davon abgeben. Sie dreht sich ein kleines bisschen langsamer, und der Tag wird länger. Genau das passiert bei einem starken El Niño. Über dem tropischen Pazifik erlahmen die Passatwinde, gleichzeitig legen die Westwinde in der Höhe deutlich zu. Die Atmosphäre gewinnt an Schwung, die Erde verliert ihn.

Wenn der Wind die Erde bremst: Fast eine Millisekunde mehr
Gemessen wird das mit Atomuhren und mit Radioteleskopen, die ferne Objekte im All anpeilen und so die Drehung der Erde rund um die Uhr überwachen. Beim großen El Niño 1982/83 wurde der Tag um rund 0,9 Millisekunden länger. Beim letzten Super-El-Niño waren es im Januar 2016 immerhin gut 0,8 Millisekunden. Auch 1997/98 schlug der Effekt deutlich aus. Spüren kann das natürlich niemand. Für GPS, Satellitennavigation und die exakte Zeitmessung spielen solche Schwankungen aber eine Rolle und werden laufend eingerechnet.
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Neuer Rekord in Sicht
Der aktuelle El Niño könnte nach den Prognosen alle bisherigen Ereignisse seit 1950 übertreffen. Seinen Höhepunkt erwarten die Fachleute zwischen November und Januar. Damit dürfte auch die Erde in diesem Winter wieder kräftig ausgebremst werden. Ob am Ende ein neuer Rekordwert herauskommt, ist trotzdem offen. Entscheidend ist dabei auch, wo genau im Pazifik sich die Wärme sammelt und wie die Winde darauf reagieren. Eines zeigt das Phänomen aber eindrucksvoll: Das Wetter auf der anderen Seite der Welt verändert Regen, Stürme und Temperaturen. Es beeinflusst sogar, wie schnell sich unser ganzer Planet dreht.