„Ausbaufähig“: Werder Bremen startet mit Sieg in Verden in die Vorbereitung – hat aber noch viel Arbeit
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Stand: 19.07.2026, 13:02 Uhr
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Der SV Werder Bremen hat das Testspiel gegen den FC Verden 04 gewonnen. Wie die Partie eingeordnet wird und was Trainer Daniel Thioune jetzt erwartet.
Verden – Für verbitterte Mienen gab es keinen Grund – und doch stand keineswegs überall das Glück in den Gesichtern. „Zwei Gegentore waren natürlich zu viel“, monierte etwa Clemens Fritz als Geschäftsführer Fußball des SV Werder Bremen. Und auch Cheftrainer Daniel Thioune meinte: „Ein Lächeln bekommen Sie immer von mir, auch weil ich mich immer freue, ein Fußballspiel zu gewinnen. Gleichzeitig sehe ich Themen, an denen wir arbeiten müssen und die ausbaufähig sind.“
Kurz zuvor hatte seine Mannschaft mit einem 6:2 gegen den FC Verden 04 den Testspiel-Sommer eröffnet. Ein Oberligist, der die Hanseaten anfangs mehr beschäftigte als ihnen lieb war und am Ende doch klar das Nachsehen hatte. So stand unter dem Strich ein Probelauf, der nach der allerersten Trainingswoche der Saisonvorbereitung nicht überbewertet werden sollte. Aber trotzdem die Sinne schärfte.

Werder Bremen mit vielen Veränderungen und fehlenden Stars: Probleme im ersten Testspiel keine Überraschung
„Unser Ziel war, die Ballbesitzzeit des Gegners möglichst kurz zu halten. Der Plan war, ihm im eigenen Ballbesitz nicht mehr als fünf Pässe zuzugestehen“, sagte Thioune. „Einmal hat der Gegner sechs Pässe geschafft, dann würde ich behaupten, dass eine Mannschaft vielleicht nicht ganz so gut organisiert war wie die andere.“ Werder Bremen erlebt derzeit einen Sommer der Veränderungen. Junge Neuzugänge wie Kenny Quetant, Chuki oder Oskar Wojcik gehen ihre ersten Meter beim Bundesligisten, etliche Akteure aus dem eigenen Nachwuchs dürfen sich in dieser Phase beweisen, weil Leistungsträger wie Marco Friedl und Romano Schmid ebenso wie Sturm-Transfer Cedric Itten nach ihrer WM-Teilnahme noch im Urlaub sind.
Einige Planstellen sind noch unbesetzt, hinter dem Verbleib anderer Akteure steht ein Fragezeichen. Da sind Abstimmungsprobleme und Unsicherheiten im Spiel keine Überraschung. „Wir wollten früh pressen, waren aber nicht immer gut zum Ball orientiert, wenn wir überspielt wurden. Dadurch haben wir dem Gegner Angriffe und Standardsituationen zugestanden“, meinte Thioune. „Das sind Dinge, die wir künftig besser machen wollen.“
Werder Bremen reist nach Testspiel-Sieg beim FC Verden 04 ins Zillertal-Trainingslager
Werder Bremen war im Verdener Stadion am Berliner Ring durch einen Treffer von Justin Njinmah in Führung gegangen (16.), hatte vor mehr als 5.000 Zuschauern aber zügig den Ausgleich durch Jalte Röpe (20.) kassiert. Zwar sorgten Jens Stage (25./36.) und erneut Njinmah (32.) bis zur Pause für eine deutliche 4:1-Führung, bei der Salim Musah jeweils als Vorbereiter involviert war, doch auch die Gastgeber setzten immer wieder unangenehme Nadelstiche.
„Natürlich regt man sich da auf“, sagte Innenverteidiger Niklas Stark mit Blick auf die noch fehlende Abstimmung in der Hintermannschaft, „aber da muss man im Kopf dann auch mal den Schalter betätigen und sich sagen, dass es bei jedem ersten Test des Jahres das gleiche ist – warum also muss ich mich da eigentlich aufregen?! Es war genau der Test, den wir haben wollten, jetzt geht es Schritt für Schritt nach vorne.“ Im zweiten Abschnitt hatten noch Paul Erevbenagie (63.) und Kenny Quetant (83.) für Werder Bremen getroffen, Milan Berenschoet gelang per Strafstoß (89.) noch der zweite Treffer für den FC Verden 04.
Nächster Zwischenstopp auf Werder Bremens Reise in die Zukunft ist nun das Zillertal, am Montagmorgen macht sich der Bremer Tross auf den Weg nach Österreich. Eine Woche lang wird dann wieder vor herrlichem Bergpanorama schweißtreibende Detailarbeit betrieben – wobei: „Wir haben ja Mittwoch und Samstag ein Spiel. Ich weiß gar nicht, ob wir da zwischendurch so häufig auf den Trainingsplatz kommen“, unkte Stark und schob angesichts schwerer Beine nach den ersten Einheiten scherzhaft hinterher: „Hoffentlich nicht so viel.“
Werder Bremen mit zwei Testspielen im Trainingslager: „Jungs werden nicht überfrachtet, aber viele Inhalte bekommen“
Natürlich weiß auch der Abwehrmann, dass es anders sein wird. Und Daniel Thioune skizzierte dann auch ziemlich genau, was er von der Arbeit im Parkstadion von Zell am Ziller erwartet: „Den ersten Test gegen Fagiano Okayama können wir ein Stück weit ausklammern. Für mich ist das eher eine Trainingseinheit, weil wir wieder mit zwei Mannschaften agieren werden“, sagte der 51-Jährige. „Wenn wir vormittags Standards trainieren und nachmittags pro Spieler 45 Minuten spielen, dann ist das eine intensive Belastungseinheit wie unter der Woche auch.
Danach aber richtet sich der Fokus stärker auf das Spiel des SV Werder Bremen gegen den VfL Bochum. Dort wollen wir zweimal 60 Minuten spielen und physiologisch noch etwas intensiver arbeiten.“ Des Trainers Fahrplan: „Die Jungs werden nicht überfrachtet, aber viele Inhalte bekommen. Deshalb tut uns dieses erste Trainingslager gut, auch um die Neuzugänge zu integrieren. Das zweite Trainingslager wird uns aber noch mehr bringen, weil dann auch unsere Nationalspieler zurück sind. Dann können wir noch detaillierter arbeiten.“
Darauf baut auch Clemens Fritz – der auch die sogenannten Basics nicht aus den Augen verliert. „Wir sind aktuell noch in einer Phase, in der wir viel testen und ausprobieren. Trotzdem müssen Ballsicherheit, Passgeschwindigkeit, die Sauberkeit im Passspiel und das Zweikampfverhalten besser werden“, forderte der Ex-Profi und resümierte: „An der einen oder anderen Stelle hakt es noch, aber wir haben ja noch einige Wochen Zeit.“ (mbü)