Teure Energie treibt Inflation – Niedrigwasser trifft NRW-Verbraucher

Das Leben in Deutschland hat sich im August weiter verteuert. Die Preise lagen um 2,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte.

  • 2 min read
Teure Energie treibt Inflation – Niedrigwasser trifft NRW-Verbraucher

Die Inflation in Deutschland ist im August erneut gestiegen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nach 2,8 Prozent ​im Juli und 2,3 Prozent im Juni, wie das Statistische Bundesamt am Montag zu seiner ersten Schätzung mitteilte. Die Ölpreise ‌sind durch den wieder aufgeflammten Nahostkrieg gestiegen. Auch Sondereffekte wie das Niedrigwasser am Rhein belasteten – etwa in Nordrhein-Westfalen.

Energie verteuerte sich um 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nach 8,3 Prozent im Juli. Die Kampfhandlungen zwischen USA und Israels gegen Iran haben die ​Energiepreise in die Höhe getrieben. In Nordrhein-Westfalen etwa kostete Heizöl im August 33,6 Prozent mehr als ein Jahr ⁠zuvor, während sich Diesel ⁠um 35,6 Prozent und Benzin um 24 Prozent verteuerten. Allein von Juli auf August verteuerten sich Kraftstoffe in NRW um 2,6 Prozent – »auch vor dem Hintergrund des im August herrschenden Niedrigwassers im ‌Rhein«, wie das Statistische Landesamt betonte. Raffinerien werden häufig per Binnenschiff beliefert, ​wie das Bundeskartellamt erklärte.

Nahrungsmittel kosteten bundesweit erneut durchschnittlich 0,1 Prozent mehr (Juli: plus 0,4 Prozent). Für Dienstleistungen wie Versicherungen oder Reisen wurden 2,8 Prozent mehr verlangt (Juli: plus 2,9 Prozent). Die Preise ohne Nahrungsmittel und Energie, auch als Kerninflation ‌bezeichnet, legten erneut um 2,4 Prozent zu. Von Juli auf August zogen die Verbraucherpreise insgesamt um 0,2 Prozent an.

Auch in anderen großen Euroländern wie Frankreich und Spanien lag die ‌Inflation im August deutlich über dem ​Ziel der Europäischen Zentralbank, die einen Wert von ‌zwei Prozent anstrebt. Sie könnte deshalb im September ihren Leitzins ‌zum zweiten Mal in ​diesem Jahr auf dann 2,5 Prozent anheben. »Zwar bleiben die Entscheidungen von der Datenlage abhängig, doch dürfte eine weitere ​Zinsanhebung notwendig sein, sofern sich die Inflationsaussichten nicht ⁠erheblich verbessern sollten«, hieß es in den ​Protokollen zur ​Juli-Sitzung der EZB. Die Zentralbank hatte die Zinsen im Juni erstmals seit fast drei Jahren angehoben und im Juli pausiert.