Hund oder Katze aus dem Urlaub gerettet? Warum das schnell mehrere tausend Euro kosten kann…
Ein kleines Kätzchen liegt mutterseelenallein am Straßenrand, ein streunender Hund läuft einem an der Strandpromenade zu: Wer helfen möchte und ein Tier spontan aus dem Ausland mit nach Hause nehmen will, muss ...
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Ein kleines Kätzchen liegt mutterseelenallein am Straßenrand, ein streunender Hund läuft einem an der Strandpromenade zu: Wer helfen möchte und ein Tier spontan aus dem Ausland mit nach Hause nehmen will, muss einiges beachten.
Denn die Tiere können gefährliche Krankheiten einschleppen, davor warnen Veterinärämter. Zum Beispiel Parasiten, aber vor allem Tollwut: Eine Krankheit, die auch für den Menschen lebensgefährlich sein kann!
Tollwut-Impfung ist Pflicht
Deutschland gilt seit 2008 als tollwutfrei. In vielen anderen Ländern kommt die Krankheit jedoch weiterhin vor. Deshalb müssen Hunde und Katzen bei der Einreise gegen Tollwut geimpft sein, betont Dr. Arndt Vossen, Amtstierarzt beim Veterinäramt in Heinsberg.
Auch eine Kennzeichnung mit Mikrochip, ein EU-Heimtierausweis oder amtliche Gesundheitsdokumente sind erforderlich. Ohne diese Nachweise darf ein Tier nicht legal nach Deutschland gebracht werden.
Quarantäne und Geldstrafen
Trotzdem reisen immer wieder Menschen mit ungeimpften Tieren und ohne erforderliche Papiere ein. Laut Vossen würden allein im Kreis Heinsberg etwa zehn Fälle pro Jahr bekannt. Wie viele es landes- oder bundesweit sind, lässt sich nur schwer sagen. Es gibt keine exakte amtliche Gesamtzahl, die Fälle werden nicht zentral erfasst - und es werden auch nicht alle bekannt.
Bei Missachtung der gesetzlichen Vorgaben droht eine Beschlagnahmung des Tiers und eine behördlich angeordnete Quarantäne. Die dauert in der Regel 21 Tage. Bei sehr jungen Tieren kann sie deutlich länger sein, weil eine Tollwutimpfung erst ab einem Alter von zwölf Wochen möglich ist.
Der ist auch für das Heinsberger Tierheim zuständig und nimmt solche amtlich beschlagnahmten Tiere auf. Aber auch für Fundtiere müssen Platze vorgehalten werden. Für die Mitarbeiter viel Arbeit, das Tierheim ist ständig ausgelastet.
"Für uns ist das natürlich schon eine komplizierte Situation. Und sehr oft sind wir auch verzweifelt und wissen wirklich nicht, wohin mit den Tieren - das ist Tagesordnung." Bianka Mai-Fiegen, Vorsitzende des Tierschutzvereins Kreis Heinsberg e.V.
Auch vor Ort ist Hilfe möglich
Die beschlagnahmten Tiere müssen mindestens 21 Tage in Quarantäne bleiben. So lange dauert es, bis eine Tollwutimpfung wirkt. Junge Tiere müssten sogar deutlich länger isoliert werden, erklärt die Tierschützerin: "Denn die Tollwutimpfung ist erst ab 12 Wochen möglich. Sprich: Bringt man ein ganz ganz junges Tier mit – ein Welpe - und dann muss er in Quarantäne, verlängern sich diese 21 Tage auch noch um die Zeit bis zur 12. Lebenswoche."
Das sei ganz schön lange für ein junges Tier. Dazu kämen horrende Kosten von mehreren tausend Euro. Wer darum auf ein Tier im Ausland trifft, dem er gerne helfen möchte, sollte laut Mai-Fiegen auch nach anderen Möglichkeiten suchen: Das Tier vor Ort medizinisch versorgen lassen und den Tierschutz vor Ort stärken – zum Beispiel durch eine Spende.
"Und das Tier halt nicht mitnehmen. Und vielleicht in Deutschland ein Tier aus dem Tierheim nehmen." Bianka Mai-Fiegen, Vorsitzende des Tierschutzvereins Kreis Heinsberg e.V.
Denn allein in Heinsberg warten etwa 150 Hunde, Katzen und andere Tiere auf ein neues Zuhause!
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Dr. Arndt Vossen, Amtstierarzt beim Veterinäramt in Heinsberg
- WDR-Gespräch mit Bianka Mai-Fiegen, Tierschutzverein Kreis Heinsberg e.V.
- Eindrücke der WDR-Reporterin im Tierheim des Kreises Heinsberg
Sendung: WDR.de, Tier im Urlaub gefunden? Das gilt bei der Einreise..., 02.08.2026, 06:20 Uhr