Tierische Überraschung: 19-jähriger Saarbrücker wird über Nacht Papa – von sieben süßen Hundebabys
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Tierische Überraschung 19-jähriger Saarbrücker wird über Nacht Papa – von sieben süßen Hundebabys
Saarbrücken · Justin Degro aus Schafbrücke wollte eigentlich nur einen Hund. Dann bringt seine Lotta plötzlich sieben Welpen zur Welt – und stellt das Leben des 19-Jährigen gehörig auf den Kopf.
20.08.2026 , 08:20 Uhr
Vier der sieben noch namenlosen Welpen.
Foto: Thomas Schäfer
Die Geschichte des jungen Saarbrückers Justin und der charmanten Hundedame Lotta verrückt zu nennen, ist vor allem eins: maßlos untertrieben. Denn was die beiden in den letzten Wochen erlebt haben, ist beinahe filmreif.
Die Geschichte beginnt harmlos. Justin, 19, frisch mit seiner Ausbildung zum Drogisten fertig, engagiert in der Jugendarbeit der Evangelischen Kirche am Lorenzberg, wünscht sich seit Langem einen Hund. Von einem Arbeitskollegen erfährt er von einer Frau, die ihren Hund abgeben muss – Lotta eben, ein sechs Jahre alter Border Collie. Justin findet sofort Gefallen an dem Tier.
Justin mit seiner Lotta und einigen Welpen.
Foto: Thomas Schäfer
Dass Lotta trächtig sein könnte, erwähnt die Vorbesitzerin, es könne aber auch sein, dass sie nur etwas viel auf den Rippen habe, meint sie. Durch das dicke schwarze Fell jedenfalls kann Justin nicht erkennen, dass etwas wirklich Großes bevorsteht. Lotta kommt Ende Juli zu ihm nach Hause nach Schafbrücke, die beiden verstehen sich blendend. „Ja, wir haben uns direkt geliebt, sie hat sich sofort wohlgefühlt und gut eingelebt“, erinnert sich Justin. Sie sei ein wirklich gut erzogener Hund und sehr verschmust. In der ersten Woche in ihrem neuen Heim sei Lotta sehr aktiv gewesen: „Man hat wirklich nicht gemerkt, dass sie trächtig sein könnte.“
Dann kommt der Abend des siebten August. Lotta wirkt auf einmal ungewohnt hektisch, unruhig. Justin, der gerade Urlaub hat, geht an diesem Freitag auf eine Party, seine Mutter passt auf Lotta auf. Dann folgt eine magische Nacht. Um Viertel nach elf platzt die Fruchtblase der Hündin, plötzlich geht alles ganz schnell. Justins Mutter ruft ihren Sohn an, berichtet aufgeregt, dass Lotta gerade wirft. „Sie macht was?“, fragt Justin ungläubig. Der junge Mann fährt nach Hause. Als er ankommt, sind schon zwei Welpen auf der Welt.
Bis halb vier erblicken fünf weitere Hundebabys das Licht der Welt. „Ich hab nur zugeguckt, hab Lotta und die Natur machen lassen“, sagt Justin, der mitten in der Nacht dann doch noch einen Tierarzt anruft, um zu fragen, ob er etwas beachten müsse. Der Arzt beruhigt ihn. Wenn kein Welpe blute und alle zur Mutter trinken gingen, sei alles in bester Ordnung.
Mama Lotta und ihre Babys.
Foto: Thomas Schäfer
Justin macht in dieser Nacht und auch in der folgenden praktisch kein Auge zu, die erste Zeit sei schon „sehr schlaflos“ gewesen, die Babys sehr aktiv. Das sind die Welpen auch beim SZ-Besuch. Zumindest teilweise. Drei trinken, eines schläft auf dem Schwanz der Mutter, die anderen liegen rum, werden abgeleckt, quieken vor Zufriedenheit. Zusammengefasst: Allen geht es gut.
Foto: Thomas Schäfer
Und doch bedeutet das „Welpen-Wunder“ für den Saarbrücker eine riesige Herausforderung. Zeitlich natürlich, aber auch finanziell. Justin ist superglücklich, dass es genügend Leute gibt, die ihm helfen können in diesen anstrengenden Wochen. Familie und Freunde kümmern sich, auch die Vorbesitzerin hat ihre Hilfe angeboten.
Eine sehr besondere Aktion hat die mit Justin befreundete Familie Klötzer gestartet. Als die Eltern Angelika und Patrick von ihren Söhnen erfahren, welche Überraschung Justin widerfahren ist, starten sie in kürzester Zeit eine Spendensammlung im Internet. Auf der Plattform „GoFundMe“ werben sie für Unterstützung. „Justin möchte Lotta und ihre sieben Kleinen bestmöglich durch die kommenden Wochen bringen“, schreiben sie. In den nächsten zwölf Wochen werde er sich neben seinem Beruf und der ehrenamtlichen Jugendarbeit intensiv kümmern. „Die zusätzliche Verantwortung bringt allerdings auch erhebliche Kosten mit sich: tierärztliche Untersuchungen, Entwurmen, Chippen, Futter und die tägliche Versorgung der kleinen Familie.“ Patrick Klötzer hat ausrechnen lassen, dass bis zu 2500 Euro nötig sein werden, um die Welpen optimal zu versorgen.
Tatsächlich ist nach nur zwei Wochen schon sehr viel Geld zusammengekommen, rund 2000 Euro. Justin ist davon total überrascht und „dankbar für jede Spende“. Sollte mehr zusammenkommen, als er für die Welpen benötigt, werde er das übrige Geld dem Bertha-Bruch-Tierheim spenden.
Bleibt die Frage, was mit den noch namenlosen Welpen, deren Vater ein Australian Shepherd ist, passiert, wenn sie etwas größer sind? Justin kann sie nicht behalten, er will sie in gute Hände vermitteln. Ungefähr ab Ende Oktober. Bis dahin genießt er die anstrengende, verrückte Zeit mit acht Hunden. (sas)