Tablette statt Injektion: Erste Abnehm-Pille „Wegovy“ in Kürze in Deutschland erhältlich
Erleichterung bei vielen Abnehmwilligen: Einem Medienbericht zufolge bringt der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk schon sehr bald in Deutschland die Abnehmspritze „Wegovy“ auch als Tablette auf den Markt. Das genaue Startdatum und was man zum Medikament wissen muss.
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Tablette statt Injektion Erste Abnehm-Pille „Wegovy“ in Kürze in Deutschland erhältlich
09.08.2026 · 07:24 Uhr
Der Markt für Abnehm-Präparate ist weltweit groß. (Symbolbild)
Foto: Pia Bayer/dpa/dpa-tmn/Pia Bayer
Düsseldorf · Erleichterung bei vielen Abnehmwilligen: Einem Medienbericht zufolge bringt der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk schon sehr bald in Deutschland die Abnehmspritze „Wegovy“ auch als Tablette auf den Markt. Das genaue Startdatum und was man zum Medikament wissen muss.
Die Abnehmspritze Wegovy gibt es bald auch als Tablette. Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk will die Wegovy-Pille am 1. September in Deutschland auf den Markt bringen. Das kündigte Konzernchef Mike Doustdar im Gespräch mit der Bild am Sonntag an. Deutschland ist damit das erste EU-Land, in dem das neue Präparat erhältlich sein wird. „Deutschland ist für uns ein enormer und wichtiger Markt“, sagte Doustdar. Die Tablette soll vor allem Menschen ansprechen, die Angst vor Spritzen haben oder sich nicht selbst injizieren wollen.
Bei der Versorgung will Novo Nordisk diesmal vorsichtiger vorgehen. Beim Start der Wegovy-Spritze habe der Konzern die Nachfrage „deutlich unterschätzt“, sagte Doustdar. Deshalb werde die Tablette nun bewusst Land für Land eingeführt.
Bislang sind in Deutschland sogenannte Abnehm-Spritzen verschiedener Hersteller erhältlich.
Foto: Jens Kalaene/dpa/Jens Kalaene
Wird die Abnehm-Pille günstiger als die Abnehm-Spritze?
Günstiger als die bisherige Wegovy-Spritze wird die Pille allerdings nicht. Sie werde „ungefähr gleich viel kosten“, sagte Doustdar. Deutschland-Chef Jesper Wenzel Larsen bestätigte: Die neue Behandlung komme „ungefähr zum Preis der bisherigen Injektion“ auf den Markt.
Grund für den hohen Preis ist nach Angaben des Konzerns unter anderem die größere benötigte Wirkstoffmenge. Die höchste Dosierung der Pille enthält 25 Milligramm Semaglutid pro Tag. Bei der Wegovy-Spritze sind es 2,4 Milligramm pro Woche.
Welche Nebenwirkungen bei der Abnehm-Pille möglich sind
Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen unter anderem Übelkeit, Durchfall und Verstopfung. Laut Doustdar treten in klinischen Studien bei etwa fünf Prozent der Patienten Nebenwirkungen auf, die ein Gespräch mit dem Arzt erforderlich machen.
Auch eine Zusammenarbeit mit Weight Watchers in Deutschland ist im Gespräch. Novo Nordisk befinde sich mit dem Abnehmanbieter im Austausch, sagte Deutschland-Chef Larsen. Einen unterschriebenen Vertrag oder einen konkreten Starttermin gebe es bislang aber nicht. In den USA arbeiten beide Unternehmen bereits zusammen.
Muss man „Wegovy“ für den dauerhaften Erfolg langfristig einnehmen?
Nach dem Absetzen von Abnehmspritzen nehmen Patienten schnell wieder zu - bewahren aber einer aktuellen Studie zufolge womöglich etwa ein Viertel des Gewichtsverlusts längerfristig. Ein Jahr nach Therapiestopp seien durchschnittlich bereits 60 Prozent des verlorenen Gewichts wieder drauf, berichtet ein Forschungsteam in der Fachzeitschrift „EClinicalMedicine“. Das Team von der University of Cambridge hatte sechs Untersuchungen zu Medikamenten mit sogenannten GLP-1-Rezeptor-Agonisten mit insgesamt 3.236 Teilnehmern einbezogen. In drei der berücksichtigten Studien wurde der Wirkstoff Semaglutid getestet, der in den Präparaten Ozempic und Wegovy enthalten ist. Patienten, die solche Präparate absetzen, legen demnach zunächst schnell und dann immer langsamer wieder an Gewicht zu. Der Endpunkt liege vielleicht bei etwa 75 Prozent - allerdings nur nach theoretischer Berechnung. Reale Langfrist-Werte gibt es bisher nicht. Studien hatten gezeigt, dass etwa die Hälfte derjenigen, die eine Therapie mit Abnehmspritzen beginnen, diese vorzeitig beenden - theoretisch müsste sie wohl lebenslang fortgesetzt werden, um den Erfolg zu bewahren, vermuten Experten.
Werden Krankenkassen die Kosten übernehmen?
Novo Nordisk fordert zudem eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen. Adipositas sei eine schwere chronische Erkrankung und keine Lifestyle-Frage, sagte Larsen. Bislang müssen die meisten Patienten Medikamente zur Gewichtsabnahme selbst bezahlen.
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