Teure Preise | Wie könnte Politik unser Leben günstiger machen?
Wer an der Grenze zu Belgien wohnt und viel mit dem Auto unterwegs sein muss, fragt sich regelmäßig, warum Benzin in Belgien billiger ist. Die nehmen weniger Steuern, sagt Marcel Fratzscher, Präsident des Deuts...
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Wer an der Grenze zu Belgien wohnt und viel mit dem Auto unterwegs sein muss, fragt sich regelmäßig, warum Benzin in Belgien billiger ist. Die nehmen weniger Steuern, sagt Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Aber für den Wirtschaftsforscher ist das kein Modell für Deutschland.
Tankrabatt - teuer und schädlich?
Übergewinnsteuer oder höhere Pendlerpauschale?
Rik Steinheuer, Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler in NRW, hält auch nichts von aktionistischen Maßnahmen an den Tankstellen. Die seien teuer für den Staat, ohne dass der Verbraucher so entlastet würde, wie man es sich vorgestellt hatte.
Steinheuer ist für eine höhere Entfernungspauschale für diejenigen, "die wirklich Auto fahren müssen, aus beruflichen Gründen, das wäre steuerlich eine sinnvolle Maßnahme", erklärt er auf WDR-Anfrage. Außerdem müsse das Kartellrecht für mehr Wettbewerb sorgen.
Auch eine Übergewinnsteuer für die Konzerne, die sich Wirtschaftsforscher Fratzscher sehr gut vorstellen kann, würde am Ende auf die Preise an den Tankstellen aufgeschlagen und die Verbraucher belasten, meint der Chef des Bundes der Steuerzahler.
Was macht das Leben so teuer?
Mehrwertsteuer bei Lebensmitteln auf null setzen?
Kurzfristig könnte man die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel auf null reduzieren, schlägt Wirtschaftsforscher Fratzscher vor. Das würde die Menschen nochmal entlasten. Finanzökonom Demary sieht das eher kritisch. Denn damit würden quasi mit der Gießkanne alle entlastet.
Eigentlich müsse man in Richtung Lebensmittelgutscheinen denken, was aber auch schwierig sei. Denn dann müssten einkommensschwächere Haushalte damit an der Kasse bezahlen, was andere Leute mitbekämen, so Demary. Oder man müsste es nur bei lebensnotwendigen Gütern wie Brot, Butter, Nudeln, Kartoffeln und Milch machen. Dies wäre aber politisch kaum durchsetzbar, denkt der Finanzökonom.
Weniger Abgaben statt geringere Preise
Wie kann die Politik helfen, Menschen bei steigenden Kosten zu entlasten? Die Gespräche mit verschiedenen Experten zeigen nur eines eindeutig: Eine einfache Lösung gibt es dafür nicht.
Unsere Quellen:
- Interview mit Marcel Fratzscher, DIW
- Interview mit Rik Steinheuer, Bund der Steuerzahler NRW
- Interview mit Markus Demary, IW
Sendung: WDR5, Wirtschaftsmagazin, 11.09.2026, 13:35 Uhr