Tagestrips in Bayern: Von Aschau bis in den Zauberwald – Ausflüge nach dem Alphabet
tzBayernStand: 04.09.2026, 19:30 UhrKommentareUns auf Google folgenDie Kampenwand ist das Wahrzeichen von Aschau im Chiemgau. Das Gipfelkreuz ist mit zwölf Metern das höchste der Bayerischen Alpen. © ImagoNoch ...
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Stand: 04.09.2026, 19:30 Uhr
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Noch sind in ganz Bayern Sommerferien, und das Wetter spielt auch noch mit. Also ist es die beste Zeit, ein paar Ausflüge zu machen. Wir haben uns daher für Sie durch das gesamte ABC gewühlt.
Wir haben für jeden einzelnen der 26 Grundbuchstaben einen besonderen Ausflugstipp im Freistaat herausgesucht. Ob „E“ wie Ettal, „H“ wie Hohenpeißenberg, „P“ wie Pullman City oder „T“ wie Tiergarten Nürnberg: Es gibt viele Orte, bei denen sich ein Besuch lohnt. Und bestimmt ist für jeden eine Idee dabei. Also, auf geht’s!
A wie Aschau im Chiemgau
Als Gästeführerin ist Martina Stoib quer durch alle Zeiten unterwegs. Derzeit bietet sie drei Führungen in Aschau im Chiemgau zur Römerregion an. Eine davon ist ein Schauspielrundgang. Dabei verkörpert die Historikerin die Provinzialrömerin Amanda und erweckt die Zeit zum Leben. „Das ist eine viel direktere Ebene mit den Teilnehmern“, sagt Stoib, die ihre Besucher regelmäßig in die faszinierende Welt der Römer eintauchen lässt.
Bei der Führung erleben die Teilnehmer römischen Luxus, Mode und spannende Geschichten aus einer Zeit, in der Römer und Kelten im Chiemgau friedlich zusammenlebten. „Schon den Römern hat es bei uns gefallen“, sagt Martina Stoib und lacht. Das friedliche Zusammenleben ging jedenfalls so lange gut, bis Germanen das Land bedrohten – etwa 230 nach Christus.

„Als die Germanen über die Grenzen kamen, haben sie kräftig geplündert.“ Zum Schutz zogen sich die Menschen daher samt Hab und Gut in die Höhlen zurück. In den Jahren 2017 und 2018 wurden die Fluchthöhlen im Kampenwandgebiet gefunden. Eine ganz besondere Entdeckung, denn: „Römer sind sonst nicht in Höhlen zu finden“, sagt Stoib. Neben den spektakulären Fluchthöhlen erweckt auch der Silberschatz von Niederaschau aus der römischen Zeit die Vergangenheit wieder zum Leben. Er wiegt 2,7 Kilogramm und wurde bereits 1865 entdeckt.
Martina Stoib, die selbst in Frasdorf wohnt, ist seit 2008 in Aschau als Historikerin aktiv. Was sie an ihrem Arbeitsort besonders liebt? „Am besten gefällt mir das Schloss Hohenaschau. Es ist ein echter Schatz, in dem viel Kultur bewahrt wird“, schwärmt sie. Und wenn die Historikerin als Amanda durch die Vergangenheit in Aschau führt, trägt sie natürlich auch authentische Kleidung. Im Fachjargon nennt sich ihr Outfit norisch-pannonische Tracht. „Es ist eine Art römisches Dirndl“, erklärt die Historikerin. Stoib hat ihre Tracht aus Leinen selbst zusammengestellt. „Es ist Geschichte zum Anfassen.“
Die römische Zeitreise mit Amanda dauert etwa zwei Stunden und ist eines der Projekte, die im Rahmen des Netzwerks von elf Gemeinden – der Römerregion Chiemsee – entwickelt wurden. Die nächste Führung mit Amanda ist am Samstag, 19. September, um 14 Uhr. Die Teilnahme kostet neun Euro. Weitere Informationen gibt es online bei der Tourist Info Aschau und Sachrang oder per Mail an [email protected].
B wie Burghausen
Dieses Bauwerk aus dem Mittelalter beeindruckt: Die weltweit längste Burg liegt nur rund 100 Kilometer östlich von München. Die Rede ist von der Burg Burghausen. Die mächtige Anlage aus dem Mittelalter ist mehr als einen Kilometer lang, genauer gesagt 1051 Meter, und thront über der historischen Altstadt.

„Scheinbar ohne Ende ziehen sich die Mauern, Zinnen, Türme und Kapellen über eine schmale Bergzunge, eingebettet zwischen dem Naturparadies Wöhrsee und der alpin glitzernden Salzach“, schwärmt die Burghauser Touristik. Die Anlage hat allein sechs Burghöfe, zwei Kapellen und prunkvolle Gärten. Burghausen liegt im Landkreis Altötting. Allein die Burg, die einen weltweiten Rekord aufgestellt hat, macht einen Besuch in der Stadt an der Grenze zu Österreich schon wert. Tipp: Unbedingt eine der zahlreichen Führungen buchen unter visit-burghausen.com.
C wie Christlessee
Der Christlessee bei Oberstdorf im Landkreis Oberallgäu mit seinen spektakulären Blautönen ist wunderschön, aber im Sommer extrem kalt. Und eigentlich viel zu kalt zum Baden. Im Winter ist er im Gegensatz zu seiner Umgebung aber relativ warm. Faszinierend an ihm ist daher: Der See friert nie zu. Auch nicht, wenn es im Winter extreme Minusgrade hat. Das liegt daran, dass ihm konstant Grundwasser zugeführt wird, das zwischen 4 und 7 Grad warm ist. Dadurch bleibt das Wasser ständig in Bewegung.

Der Gebirgssee liegt auf einer Höhe von 916 Metern. Er ist blau bis grün gefärbt. Die südlich liegenden Wiesenländer dürfen heute nicht mehr beweidet werden. Sie wurden sogar zum Wasserschutzgebiet erklärt. Seinen Namen hat der Christlessee übrigens von einem jungen Mann namens Christian, dessen Familie in der Mitte des 18. Jahrhunderts dort lebte.
Zu erreichen ist der See gut zu Fuß. Der Weg dorthin dauert etwa eine bis eineinhalb Stunden. Wer mit dem Auto fahren will, braucht laut Tourismus Oberstdorf eine Genehmigung.
D wie Dinopark Altmühltal
Wer Lust auf eine abenteuerliche Reise in die Urzeit hat, der sollte in den Dinopark im Altmühltal gehen. Das Museum in Denkendorf im Landkreis Eichstätt zeigt neben lebensgroßen Rekonstruktionen der Urzeit-Riesen auch Fossilien. Besonders spannend derzeit: Seit Neuestem steht dort auch ein 25 Meter langer und originaler Langhalssaurier „Arapahoe“. Eine Leihgabe des Naturhistorischen Museums der Universität Zürich. „Arapahoe“ wurde im Big Horn Basin im US-Bundesstaat Wyoming entdeckt. Das Tier war zum Zeitpunkt seines Todes ca. 16 Jahre alt und damit noch nicht vollständig ausgewachsen. Das Fossil soll in den kommenenden Jahren im Dinosaurier Museum kontinuierlich weiter präpariert und wissenschaftlich untersucht werden.

Auf dem weitläufigen Gelände können große und kleine Dino-Fans außerdem über 70 lebensgroße Dinosauriermodelle bestaunen, die detailgetreu rekonstruiert wurden. Darunter ist zum Beispiel eine maßstabs- und originalgetreue Kopie eines Tyrannosaurus-Rex-Skeletts. Der Rundweg durch den Park führt durch beeindruckende Landschaften und bietet zahlreiche interaktive Stationen, an denen Kinder spielerisch lernen und selbst aktiv werden können. Ein besonderes Highlight des Dinosaurier Museums ist die Ausgrabungsstätte. Dort können kleine Paläontologen selbst nach Fossilien graben.
E wie Ettal
In Höhe und Lage ist Ettal im Landkreis Garmisch-Partenkirchen unschlagbar. Kein deutsches Kloster befindet sich sonst auf 900 Metern Höhe und keines in einsamer alpiner Umgebung. Abgesehen von Andechs ist auch kein Benediktinerkloster so spät gegründet worden, dazu noch von einem Kaiser: 1330 legte Ludwig der Bayer den Grundstein und übergab als Gnadenbild eine kleine Steinplastik mit Maria und Kind, die er auf einer Rückreise von Italien mitbrachte.

Im 18. Jahrhundert erbaute sich Ettal zweimal. Ab 1710 entstand eine neue Klosteranlage mit einer Ritterakademie für die Erziehung der Söhne des Adels. 1744 zerstörte ein verheerender Brand Teile der Kirche und des Klosters. Der Wiederaufbau begann noch im selben Jahr.
Wer das Kloster heute besuchen möchte, kann sich unter anderem auf eine Basilika, einen Klosterladen, ein Café, ein Restaurant und ein Bräustüberl freuen. Außerdem gibt es die Ettaler Klosterdestillerie. Dort werden zum Beispiel Liköre hergestellt. Doch nicht nur das Kloster ist einen Besuch wert, natürlich auch das Schloss Linderhof im Ettal – ein Erbe unseres Märchenkönigs Ludwig.
F wie Freising
Freising ist ein ruhiges Städtchen. Auf dem Domberg steppt allerdings seit 2022 der kulturelle Bär: Das ziemlich junge Diözesanmuseum präsentiert erstklassige moderne Kunst. Schon in der Eingangshalle betritt der Besucher ein anderes Universum aus Licht und Architektur. Dazu hält einen die Lichtinstallation von James Turrell gut 45 Minuten lang in Atem – so lange dauert es, bis eine der Farbkombinationen sich wiederholt, in denen ein ecken- und kantenloser Raum beleuchtet wird.

Noch bis 27. September gibt es außerdem eine Ausstellung der Malerin Ruth Kohler zu sehen. Auch diese ist ideal für Farben-Fans. „Farbe ist mein Leben“, sagt die Künstlerin. Das Spiel der Nuancen steht im Zentrum ihrer Malerei – „als Ausdruck von Kraft, Zartheit, Hoffnung, aber auch Angst und Trauer“, so das Museum.
Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 9 bis 17 Uhr. Die Turrell-Installation ist täglich von 10-11.30 und von 14.30-16 Uhr begehbar, sie ist aber auch von außen einbesonderes Erlebnis. Der reguläre Eintritt ins Diözesanmuseum kostet 8 Euro.
Buchstaben G bis J:
G wie Gut Kaltenbrunn: In Gmund am Tegernsee schlemmt man im Restaurant, trinkt an der Bar oder genießt im Biergarten die Septembersonne.
H wie Hohenpeißenberg: Die hiesige Wetterstation erfasst seit 1781 meteorologische Daten. Für Führungen meldet man sich online unter dwd.de an.
I wie Ingolstadt: m Audi-Forum stehen Modelle aus 100 Jahren, es gibt Werkführungen und die Sonderausstellung „50 Jahre Fünfzylinder“.
J wie Jenbachfälle: Bei Bad Feilnbach ergießt sich der Jenbach über mehrere Stufen in die Tiefe – eine wunderbare Wanderlandschaft.
K wie Kornburg ... oder wie Karpfenparadies. Im Gasthof Grüner Baum in Kornburg bei Nürnberg wird der 1A-Karpfen serviert, gebacken oder blau.
L wie Landsberg
Ob ein einziger Tag in Landsberg genügt, um alles Schöne zu erleben, ist nicht sicher. Einerseits ist da die historische Altstadt: Der dreieckige Hauptplatz mit dem Rathaus ist nicht die einzige Attraktion. In Landsberg gibt es viele Tore und Türme, deren bekannteste das spätgotische Bayertor und der neogotische Mutterturm sind, beides ideale Szenerien für Fotos.
Alle vier Jahre findet in Landsberg das Ruethenfest statt, bei dem kostümierte Kinder die Stadtgeschichte nachspielen – das nächste Mal im Juli 2027, das ist nicht mehr so lang hin.

Wichtig beim Städtetrip ist natürlich auch das Shoppen. Am Hauptplatz, Vorderen Anger und Hinteranger vergeht in den Mode- und Geschenkläden die Zeit wie im Flug. An der Alten Bergstraße sind eher Manufakturen und Traditionsgeschäfte versammelt. Anschließend passt ein Landberger Ring bestens in den Herbst – eine Rinds- und Schweinswurst, die mit Kartoffeln auf Kraut serviert wird.
Übrigens soll Johnny Cash in den 1950er Jahren in Landsberg den „Folsom Prison Blues“ geschrieben haben. Er war hier als Funker stationiert. Und Günter Sigl von den Spiders ist hier aufgewachsen. Landsberg rockt!
Buchstaben M bis R
M wie Maisinger Schlucht: Am Bahnhof Possenhofen beginnt der Wanderweg durch Nagelfluhgestein über dem Maisinger Bach. Ziel: der Biergarten am Maisinger See.
N wie Neuburg an der Donau: Wer sich für die Donauauen interessiert, besucht das Infozentrum im Jagdschloss Grünau, Bücherwürmer die Provinzialbibliothek, Kunstfreunde die Staatsgalerie.
O wie Oberaudorf: Eine Achterbahn der entspannten Art schlängelt sich am Oberaudorf-Hocheck durchs Gebirge. Mutige gelangen nach dem Aufstieg freudig rodelnd wieder ins Tal.
P wie Pullman City: Wer gerne Westernfilme schaut, fährt nach Eging im Landkreis Passau. Dort liegt Pullman City. In dem Themenpark tauchen Besucher in die Welt des Wilden Westens ein.
Q wie Quelle der drei Bethen: Man muss nicht bis Lourdes. Von Leutstetten aus geht es über die Würm, dann via Schönbergweg bis über eine kleine Brücke. Links im Wald hilft das Wasser der Drei-Bethen-Quelle Augen und Gedächtnis.
R wie Rothenburg ob der Tauber: Warum nicht mal bestaunen, was Amerikaner und Japaner so lieben: eine wunderschöne, mittelalterliche Altstadt.
S wie Staffelsee
Wem Garmisch und die Zugspitze zu hektisch sind, der fährt zum Staffelsee im selben Landkreis. Das 7,5 Quadratkilometer kleine Gewässer ist einfach ruhig und sympathisch. Man kann in Murnau, Seehausen oder Uffing am Ufer sitzen oder mit etwas Glück noch baden, und man kann mit einem kleinen Schiff darauf umherfahren. Umrunden kann man den teils moorigen See natürlich auch. Mit dem Rad wie zu Fuß sind es rund 30 Kilometer.
Am meisten Spaß macht es aber, auf dem Staffelsee mit einem kleinen Gefährt herumzukreuzen. Das könnte ein Tret- oder Ruderboot sein, oder ein Kajak. Boots- und SUP-Verleihe sind in Murnau, Seehausen und Uffing zu finden. Schließlich bietet der See sieben Inseln, die sich erkunden lassen. Auf der Größten, der Insel Wörth, finden sich ein Gutshaus, eine Kapelle sowie Schaf- und Rinderherden. Picknick- und Badeplätze gibt es auf mehreren der Inseln.

Am 13. September steigt in Murnau das Volksmusik-Festival „Aufgspuit“. Zwischen 13 und 17 Uhr treten dann an drei Orten Volksmusikgruppen auf, an der Eiche am Lüss, an der St.-Georg-Kapelle und im Biergarten des Ähndl. Beim Ähndl darf hinterher sogar frei musiziert werden.
Zu essen gibt es am Staffelsee wahrlich genug. Es wimmelt vor Italienern und Bayerischen Gaststätten. Ein Besuch in der Murnauer Kaffeerösterei lohnt sich ebenfalls.
T wie Tiergarten Nürnberg
Der Tiergarten im Osten der Stadt ist mit seinen Sandsteinwegen nicht nur landschaftlich schön. Er hat auch zwei relativ amerikanische Attraktionen, die hier aber viel billiger sind. Erstens das Delfinarium: Zweimal täglich gibt es im Eintrittspreis inbegriffene Präsentationen mit den beliebten Meeressäugern, natürlich angepasst an moderne Vorstellungen von Tierhaltung. Zweitens gibt es Begegnungen mit Lieblingstieren – also Besuch im Gehege, füttern und mehr, für 120 Euro pro Gruppe, etwa bei Seehunden oder Affen. Nur die Delfinbegegnung kostet 90 Euro pro Person. Geöffnet ist täglich von 8.30 bis 18 Uhr, der Eintritt beträgt 21 bis 9,80 Euro.
Buchstabden U und V
U wie Urfeld In Urfeld gibt es den Lovis-Corinth-Weg. Sieben Schautafeln berichten unterwegs über den Maler und seine Werke.
V wie Valley In Valley bei Miesbach ist die weltweit größte Orgelsammlung. Durch das Orgelzentrum werden regelmäßig Führungen angeboten.
W wie Wolframs-Eschenbach
Wolfram von Eschenbach (ca. 1170–1220) schuf mit seinem „Parzivâl“ eine der größten deutschen Dichtungen. Im Örtchen Wolframs-Eschenbach, gelegen zwischen Roth und Ansbach, ist es ein paar kreativen Köpfen tatsächlich gelungen, sein Werk in ein Museum zu verwandeln.

Aus 25.000 Versen und einer Abenteuergeschichte, gegen die „Star Wars“ Topfschlagen ist, entstanden fünf Themenräume zum „Parzivâl“, die in das Artus- und Grals-Universum eintauchen lassen. Fünf weitere Räume zu „Titurel“, „Willehalm“, den Tageliedern und eine Bibliothek schließen sich an. Geöffnet ist noch bis Oktober von Dienstag bis Sonntag 14 bis 17 Uhr, Sonntag auch 10.30 bis 12 Uhr. Eintritt: 3,50 Euro.
Und schlussendlich: die Buchstaben X bis Z
X wie Xperium: Im Bayerischen Wald wartet eines der besten Physik-Erlebnismuseen Deutschlands: Das Xperium in St. Englmar. Das Haus beschäftigt Familien für Stunden.
Y wie Yoga auf dem SUP: Auf dem Pilsensee können Abenteuerlustige Yoga auf dem Stand-Up-Paddle machen. Buchbar bei Bavarian Waters.
Z wie Zauberwald: Mystisch wird es im Zauberwald Ramsau bei Berchtesgaden. Der märchenhafte Forst liegt neben dem Hintersee.