Gift-Tarantel vor Deutschlands Grenze: Größte Spinne Mitteleuropas breitet sich immer weiter aus

StartseiteWeltTarantel kriecht durch Deutschlands Nachbarländer: Größte Spinne Mitteleuropas breitet sich weiter ausStand: 02.09.2026, 14:07 UhrKommentareUns auf Google folgenDie Südrussische Tarantel kommt in ...

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Gift-Tarantel vor Deutschlands Grenze: Größte Spinne Mitteleuropas breitet sich immer weiter aus

Tarantel kriecht durch Deutschlands Nachbarländer: Größte Spinne Mitteleuropas breitet sich weiter aus

Stand: 02.09.2026, 14:07 Uhr

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Die Südrussische Tarantel kommt in zwei deutschen Nachbarländern vor. Die Sichtungen nehmen konstant zu – und jetzt beginnt die Wanderphase der Spinne.

Wien – In Tschechien und Österreich ist sie längst angekommen. Die Südrussische Tarantel (Lycosa singoriensis) führt ihren Zug durch Deutschlands Nachbarländer fort. Jetzt beginnt die Hauptsaison für die größte Spinnenart Mitteleuropas.

In Österreich wurde eine Südrussische Tarantel entdeckt.

2025 entdeckte eine Österreicherin diese Südrussische Tarantel in ihrer Wohnung. © Screenshot/Facebook

Die Fundmeldungen hatten vor allem in Österreich über die vergangenen Jahre merklich zugenommen. Grund dafür, da sind sich die Experten einig, ist der Klimawandel. In Österreich dokumentiert der Naturschutzbund alle Sichtungen über die Plattform naturbeobachtung.at und bittet auch dieses Jahr, jeden Fund bestenfalls inklusive Foto und genauer Zeit- sowie Ortsangabe zu melden. Bekannte Vorkommen reichen von der ungarischen Grenze im Burgenland bis zur tschechischen Grenze im Weinviertel.

Südrussische Tarantel breitet sich in Österreich aus: Im September beginnt die Partnersuche

Mit bis zu dreieinhalb Zentimetern Körperlänge und einer Beinspannweite von bis zu sieben Zentimetern bietet die Südrussische Tarantel einen furchteinflößenden Anblick. Gefährlich ist das Tier für den Menschen aber nicht. Zwar kann die Spinne beißen und produziert auch Gift, den Biss vergleichen Fachleute allerdings von Schmerz und Gefahr her mit einem Wespenstich.

Ab September steigt die Wahrscheinlichkeit, einer Südrussischen Tarantel zu begegnen. Wenn der Spätsommer beginnt, verirren sich die Tiere laut Naturschutzbund verstärkt in die Nähe menschlicher Siedlungen. Die Erklärung: „Der Grund dafür ist, dass die Männchen auf Partnersuche sind. Sie wandern – besonders an milden Herbsttagen – viel umher und verirren sich dabei in Garagen, Gärten oder Häuser. Die Weibchen sind ebenfalls auf Wanderschaft, allerdings auf der Suche nach Winterquartieren.“ Auch die ebenfalls in Österreich verbreitete Schwarzbäuchige Tarantel (Hogna radiata) geht in diesem Zeitraum auf Wanderschaft.

Breitet sich die Spinne bis nach Deutschland aus? Wohl nicht ohne menschliche Hilfe

Bis nach Deutschland dürfte diese Wanderschaft die Südrussische Tarantel aber wohl nicht verschlagen. Ja, ihre weitere Ausbreitung wird durch den Klimawandel begünstigt. Alleine wird es die Spinne aber eher nicht schaffen, meinen Experten. „Es kann sein, dass sie weiter Fortschritte Richtung Westen macht, die Wahrscheinlichkeit ist allerdings nicht sehr hoch“, sagte Dr. Christian Komposch, Spezialist für Spinnentierkunde am Institut für Tierökologie und Naturraumplanung in Graz dem deutschen Sender RTL bereits im Jahr 2018, er behielt bislang recht.

Ähnlich in der Schweiz: „Nein, in der Schweiz gibt es bis jetzt keine Nachweise dieser Art – und es ist auch nicht sehr wahrscheinlich, dass sie demnächst auftauchen wird – es sei denn, sie wird vom Menschen eingeschleppt“, sagte Spinnenexperte Ambros Hänggi 2024 dem Portal 20 Minuten. Wobei die Schweizer eine andere Spinnenart kennen, die genau so ihren Weg in den Alpenraum geschafft hat: Die Nosferatu-Spinne. Sie stammt aus dem mediterranen Raum, wurde in den 90er-Jahren erstmals nördlich der Alpen gesichtet und mittlerweile auch in Deutschland.